Praxistest: Motorola KRZR

Motorolas Erfahrung mit Fashion-Handys ist groß: alleine der mittlerweile schon zum Mainstream gehörende Folder RAZR wusste millionenfach zu überzeugen und prägte eine ganze Generation von Mobilfunkern. Motorolas neues KRZR - das man wie "crazy" ausspricht - führt die Tradition mit einem beachtlichen Maß an Innovationsfreude im Design weiter.
Das Nötigste für den Betrieb der Handy-Funktionen findet man gleich im Lieferumfang: USB-Datenkabel, Stereo-Kabelheadset und die Motorola Phone Tools sind dabei, passenden Schnickschnack wie Tasche, Trageschlaufe, Schmuck und Lanyard muss man sich nach eigenem Geschmack aussuchen.

Motorola kreuzt beim KRZR eine glänzende, halbtransparente Folderfront mit matten Softtouch-Materialien auf der Rückseite und hochwertigem grauen Kunststoff an den Gehäusekanten. Ein dekoratives silbergraues Lochmuster verschönert den unteren Gehäuseabschluss. Unser Herzschlag legte jedes Mal um mindestens zehn Prozent zu, wenn wir das Handy in die Hand nahmen: der haptische Eindruck des KRZR liegt auf allerhöchstem Niveau: Motorolas Designer nutzten ihre RAZR-Vorlagen und schrumpften sie etwa um die Hälfte in Breitenrichtung, das KRZR wirkt lang, schmal aber nicht mehr ultraflach. Ein festsitzender Akkudeckel und der präzise ausgeführte weiche Klappmechanismus perfektionieren das Bild des nahezu perfekt gestalteten Mobiltelefons.

Es will kein Multimedianer sein: das helle aber nicht überaus brilliante 1,8 Zoll-Display nutzt 262.144 Farben auf 176x220 Pixeln und lässt ein deutliches Pixelraster erkennen. Das fällt wegen der neuen Menüführung allerdings kaum ins Gewicht: die Schriftarten in der Menüführung werden durchgängig kantengeglättet und wirken schärfer als bei allen Vorgängern. Schmankerl des Telefons ist sein unter einer halbtransparenten Mineralglasfläche verstecktes Außendisplay: Hier findet man auch in geschlossenem Zustand Informationen über eingehende Anrufe oder SMS, steuert mit Hilfe der Seitentasten alle MP3-Funktionen oder nutzt es als Sucher für Selbstportraits. Die getönte Oberfläche fordert aber Einschränkungen: so wirkt die Darstellung auf dem Außendisplay grobkörnig und kontrastarm - dafür freut man sich auch unter Sonnenlicht über glasklare Ablesbarkeit: die Komponente ist transflektiv ausgelegt. Des KRZRs Tastatur kennt man von allen RAZR-Ablegern, die das Moto-Universum hervorgebracht hat: aus einer blau schimmernden Metallplatte wurden Linien in Form von Tastenbeschriftungen herausgelasert und mit einem hellblau fluoreszierdenen Licht hinterlegten Gummimaterial ausgefüllt. So lassen sich die Grenzen der einzelnen Tasten gut voneinander unterscheiden, auch auf den Richtungstasten des großen Steuerrings und den Softkeys liegen kleine gummierte Punkte. Die Bedienbarkeit des Telefons leidet allenfalls unter seiner schmaleren Dimensionierung: man braucht schon ziemlich spitze Finger, um schnell mit dem Telefon umgehen zu können. Die Druckpunkte liegen tief und weich, fallen aber gleichmäßig aus: man darf das Handy "fester anpacken", als es aussieht.

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