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Paint.NET 3.0

14.02.2007 | 08:30 Uhr |

Die Bildbearbeitung Paint.NET 3.0 ist kostenlos und bietet eine Fülle von Effekten und Korrekturmöglichkeiten. Von einigen Schwächen abgesehen, überzeugt das Programm vor allem durch einfache Handhabung.

Paint.NET verspricht auf den ersten Blick eine Bildbearbeitung mit Ebenen- und Gradationskurvenwerkzeug sowie einer Fülle von Effekten und Korrekturmöglichkeiten. Schon bei der Installation konnten wir uns für Menüs und Dialoge in deutscher Sprache entscheiden, die Übersetzung zeigte sich überraschend klar und korrekt.

Der Versuch, eine Bilddatei zu öffnen, brachte Ernüchterung: Die Auswahl an unterstützten Dateitypen ist gering. Dass Paint.NET herstellerspezifische RAW-Daten nicht lesen kann, war zu erwarten. Aber auch die PSD-Dateien von Photoshop konnten wir nicht ohne weiteres laden. Dazu waren Plug-ins nötig, die von Paint.NET-Anwendern beigesteuert werden. Im englischsprachigen Paint.NET-Forum finden sich Dutzende von Plug-ins. Leider entspricht die Plug-in-Schnittstelle nicht dem Photoshop-Standard: Die verbreiteten 8BF-Plugins bleiben bei Paint.NET wirkungslos. Dafür stehen im Forum eine Menge Tutorials, mit deren Hilfe sich fast jeder denkbare Effekt erzielen lässt. Der Umgang mit mehreren geöffneten Bildern ähnelt der Arbeit mit mehreren Tabs im Browser.

Als sehr nützlich erwiesen sich die Korrektur-Optionen, wenngleich die Tonwertkorrektur mit Hilfe vertikaler Histogramme zunächst gewöhnungsbedürftig war. Die automatische Korrektur brachte bei einigen Fotos erstaunlich gute Ergebnisse, bei anderen erstaunlich dürftige. Wiederholtes Anwenden der Autokorrektur führte häufig zum Verblassen des Bildes. Sehr einfach ist der Umgang mit dem Ebenen-Werkzeug. Im Werkzeug selbst ist nur die Anordnung der Ebenen zu sehen. Die Eigenschaften Sichtbarkeit, Opazität und Blending-Modus werden über einen separaten Dialog gesteuert, der sich aus dem Werkzeug heraus aufrufen lässt. Der Photoshop-Kenner wird einige Modi vermissen. Zudem fehlen Ebenen-Masken und Ebenen-Stile. Sehr nützlich dagegen ist der Rotations-Zoom, mit dessen Hilfe sich beispielsweise ein schiefer Horizont auf hundertstel Grad genau ausrichten lässt.

Fazit: Dank einer einfachen Ebenen-Verwaltung und einiger ausgefeilter Bearbeitungsmöglichkeiten bietet Paint.NET einen leichten Einstieg in die fortgeschrittene Bildbearbeitung.

Alternative: Die Freeware Gimp ( www.gimp.org ) ist Paint.NET in einigen Punkten überlegen, aber in der Bedienung gewöhnungsbedürftig.

BEWERTUNG

Bildbearbeitung (40%): Note 2,0
Bedienung (30%): Note 2,5
Bildverwaltung (15%): Note 4,0
Online-Auftritt (10%): Note 3,0
Systemanforderungen (5%): Note 3,0

GESAMTNOTE: 2,6

Anbieter:

Paint.NET

Weblink:

www.getpaint.net

Preis:

Freeware

Betriebssysteme:

Windows XP, Vista

Plattenplatz:

ca. 17 MB

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