136796

NBA 08 im Test

01.02.2008 | 12:46 Uhr |

Schnell, ästhetisch, spektakulär - Basketball. Auch auf den diversen Spielekonsolen treten Novitzki, Fisher und Co. in regelmäßigen Abständen in Aktion. Nun gesellt sich auch der Sony-Titel NBA 08 hinzu. Wir haben getestet, ob die Entwickler einen echten Dunk abgeliefert haben.

Neben Football und Baseball ist Basketball die dritte Säule des amerikanischen Sports. Jedes Kind kennt die Lakers, die Mavericks, die Spurs oder die Pistons und bei den NBA-Meisterschaften fiebert ein Millionenpublikum mit. Auch auf PC und Spielekonsolen dürfen seit Jahren Basketball-Fans in die Rolle ihrer Lieblingsspieler schlüpfen und ihr Team zum Sieg führen. Der neueste Ableger aus dem Hause Sony ist NBA 08, wir haben den Titel für Playstation 3 unter die Lupe genommen.

Zunächst einmal zu den Neuerungen: In NBA 08 haben Sie nun die Möglichkeit, Ihren Spieler über Erfahrungspunkte weiter zu entwickeln. Diese Punkte erhalten Sie, indem Sie bestimmte Ziele im Spiel erfüllen. Dies können beispielsweise bestimmte Ergebnisse in einem Match oder Minispielen sein. Diese Erfahrungspunkte können Sie dann wahlweise für bessere Fähigkeiten oder neue Ausrüstungsgegenstände einsetzen. Zu den weiteren Neuerungen gehört die so genannte "physikalische Gameplay-Mechanik". Diese berücksichtigt bei Zusammenstößen von Spielern deren Schwungkraft, letztlich bleibt also der Spieler stehen, der mehr Power hat.

Bei den Spielen haben Sie die Wahl zwischen Saison, schnellem Spiel, Minispielen, Online und NBA Replay. Letzterer ist vor allem fortgeschrittenen Spielern zu empfehlen. Bei NBA Replay können Sie bestimmte Szenarien realer Spiele der vergangenen Saison nachspielen.

Die Grafik läuft konstant mit 60 Bildern pro Sekunde (1080p), ist also sehr flüssig und scharf. Allerdings gibt es in Sachen Darstellung auch Negativpunkte. Während etwa die Spielfelder, Spiegelungen oder die Spieler selbst teils sehr gut aussehen, runzelt man bei den Animationen teilweise die Stirn. Da bewegen sich Spieler in der Abwehr teils wie auf Schlittschuhen, dann wieder recht abgehackt. Auf der anderen Seite wiederum sind Animationen der Ballakteure extrem nahe an der Realität.

Beim Sound hingegen kommt schnell Stadionatmosphäre auf, dazu trägt - neben den Anfeuerungsrufen der Zuschauer - in erster Linie der Kommentar bei, der sehr professionell wirkt, sich nach einiger Zeit allerdings ein wenig wiederholt. Auch die Zuschauer gehen mit und machen sich bei Turnovers oder Strafwürfen lautstark bemerkbar.

Doch Grafik und Sound können noch so gut sein, wenn das Gameplay nicht funktioniert, hilft das einem Titel auch nicht weiter. Und gerade beim Gameplay gibt es ein paar Punkte, die den auf den ersten Blick recht positiven Eindruck ein wenig trüben. So ist es um die KI der Mitspieler in der Regel nicht sonderlich gut bestellt. Teilweise bieten diese sich bei Pässen an, stehen aber mit einem Bein im Aus und in anderen Fällen laufen sie sich nicht frei. Auch in Sachen Fouls sind die Schiris bei NBA 08 recht zickig, bei jeder Kleinigkeit wird gepfiffen, vorzugsweise gegen den Spieler. Auch ergeben sich im Spielverlauf oft recht unrealistische Situationen. So kommenTurnover, also ein Ballverlust mit Gegenangriff, in realen Spielen zwar auch vor, sind aber relativ selten. Dass es innerhalb einer Minute dreimal zu einem Turnover kommt, wie bei NBA 08, ist daher recht unrealistisch.

Gut gefallen hat uns das Wurfsystem. Dabei wird über dem Spieler beim Drücken der Wurftaste eine Grafik eingeblendet, die sich - je nachdem, wie lang die Wurftaste gedrückt gehalten wird - von Rot über Gelb nach Grün verfärbt. Ist der Bereich Grün, landet der Ball mit Sicherheit im Korb. Je nach Spieler und dessen Fähigkeiten unterscheiden sich diese Grünbereiche, sind also mal größer und mal kleiner.

Eine weitere Neuerung von NBA 08 ist die Möglichkeit, über die L2-Taste ein spezielles Team-Mitglied auszuwählen, das in der Folge im Zentrum initiierter Aktionen wie Alley-oops stehen. In der Regel wird es in einem Team aber einen bestimmten Spieler geben, über den solche Aktionen immer laufen, so dass diese Funktion kaum praktischen Nutzen hat, beziehungsweise nur ein- oder zweimal zum Einsatz kommt.

Auch die Sixaxis-Technik des Controllers kommt bei NBA 08 zum Einsatz. In der Defense hebt beispielsweise der gewählte Spieler die Hände, sobald der Controller nach oben bewegt wird und analog senkt er die Hände, wenn der Controller nach unten geneigt wird. Im Angriff wird der Ball zwischen den Beinen gedribbelt, wenn der Controller seitlich hin und her bewegt wird. Wer sein Steuergerät lieber ruhig hält, kann die Aktionen aber auch über den rechten Analogstick ausführen.

Zwar bietet NBA 08 einen Transfermarkt, ein echter Franchisemodus fehlt aber. Spieler mit Management-Ambitionen werden hier somit nicht fündig. NBA 08 kommt Mitte Februar in den Handel und kostet rund 70 Euro

Fazit:
NBA 08 ist ein kurzweiliges, optisch in weiten Teilen sehr gut gelungenes Basketball-Spiel für zwischendurch. Mängel in der Steuerung und der KI verwehren eine Top-Platzierung, da wäre noch ein wenig mehr drin gewesen. Spaßig sind die NBA Replays und für die Mini-Spiele wünsche ich mir im kommenden Jahr ein wenig mehr Auswahl beziehungsweise auch mal neue Mini-Spiele. Vom Anspruch bewegt sich NBA 08 zwischen einer Simulation und einem Arcade-Sporttitel, es bietet ein wenig von beidem, tendiert aber in keine Richtung. NBA 08 eignet sich durchaus für Einsteiger, Fortgeschrittenen wird wahrscheinlich der fehlende Simulationsanspruch längeren Spielspaß verwehren.

Spielspaß: 75 Prozent

0 Kommentare zu diesem Artikel
136796