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HP Compaq CQ2000DE

29.05.2009 | 09:09 Uhr |

HP stellt mit dem Compaq CQ2000DE seinen ersten Nettop vor. Ob der PC mit Intels Atom-CPU wettbewerbsfähig ist, klärt unser Test.

Aufgrund Intels Atom 230 verbraucht der HP Compaq CQ2000DE wenig Strom.
Vergrößern Aufgrund Intels Atom 230 verbraucht der HP Compaq CQ2000DE wenig Strom.
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Der HP Compaq CQ2000DE setzt auf den Intel-Prozessor Atom 230. Das klassifiziert den HP-PC als Nettop. Diese noch relativ junge PC-Klasse hat durch ihre Stromspareigenschaften und die geringe Wärmeentwicklung vor einem halben Jahr damit begonnen, den Desktop-Markt umzukrempeln. Auch bei den Nettops ist die Technik nicht stehen geblieben: Mittlerweile hat Intel die Atom-Familie mit einem CPU-Kern um die Varianten N270 und N280 bereichert und mit dem Atom 330 eine kostengünstige und energiesparende CPU mit 2 Kernen auf den Markt gebracht. Umso erstaunter waren wir darüber, dass Hewlett-Packard mit seinem ersten Nettop von keiner dieser Neuerungen Gebrauch macht.

Anschlüsse auf der Rückseite des HP Compaq CQ2000DE
Vergrößern Anschlüsse auf der Rückseite des HP Compaq CQ2000DE
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Ausstattung: HP orientiert sich bei seinem Mini-PC am Nettop-Standard, den Asus mit der Eee Box B202 bereits in der zweiten Jahreshälfte 2008 vorgelegt hat. Intels Prozessor Atom 230 mit 1,6 GHz arbeitet zusammen mit dem Grafikprozessor i945G, der in den Express-Chipsatz integriert ist. Die Kapazität von 1 GB DDR2-Arbeitsspeicher entspricht genauso dem Nettop-Einerlei wie die 160 GB fassende Festplatte. Ab Werk ist die Festplatte aus dem Hause Seagate partitioniert: Etwa 10 GB sind für das Recovery-System reserviert, der Rest steht für Betriebssystem, Programme und Daten zur Verfügung.

Systeminformationen des HP Compaq CQ2000DE unter Windows
Vergrößern Systeminformationen des HP Compaq CQ2000DE unter Windows
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HP integriert in den Compaq CQ2000DE einen DVD-Brenner, der alle gängigen DVD-Formate inklusive DVD-RAM liest und beschreibt. Die Schnittstellenausstattung ist spartanisch: Lediglich 4 USB-Anschlüsse, von denen jeweils zwei auf Vorder- und Rückseite liegen, sind dürftig. Zwei PS/2-Buchsen für Tastatur und Maus sowie ein VGA-Port für Displays ergänzen die Anschlussmöglichkeiten.

Der LAN-Chip von Realtek auf der Hauptplatine unterstützt nur Fast-Ethernet, aber kein Gigabit-LAN. Der Onboard-Soundchip gibt Klänge lediglich über 2 Stereo-Klinkenausgänge wieder, einer davon befindet sich auf der Vorderseite zusammen mit dem Mikrofoneingang.

Da bei dieser Hardware-Konfiguration Windows Vista nicht in Frage kommt, installiert HP auf dem Nettop Windows XP Home inklusive Service Pack 3. Als Brennprogramm dient Cyberlink Power2Go, ein voll nutzbares Office-Paket - wie beispielsweise MS Works - fehlt.

Das Ergebnis des HP Compaq CQ2000DE unter PC Mark 05: dürftiger Nettop-Standard
Vergrößern Das Ergebnis des HP Compaq CQ2000DE unter PC Mark 05: dürftiger Nettop-Standard
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Tempo: Das Einerlei bei der Hardware-Ausstattung wiederholt sich auch bei den Benchmark-Ergebnissen: Mit 90 Punkten im 3D Mark 06 liegt der HP Compaq CQ2000DE gleichauf mit dem MSI Wind PC Nettop und dem Wortmann Terra PC-Home 3000 i230 XPH . Da die Grafikleistung der integrierten GPU zu gering ist, gibt 3D Mark 06 wie bei den meisten anderen Nettops beim HDR/SM3.0-Benchmark kein Ergebnis aus.

Auch im PC Mark 05 liegt der HP Compaq CQ2000DE mit einem Ergebnis von 1762 Punkten innerhalb der üblichen Nettop-Spanne von 1500 bis 2000 Punkten. Unter Cinebench 10, das wir ab sofort bei allen PCs inklusive Nettops durchführen, erreicht der HP-Nettop folgende Ergebnisse: OpenGL-Benchmark: 275 Punkte, Single CPU Render Test: 548 Punkte und Multiple CPU Render Test: 837 Punkte. Damit positioniert sich der Rechner eindeutig als Büro-PC für Textverarbeitung, E-Mail sowie das Surfen im Internet. Aufwändige Spiele und Videobearbeitung sind tabu.

Die zwei Festplattenpartitionen des HP Compaq CQ2000DE
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Ergonomie: Der HP Compaq CQ2000DE spielt die Stromspareigenschaften der Atom-CPU voll aus: Der Stromverbrauch im Desktop-Modus von nur 29,2 Watt ist der drittbeste jemals von uns ermittelte Verbrauchswert nach der Asus Eee Box B202 mit 15 Watt und dem Shuttle XPC X2700B mit 28,4 Watt. Unter Volllast bleibt der HP-Nettop mit 43,1 Watt ebenso wie andere Nettops unter der Marke von 50 Watt.

Bei der Lautstärkemessung kann der Mini allerdings nicht mit seinen Nettop-Konkurrenten mithalten: Die 27,6 dB(A) im Desktop-Modus liegen bereits in der Region, in der sich Multimedia- und Spiele-PCs wie der Hardware4u Gamers Dream Rev 3.1 Air tummeln. Auch unter Volllast ist der Wert mit 29,6 dB(A) viel zu hoch - dies ist der lauteste jemals von uns gemessene Wert bei einem Nettop.

Fazit: Obwohl der HP Compaq CQ2000DE sehr wenig Strom verbraucht, bewegt er sich in punkto Ausstattung und Rechenleistung auf dem Stand der ersten Nettop-Generation aus dem Jahr 2008. HP hat die Chance versäumt, in den Nettop-Markt gleich mit mehr Arbeitsspeicher-Kapazität, größerer Festplatte und schnellerer CPU einzusteigen, wie beispielsweise mit dem Atom N270 oder dem Atom Dual Core 330. Der günstige Preis von 300 Euro ist angesichts der Ausstattung und Lautstärkeentwicklung für den HP-Mini noch angemessen.

Alternativen: Der MSI Wind PC Nettop kostet bei ähnlicher Ausstattung 30 Euro weniger und unterstützt bereits Gigabit-Ethernet. Der Shuttle XPC X2700B setzt auf den Intel Atom 330 Dual Core, hat 2 GB Arbeitsspeicher und Windows Vista Basic, ist mit etwa 580 Euro für einen Nettop aber sehr teuer.

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