Playstation 3

Sonys EyePet im Test

Freitag den 06.11.2009 um 16:33 Uhr

von Markus Pilzweger

Lust auf ein Haustier, das keinen Dreck mach, pflegeleicht und süß anzusehen? Dann könnte EyePet von Sony genau das richtige sein. Mittels Augmented Reality zaubert die Software ein knuffiges Plüschvieh in Ihren Fernseher, den Sie mit Ihren Bewegungen steuern können. Das Ganze ist aus technischer Sicht höchst interessant, spielerisch hingegen mit ein paar Schwächen versehen.
Sony EyePet
Vergrößern Sony EyePet
© 2014

Lange Zeit war Software für die Playstation-Kamera Mangelware. Außer dem Strategietitel "The Eye of Judgement", ein paar Titeln aus dem Playstation Store und Zusatzfunktionen in einigen Games gibt es kaum Futter für das digitale Auge. Das ändert sich nun mit EyePet, einem virtuellen Haustier, für das die Eyecam Voraussetzung ist. Bei EyePet handelt es sich im Grunde um eine Haustiersimulation, bei der Sie aber aktiv - in Form von Gestensteuerung - beteiligt sind. Ihre Aufgabe ist es, aus dem kleinen Plüschknäuel ein glückliches und zufriedenes "Mitglied" Ihrer Familie zu machen.

Zunächst müssen Sie allerdings für die nötigen Voraussetzungen sorgen: Sprich die Kamera muss richtig positioniert und das Zimmer darf nicht zu hell aber auch nicht zu dunkel ausgeleuchtet sein, um die Kameraerkennung nicht negativ zu beeinträchtigen. Danach wird es Zeit, den ersten Eypet auszubrüten - denn obwohl das kleine Tierchen später mit einer Flasche gefüttert werden muss, schlüpft es aus einem Ei...

Kuckuck, da bin ich..
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Der Brütvorgang ist zugleich Tutorial des Spiels: So müssen Sie beispielsweise das Ei hin und herschaukeln, was Sie durchführen, indem Sie die Hände um das Ei legen und sanft hin und her bewegen. Dem Spiel liegt zudem eine Zauberkarte bei, mit der sich Gegenstände oder - im späteren Verlauf - Menüpunkte steuern lassen. Die Zauberkarte verwandelt sich dabei sobald sie ins Blickfeld der Kamera gehalten wird je nach Situation in einen Fön, eine Wärmegerät, Duschgel und und und. Die Gegenstände verhalten sich dabei physikalisch korrekt, je nachdem, wie und wo Sie die Karte halten.

Ein Schuh, ein Schuh...
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Ist ihr neuer Mitbewohner ausgebrütet und mit den grundlegenden Dingen wie Futter, Zuneigung und Pflege versorgt, geben Sie ihm einen Namen und können die ersten Aufgaben des Spiels erledigen. Pro Spieltag gibt es maximal vier Aufgaben, die durchgeführt werden können, sechzig Aufgaben verteilen sich so auf 15 virtuelle Spieltage. Das Spektrum der "Quests" ist dabei recht breit gefächert. So werden Sie in den ersten Tagen immer weiter mit der Steuerung vertraut gemacht und bringen dem kleinen Tierchen nach und nach immer neue Dinge bei. Das Eyepet reagiert dabei auf alle Bewegungen vor der Kamera. Wischen Sie beispielsweise mit der Hand über den kompletten Spielbereich, schubsen Sie den kleinen Kerl rüde beiseite, was dieser mit einem traurigen Gesichtsausdruck quittiert. Zum Spielen animieren Sie den EyePet, indem Sie die Hand schnell auf dem Boden hin und her bewegen oder in der Luft kreiseln lassen (was ihn im Kreis laufen lässt).

Ausflug im selbst gezeichneten Flieger
Vergrößern Ausflug im selbst gezeichneten Flieger
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Im weiteren Spielverlauf bringen Sie dem EyePet auch das Zeichnen bei, indem Sie bestimmte Formen auf einem herkömmlichen Papier nachzeichnen. Später können Sie Fahr- oder Flugzeuge nach eigenem Gusto vorzeichnen und das EyePet zeichnet diese (fast) 1:1 nach und düst dann mit den Machwerken durch die Gegend. Oder Sie bringen dem kleinen Tierchen das Singen bei. Je mehr Aufgaben erledigt sind, desto mehr Belohnungen erhalten Sie in Form neuer Bekleidung, Spielzeug und ähnlichem.

Wie es sich für eine Haustiersimulation gehört, spielt auch die Pflege des EyePet eine große Rolle. Es muss also regelmäßig gewaschen und gefüttert werden, was in Form kleiner Minigames erledigt wird. Auch sein Allgemeinzustand sollte von Zeit zu Zeit überprüft werden. Damit kann festgestellt werden, ob das EyePet mehr Bewegung, Futter oder kreative Betätigung benötigt.

Die einzelnen Aufgaben sind immer leicht zu lösen und sollten Kinder ab zehn Jahre vor keine allzu große Herausforderung stellen. Kleinere Kinder könnten mit der genauen Steuerung aber Probleme haben. Wer mag, kann sich auch einfach so mit dem EyePet beschäftigen, es streicheln oder auf dem Bildschirm hin und her scheuchen. Wird es nicht beachtet, macht sich der kleine Kerl schnell akustisch bemerkbar, er kann im schlimmsten Fall auch einige Zeit eingeschnappt sein.

Viel Spaß macht zudem gerade den kleinen Mitspielern der Stylingbereich. Hier können Sie das EyePet nach eigenen Wünschen gestalten, die Fellfarbe, -länge und -art bestimmen und Kleidungsstücke auswählen.

Fazit:
EyePet ist ein wirklich süßes Spiel, das Hardcore-Zocker aber nur kurz interessieren dürfte. Kinder haben hingegen dank des eingängigen Spielprinzips länger Freude an dem neuen Mitbewohner. Aufpassen sollten Sie allerdings, dass Sie beim ersten Spiel unbedingt auch alle Aufgaben des ersten Tages erledigen. Im Test haben wir diese beim ersten Mal nicht getan, was zur Folge hatte, dass eine wichtige Funktion nicht freigeschaltet war - das Füttern. So fand man sich beim nächsten Start in einer Endlosschleife wieder, bei der Aufgaben nicht erfüllt werden konnten, da das EyePet dauernd seinen Fressnapf hervor kramte, wir den armen Kerl aber nicht füttern konnten - und ein neues Eyepet erstellt werden musste. Ebenfalls recht nervig sind zudem die immer wieder kehrenden Minigames wie Waschen und Füttern. Natürlich gehört dies zu einer Haustiersimulation dazu, wenn den Kleinen aber nur eine maximal Spieldauer von dreißig Minuten zugestanden wird, vergehen bei der Pflege schon mal schnell zehn Minuten.

Grafisch ist EyePet sehr gut gelungen, der kleine Monchichi-Klon bewegt sich sehr realitätsnah und reagiert einigermaßen zuverlässig auf Bewegungen. Auf optimale Lichtverhältnisse ist also unbedingt zu achten. Hat man alle Aufgaben erledigt, ist der Spielspaß allerdings auch schon durch, zwar können alle Quests jederzeit neu durchgespielt werden, insgesamt ist der Wiederspielwert aber eher mäßig.

Wenn Sie schon eine Eyecam besitzen, erhalten Sie EyePet schon für faire 30 Euro. Mit Kamera sind es rund 50 Euro.

Freitag den 06.11.2009 um 16:33 Uhr

von Markus Pilzweger

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