Knobel-Shooter

Knobel-Shooter Portal 2 im Test

Mittwoch den 20.04.2011 um 10:15 Uhr

von Heinrich Lenhardt

Eine ausgewachsene Kampagne, ein amüsanter Koop-Modus und prächtige Physik-Puzzles. Für Käufer der PS3-Version gibts Portal 2 als PC-Version gratis dazu.
Portal 2
© 2014

Der Kuchen mag im ersten eine Lüge gewesen sein, aber beim Nachfolgespiel handelt es sich um die reine, leckere Wahrheit. Und zugleich eines der kreativ herausforderndsten Fortsetzungsvorhaben, das sich ein Spieleentwickler antun kann. Denn war der Vorgänger noch ein kleiner, feiner, überraschender Puzzle-Snack, hat Valve als eigenständiges Vollpreisspiel entwickelt, mit gut zwölf Stunden lang währender Story und einem neuen Koop-Mehrspielermodus. 

Das 2007 im Rahmen der Orange Box veröffentlichte Portal war ein Testkammerspiel, bei dem wir uns in der Rolle des menschlichen Versuchskaninchens Chell unter dem wachsamen Auge der Künstlichen Intelligenz GLaDOS durch eine Reihe von Räumen tüftelten.

Zentrale Bedeutung hatte dabei der Einsatz der Portalkanone, einer Wurmloch-erzeugenden Gerätschaft aus den Labors der im -Story-Universum angesiedelten Firma Aperture Science. An bestimmten Flächen lassen sich damit Portale erzeugen, durch die man gehen, fallen oder sie als Durchreiche für andere Objekte verwenden kann. Richtig an Reiz gewinnt das Portal-Hopping durch die realistische Physik. Durch einen tiefen Fall in ein Portal sammeln wir genug Momentum, um am anderen Wurmloch-Ende mit ausreichend Karacho herauszuschießen und damit klaffende Abgründe zu überspringen. Diese Grundprinzipien werden Einsteigern in den ersten Räumen von Portal 2 schnell beigebracht, bevor weitere Komponenten dazukommen, die sich im Spielverlauf zu immer atemberaubenderen Puzzle-Konstrukten zusammenfügen. Das ringt auch Portal-Profis Ehrfurcht ab.

Übrigens hat Publisher EA anlässlich der Veröffentlichung von Portal 2 ein kostenloses Flash-Game veröffentlicht.

All das Puzzeln und Tüfteln wird durch eine in zehn Kapitel unterteilte Story zusammengehalten, die einen guten Spielrhythmus bietet. Zwar herrscht kein Mangel an Puzzle-Testkammern, aber diese unterbricht Portal 2 immer wieder durch Handlungsereignisse und sogar einen Ausflug außerhalb der sterilen Labors. Die Portal-Odyssee beginnt damit, dass wir abrupt aus einem Stasis-Tiefschlaf geweckt werden - mit einigen Jahrhunderten Verspätung.

Der zu Hysterie neigende Mini-Droide Wheatley steht uns in
den ersten Spielstunden bei.
Vergrößern Der zu Hysterie neigende Mini-Droide Wheatley steht uns in den ersten Spielstunden bei.
© 2014

Aperture Science ist menschenleer und befindet sich im fortgeschrittenen Verfallsstadium. Der für das Wohlergehen der Versuchskaninchen zuständige Droide Wheatley bietet sich als Fluchthelfer an. Dabei führt uns der neurotisch-nervöse, hektisch brabbelnde Roboter durch die ersten leichten Puzzle-Räume, in denen wir rasch unser einziges Hilfsmittel erbeuten, die Portalkanone. Dann sucht Wheatley nach einer Abkürzung, um uns schneller aus dem Gebäude zu leiten, und betätigt dabei versehentlich einige Sicherungen zu viel. Die Folge: GLaDOS wird wiedererweckt - jene unheimliche Künstliche Intelligenz, die wir am Ende des Vorgängerspiels besiegt geglaubt hatten. Und die unheimlich nachtragend ist: Für den Rest unseres Lebens will sie uns testen!

Aber keine Sorge, langwierig und eintönig geht es in Portal 2 nicht zu. Zwar serviert uns GLaDOS 22 neue Testräume, "fast wie in alten Zeiten" und angereichert mit ersten zusätzlichen Puzzle-Elementen, aber die wendungsreiche Story hat Überraschungen parat.

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Mittwoch den 20.04.2011 um 10:15 Uhr

von Heinrich Lenhardt

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