Praxistest: Nokia 5700 Xpress Music

Während Samsung und Co. in der gehobenen Liga der UMTS-Handys auf spacig glänzendes Hightech-Material setzen, schaltet Nokia einen Gang zurück und zeigt uns den in der Mobilfunkbranche bewährten Kunststoff in seiner Ur-Form, wie er vor 40 Jahren die Wohnzimmer zierte.

Plastik, Pop und Flower Power: das 5700 überrascht mit mutigem Retro-Design, das man in dieser Form bei keinem anderen Hersteller findet. Die Zielgruppe wird damit allerdings stark eingeschränkt: dass ein Krawattenträger Nokias Plastikbomber mit lockerem Lächeln auf dem Meetingtisch platziert, ist in etwa so wahrscheinlich wie eine Punkrock-Combo mit BlackBerrys in den zerschlissenen Hosentaschen. Aber das ist auch gar nicht beabsichtigt, schon der Lieferumfang verdeutlicht, wen Nokia als Käufer anvisiert: Kabelfernbedienung und hochwertige Kopfhörer liegen in schickem iPod-Weiß neben einer 1GB großen microSD-Karte im Karton - welcher Teenager kann da noch nein sagen? Einziges Handicap ist der fehlende 3,5mm Klinkenanschluss. Nokia setzt stattdessen auf eine wenig verbreitete 2,5mm-Klinke. Konsequenz: normale Kopfhörer können mangels mitgeliefertem Adapter nur umständlich über die Fernbedienung angeschlossen werden. Als Alternative bieten sich Bluetooth-Stereo Kopfhörer an, die vom 5700 problemlos unterstützt werden.
Einmal ans Ohr gehalten, sticht das klotzige Handy schon aus aus der Ferne ins Auge. Ein echter Hingucker ist das 5700 dennoch nicht - mit dem glattpolierten Hartplastik, dem weichen Gummiüberzug und den rauhen, grau-silbernen Bedienelementen fühlt es sich leider genauso billig an, wie es aussieht. Schade, denn hinter der Plastikschale verbirgt sich ein Barrenhandy, das Telefon- und Musikfunktionen in einer cleveren Konstruktion zusammenführt. Ein halber Dreh der Tastaturunterseite aktiviert die seitlich eingelassene Kamera, ein kompletter Schwenk um 180 Grad lässt die Musiktasten zum Vorschein kommen. Auch der Akkudeckel wurde clever in die Drehkonstruktion eingebunden, er lässt sich nur abnehmen, wenn die Unterseite im rechten Winkel zum Gehäuse steht. Die Verarbeitung gewinnt keinen Blumentopf: trotz der lobenswert unter einter Gummiklappe verstauten Gehäuseöffnungen erschüttern ungleichmäßige und an vielen Stellen zu breite Spalte das Vertrauen des 5700-Trägers - Nokias Musikhandy ist ein leichtes Ziel für Staub und anderen Schmutz, der sich gelegentlich in den Tiefen der Hosentasche ansammelt.
Wer hätte gedacht, dass sich unter dem preiswerten Plastikmantel des 5700 ein Display verbirgt, das anspruchsvollste Multimedia-Standards bedient? Lassen wir zunächst die Zahlen sprechen: 16,7 Millionen Farben, QVGA-Auflösung (240x320 Pixel), verteilt auf eine Bildschirmdiagonale von 5,7 cm. Die Farben haben wir nicht gezählt, doch die scharfen Kontraste und glasklare Farbbrillianz sprechen für mehr als nur gute Qualität. Dank transflektiver Beschichtung lässt sich der Inhalt auch bei starkem Außenlicht noch gut ablesen. Die Tastatur kann da kaum mithalten. Dank goßflächiger Anordnung und präziser Druckpunkte steht einem flotten SMS-Tempo zwar nichts im Wege, doch zu stark wackeln die Tasten in der Einfassung und zu billig fühlt sich das mehr graue als silbrige Material an. Richtig schlimm wird's bei einem Sprung ins Hauptmenü, sofort fällt die Anordnung der wichtigen Menü- und der Löschen-Taste unangenehm auf. Seitwärts in die flexible Kunststoffoberfläche eingelassen, fordern sie dem Daumen einen weiten Bewegungsradius ab und bieten wesentlich tiefere Druckpunkte als die benachbarten Tasten. Der weiß umrahmte Joystick lässt die Bedienwerte des 5700 noch weiter in den Keller rauschen. Seine mangelhafte Präzision sorgt dafür, das man sich häufiger in einem Untermenü wiederfindet, obwohl man eigentlich nur nach oben steuern wollte. Doch es geht noch schlimmer: Im Kameramodus steht die angewinkelte Tastatureinheit den Fingern beim einfachen Zugriff auf Optionstasten und Joystick im Wege. Eine Einstellung im Kameramenü ist nur mit akrobatischen Fingerverrenkungen erreichbar. Einzig musikalisch zeigt die Tastatur des 5700 ihre Schokoladenseite. Die drei Tasten auf der Rück- bzw. Vorderseite sind großzügig bemessen und erlauben die "blinde" Ansteuerung der wichtigsten Musikfunktionen bequem aus der Hosentasche heraus.
Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Vorherige Seite
Seite 1 von 4
Diskutieren Sie mit anderen Lesern über dieses Thema:
PC-WELT-Experten lösen Ihr PC-Problem
Immer informiert mit dem PC-WELT Newsletter
Best-of PC-WELT   PC-WELT Apps
PC-WELT Business-IT   PC-WELT Community
Facebook-Freunde empfehlen
3x PC-WELT testen!
Ja, ich teste 3x die PC-WELT mit DVD für nur 11,90 € (19,- Sfr). Den 4 GB USB-Stick erhalte ich gratis dazu.
PC-WELT 6/ 2012
Anrede:
Vorname:
Nachname:
Straße/Nr:
PLZ/Ort:
Land:
E-Mail:
Nur wenn ich innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der 3. Ausgabe nichts von mir hören lasse, möchte ich die PC-WELT mit DVD zum gleichen Preis weiterbeziehen (D: 55,80 €/Jahr, EU: 64,80 €/Jahr, CH: 103,70 Sfr/Jahr). Nach dem Testzeitraum ist der Bezug jederzeit kündbar.
Ich bin damit einverstanden, dass die IDG Tech Media GmbH und ihre Partner mich per E-Mail über interessante Vorteilsangebote informieren.
- Anzeige -
Angebote für PC-WELT-Leser

PC-WELT Verleihshop
Keine Abogebühren oder unnötige Vertragsbindungen. DVDs und Spiele bequem von zu Hause aus leihen.

Tarifrechner
Der PC-WELT Preisvergleich für Strom, Gas und DSL. Hier können Sie Tarife vergleichen und bequem viel Geld sparen.

PC-WELT Preisvergleich
In unserem großen Preisvergleich finden Sie die günstigsten Preise und alle redaktionellen Tests auf einen Blick.

- Anzeige -
Marktplatz
DELL

Dell Vostro 3550 Business Notebook
Komfort eines erweiterten Arbeitsbereichs, ohne mobile Anforderungen zu beeinträchtigen.

Congstar

congstar Full Flat nur noch 39,99€
Endlos in alle dt. Netze telefonieren, beste D-Netz-Qualität.

Congstar

Der günstige Tarif für Vielsurfer
congstar Smart 100. Surfen und telefonieren im besten D-Netz.

CosmosDirekt

CosmosDirekt Riesterrente
Mit der Riester-Rente privat mit hohen staatlichen Zulagen fürs Alter vorsorgen.

150072
Content Management by InterRed