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PROZESSOREN: WIE WIR TESTEN

01.03.2005 | 16:32 Uhr |

Letzte Aktualisierung vom 9. Februar 2006 im Abschnitt "Testplattformen Intel".

Wir testen die Prozessoren auf folgenden Testplattformen:

AMD

Hauptplatine:
- Athlon 64 (single core): MSI K8N Diamond mit Nvidia-Chipsatz Nforce 4 SLI
- Athlon 64 (dual core): Asus A8N-SLI Deluxe mit Nvidia-Chipsatz Nforce 4 SLI
- Sempron (Palermo-Kern): MSI K8N Neo3-F mit Nvidia-Chipsatz Nforce 4
Speicher: 2 x 512 MB PC-400-DDR-SDRAM CL 2 (Corsair TWINX1024-3200LL) im Zweikanal-Modus (beim Sempron technisch bedingt nicht möglich)
Grafikkarte: MSI Geforce 6800 GT mit 256 MB Grafikspeicher, Forceware-Treiber 66.77
Festplatte: Serial-ATA Maxtor Maxline III mit 250 GB
Betriebssystem: Windows XP Professional SP2, Single-Kernel (Ausnahme: Dual-Core-CPUs mit Multiprozessor-Kernel)

Intel

Hauptplatine:
- Celeron D: Intel D945GNT mit Intel-Chipsatz 945G
- Core Duo: A.Open i975Xa-YDG mit Intel-Chipsatz 975X
- Pentium 4 (single core): Intel D925XECV2 mit Intel-Chipsatz 925XE
- Pentium 4 (dual core und Pentium 4 670): Intel D955XBK mit Intel-Chipsatz 955X
- Pentium D und Pentium Extreme Edition 9xx: Intel D975XBX mit Intel-Chipsatz 975X
- Pentium M: A-Open i915GMm-HFS mit Intel-Chipsatz 915GM
Arbeitsspeicher:
- single core: 2 x 512 MB PC-533-DDR2-SDRAM CL 4 (Corsair CM2X512-4300) im Zweikanal-Modus
- dual core: 2 x 512 MB PC-667-DDR2-SDRAM CL 4 im Zweikanal-Modus
Grafikkarte: MSI Geforce 6800 GT mit 256 MB Grafikspeicher, Forceware-Treiber 66.77
Festplatte: Serial-ATA Maxtor Maxline III mit 250 GB
Betriebssystem: Windows XP Professional SP2, Multiprozessor-Kernel mit aktiviertem Hyperthreading - sofern von der CPU unterstützt

Bewertung

Die PC-WELT bewertet Prozessoren in fünf Kategorien, wobei diese gewichtet in die Preis-Leistungs-Note eingehen (vergleiche Tabelle 1): Rechenleistung (40 Prozent), Ergonomie (20 Prozent), Ausstattung (15 Prozent), Service (5 Prozent) und Preis (20 Prozent). Bei der Qualitätsnote berücksichtigen wir nicht den Preis des Prozessors, daher ändert sich die Gewichtung wie folgt: Rechenleistung (50 Prozent), Ergonomie (25 Prozent), Ausstattung (15 Prozent) und Service (10 Prozent).
Wichtiger Hinweis: Die Testkriterien für alle CPU-Tests, die wir vor dem 1. März 2005 publiziert haben, finden Sie :hier .

Rechenleistung

Die Rechenleistung ermitteln wir - nach dem Einsatzgebiet aufgeschlüsselt - mit folgenden Benchmarks:

Office:
- Sysmark 2004

Multimedia:
- Cinebench 2003
- Nero Recode 2.2.6.9

Verschlüsselung:
- Science Mark 2.0

3D-Spiele:
- Doom 3 Version 1.0.1262
- Far Cry Version 1.3
- Unreal Tournament 2004

Over-All:
- Spec CPU2000

Um so praxisnah wie möglich zu testen, basieren unsere Tests auf weit verbreiteten Applikationen:

Office
Wie schnell ein Prozessor bei typischen Büroanwendungen wie Acrobat Reader, Excel, Outlook, Photoshop, Powerpoint und Word ist, messen wir in jeweils drei Durchläufe mit dem populären Sysmark 2004 von Bapco , der aktuelle Versionen der genannten Büroanwendungen einsetzt. Wir werten die Ergebnisse der zwei Teilbereiche ”Office Productivity”, also klassische Büroanwendungen wie Textverarbeitung und Tabellenkalkullation sowie den Block ”Internet Content Creation”, in den etwa die Bildbearbeitung fällt. Beide Teilbereiche gehen jeweils zu 50 Prozent in die Office-Gesamtnote ein. Die Messungen erfolgen bei einer Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten und 32 Bit Farbtiefe.

Multimedia
Wie schnell die CPU Lichtquellen und deren Schattenwurf berechnet, überprüft der Rendering-Test von Cinebench 2003 von Maxon , der mehrere Prozessoren(kerne) ansprechen kann (Multi-Threading). Hier ist besonders Fließkomma-Leistung gefragt. Im zweiten Cinebench-Test Open GL HW sind zwei Animationen zu berechnen, die aus 1046 Objekten mit 37.000 Polygonen beziehungsweise zwei Objekten mit insgesamt 70.000 Polygonen bestehen. Beim dritten Test Open GL SW erfolgt zusätzlich die Lichtberechnung für die beiden Animationen.
Wie schnell der Prozessor DVD-Filme eindampft, prüfen wir mit Nero Recode 2.2.6.9 von Ahead . Wir messen, wie lange die Recodierungs-Software benötigt, um den auf der Festplatte vorliegenden, 4 GB großen DVD-Film Nikita auf 3 GB einzudampfen. Dabei verwenden wir das „Nero recode 2 Default Profile“ und stellen die Priotität auf „Hoch“, damit der Prozessor unter Volllast schuften muss.

Verschlüsselung
Mit dem symmetrischen Kryptographie-Verfahren AES (Advanced Encryption Standard) des Benchmarks Science Mark 2.0 prüfen wir, wie schnell der Prozessor Daten verschlüsselt. Bei dem AES-Test kommen variable Schlüssellängen zwischen 128 bis 256 Bit zum Einsatz.

3D-Spiele
Was der Prozessor bei Spielen mit vielen Computer-generierten Gegnern drauf hat, checken wir mit Unreal Tournament 2004 von Epic bei einer Auflösung von 1024 x 768 sowie 1280 x 1024 Bildpunkten mit jeweils 32 Bit Farbtiefe. Wir testen mit sechs Maps (AS-FallenCitz, BR-Slaughterhouse, CTF-MoonDragon, DM-Inferno, DOM-Ruination und ONS-Dawn), die wir jeweils mit 12 Bots bevölkern und schrauben den Detailgrad auf "High Image Quality". Aus den sechs Einzelmessungen bilden wir für jede Auflösung den Mittelwert.
Der zweite Spiele-Benchmark Timedemo Demo 1 stammt aus dem Ego-Shooter Doom 3 von Id Software . Wir testen bei einer Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten sowie 1280 x 1024 Bildpunkten mit jeweils 32 Bit Farbtiefe. Nach drei Messungen bilden wir den Mittelwert. Der Benchmark steht stellvertretend für alle Spiele unter Open GL.
Im dritten Spiel Far Cry von Crytek verwenden wir den Volcano-Benchmark. Der Test läuft mit den Qualitäteinstellungen "Ultra Details", einfacher anisotrophischer Filterung und deaktiviertem Anti-Aliasing bei einer Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten sowie 1280 x 1024 Bildpunkten mit jeweils 32 Bit Farbtiefe. Nach drei Messungen bilden wir den Mittelwert.
Hinweis: Bei den Spielen gehen die beiden Auflösungen gleichwertig zu jeweils 50 Prozent in die Gesamtwertung des jeweiligen Titels ein.

Over-All
Das innternational renomierte Benchmark-Paket Spec CPU2000 1.2 besteht aus insgesamt 26 praxisnahen Programmen, die den Einsatz von Software am Arbeitsplatz und Zuhause recht gut widerspiegeln. Detaillierte Infos zu den Einzeltests finden Sie hier . Wir ermitteln den Base-Wert, der mit identischen Compiler-Einstellungen zustande kommen muss. Damit sich sowohl die Intel- als auch die AMD-CPUs optimal in Szene setzen können, haben wir die 12 Integer-Tests mit Intel C++ 8.1 (Abweichung: AMD Opteron mit Version 8.0) und MS Visual Studio.Net 2002 kompiliert. Dabei kommt bei AMD-CPUs die Compiler-Optionen "-QxW" und bei Intel-CPUs die Compiler-Optionen "-QxW" zum Einsatz. Bei den 14 Fließkomma-Tests setzen wir zusätzlich Intel Fortran 8.1 ein. Die Gewichtung der Benchmarks ist in Tabelle 2 aufgeschlüsselt.

Ergonomie

Die Kategorie Ergonomie umfasst die Leistungsaufnahme sowie die Energie- und Recheneffizienz eines Prozessors. Bei Mehrkern-Prozessoren berücksichtigen wir bei der Berechnung der Recheneffizienz die Summe der Arbeitsfrequenzen aller physikalischen Kerne (Nettotakt). Extrapunkte gibt’s für eine dynamische Takt- und Spannungsregelung sowie einen mechanischen Schutz des Prozessorkerns, den so genannten Heat-Spreader , der die Verlustwärme des CPU-Kerns an den Kühlkörper überträgt. Die Leistungsaufnahme trägt mit 40 Prozent zur Ergonomie-Note bei. Die Energie- und Recheneffizienz geht mit jeweils 15 Prozent ins Gesamtergebnis ein. 20 Prozent ist uns eine dynamische Takt- und Spannungsregelung wert und der Head Spreader findet mit 10 Prozent Eingang in die Ergonomie-Note.
Der ergonomischste Prozessor erhält 100 Punkte, die Punktzahlen der anderen Geräte werden entsprechend skaliert.

Ausstattung

Zu den wichtigsten Wertungskriterien gehört die Kapazität der CPU-internen Caches (siehe Tabelle 2). Hinzu kommen die Befehlssatzerweiterungen , die der Prozessor unterstützt. Befehlssatzerweiterungen, die zahlreiche Anwendungen unterstützen, aber nur wenig zur Leistungssteigerung eines Prozessors beitragen, erhalten 5, hohe Effizienz belohnen wir mit 20 Punkten. Befehlssatzerweiterungen mit geringer Verbreitung aber Leistungspotential wie SSE3 sind uns 10 Punkte wert.
Prozessoren mit mehreren Kernen erhalten für die zusätzlich zur Verfügung stehenden Cache-Stufen einen Bonus - gestaffelt nach der Kapazität - von maximal 20 Punkten. Zudem belohnen wir die innovative Mehrkern-Technik als solche zusätzlich mit 40 Punkten.
Update vom 31. Januar 2006: Intels innovative Virtualisierungs-Technik Vanderpool belohnen wir mit 20 zusätzlichen Punkten.
Wir zählen die Einzelwertungen zusammen, die in der Summe über 100 liegen können. Aus all diesen Testergebnissen setzt sich die Note ”Ausstattung” zusammen. Alle Testkandidaten messen wir an der aktuell besten CPU und skaliert entsprechend.
Hinweis: Die Taktraten der CPU und des Front-Side-Buses gehen nicht in die Bewertung ein. Sie haben Einfluss auf die Rechenleistung, werden also bereits bei den Benchmarks mit beurteilt.

Service

Hier bewerten wir vor allem die Garantiezeit (60 Punkte). Den zweiten Schwerpunkt bilden die Service-Leistungen der Hersteller (40 Punkte). In dieses Kriterium gehen mit maximal 24 Punkten die Ergebnisse unserer Brand-Awareness-Studie ein. Bei dieser Studie befragt die PC-WELT Endanwender, wie zufrieden sie mit den Service-Leistungen ihres Herstellers waren. Maximal 8 Punkte kann sich ein Hersteller mit einem guten Internet-Auftritt verdienen – dazu gehört beispielsweise eine gut strukturierte Seite, auf der sich auch aktuelle Firmware - oder Treiber-Updates für die eigenen Geräte finden. Ein strukturierter FAQ-Bereich ist uns ebenfalls wichtig. Natürlich ist auch eine deutschsprachige Website positiv. Letztlich bewerten wir die Hotline des Herstellers mit bis zu 8 Punkten. Wichtig ist hierbei beispielsweise, ob sich die Hotline-Nummer problemlos auf der Website finden lässt, wie lange die täglichen Sprechzeiten sind, an wie vielen Tagen die Hotline offen ist und was sie den Anrufer kostet .
Der beste Prozessor in dieser Kategorie erhält 100 Punkte, die übrigen werden entsprechend skaliert.

Preis-Leistungs-Note

Die aktuellen Preise recherchieren wir Monat für Monat anonym , weil wir uns nicht auf die wenig aussagefähigen Listenpreise der Hersteller stützen wollen. Dazu rufen wir bundesweit Versandhändler und Fachgeschäfte an und errechnen aus den Angaben den Mittelwert . Zusätzlich durchforsten wir die Angebote der Internet-Händler. Aus den recherchierten Angaben bilden wir den Durchschnittspreis . Anhand dieses Preises vergeben wir Punkte. Die günstigste CPU bekommt 100 Punkte. Alle übrigen bekommen entsprechend skaliert weniger Punkte. Nachdem wir aus den Punkten die Preisnote für ein Gerät gebildet haben, berechnen wir die Preis-Leistungs-Note. In diese Note gehen die Rechenleistung zu 40 Prozent, die Ergonomie zu 20 Prozent, die Ausstattung zu 15 Prozent, der Service zu 5 Prozent und der Preis zu 20 Prozent ein. In der Top-Tabelle führen wir die Prozessoren mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Zusätzlich präsentieren wir Ihnen die drei Geräte mit der besten Qualitätsnote. Hier findet der Preis keinen Eingang in die Gesamtbewertung .

Alle Ergebnisse werden in eine umfangreiche Tabelle eingetragen. Der zuständige Redakteur wertet diese aus und berechnet in einer weiteren Tabelle das Endergebnis und damit den Testsieger. Die Tabellen und Testberichte erscheinen tagesaktuell auf unserer Website www.pcwelt.de mit dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Straßenpreis. Für das Heft aktualisieren wir einmal im Monat kurz vor Druckbeginn alle Preise der Top-200-Geräte. Zudem arbeiten wir kontinuierlich eventuelle technische Änderungen ein. Damit wir frühere Testgeräte mit den neuen vergleichen können, normieren wir auf das jeweils beste Ergebnis (maximale Punktzahl). Die anderen Geräte werden am Spitzenreiter gemessen und entsprechend skaliert. So entsteht die Top-5-Liste.

Bewertungsschema der CPU-Top-10 im Überblick

Tabelle 1: Prozentualer Anteil der einzelnen Kriterien am Gesamtergebnis

Bewertungspunkt

Einfluss auf das Gesamtergebnis bei CPUs

Rechenleistung

40 Prozent

Ergonomie

20 Prozent

Ausstattung

15 Prozent

Service

5 Prozent

Preis

20 Prozent

Gesamt

100 Prozent

Tabelle 2: Punktevergabe innerhalb der einzelnen Kriterien

Bewertungspunkt

Maximale Punktzahl

Rechenleistung:

100

Office

20

- Sysmark 2004 Office Productivity

50

- Sysmark 2004 Internet Content Creation

50

Multimedia

30

- Cinebench 2003 Rendering

30

- Cinebench 2003 Open-GL HW

10

- Cinebench 2003 Open-GL SW

20

- Nero Recode

40

Verschlüsselung

10

- Science Mark 2 AES Encryption

100

3D-Spiele

25

- Unreal Tournament 2004

30

- Doom 3

30

- Far Cry

30

Over-All

15

- SPEC CPU2000 integer

50

- SPEC CPU2000 FPU

50

Ergonomie

100

Maximal zu vergebende Punkte

100

- Heat Spreader

10

- Dynamische Takt- und Spannungsregelung

20

- Leistungsaufnahme (TDP)

40

- Recheneffizienz (Rechenleistungsnote/Takt)

15

- Energieeffizienz (Rechenleistungsnote/TDP)

15

Ausstattung

100

Zwischenspeicher

40

- L1-Cache*)

3 Punkte für 8 KB

5 Punkte für 16 KB

8 Punkte für 64 KB

10 Punkte für 128 KB

- L2-Cache*)

3 Punkte für 128 KB

5 Punkte für 256 KB

10 Punkte für 512 KB

15 Punkte für 1024 KB

20 Punkte für 2048 KB

- L3-Cache*)

10 Punkte für 2 MB

Befehlssatzerweiterungen

60

- 3DNow*)

5

- MMX*)

5

- SSE*)

20

- SSE2*)

20

- SSE3*)

10

weitere Funktionen

40

- 64-Bit-Kompatibilität*)

20

- Hyperthreading*)

20

- Virtualisierung*)

20

Service:

100

Garantiezeit

60

Service-Leistungen

40

- Brand Awareness

24

- Internet-Auftritt

8

- technische Hotline

8

*) Wir vergeben Wertungspunkte. Diese sind vorläufig und können in der Summe über 100 liegen. Der Prozessor mit der höchsten Wertungspunktzahl wird auf 100 Ausstattungspunkte normiert, die anderen Geräte werden entsprechend skaliert.

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