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PC-WELT-Test: Nintendo DS Lite

16.06.2006 | 11:14 Uhr |

Seit März 2005 ist die tragbare Spielekonsole Nintendo DS in Deutschland erhältlich, ab dem 23. Juni erscheint der mobile Daddler in einer überarbeiteten Version, dem Nintendo DS Lite. Wir haben uns das Gerät angesehen und sagen, ob sich ein Wechsel beziehungsweise ein Kauf lohnt.

Im Bereich mobile Spielekonsolen ist Nintendo eine Macht. Die Verkaufszahlen rund um die Gameboy- und zuletzt die Nintendo DS-Reihe sprechen für sich und haben dem Unternehmen eine äußerst stabile Kundenbasis gesichert. Seit März 2005 ist der mit zwei Bildschirmen ausgestattete Nintendo DS auch in Deutschland erhältlich, den Test finden Sie auf dieser Seite . Nun haben die Designer das Gerät überarbeitet, das Ergebnis nennt sich Nintendo DS Lite. Wir haben den Neuzugang getestet.

Vorab: An den grundsätzlichen technischen Funktionen, wie WLAN oder Spracherkennung, hat sich im Vergleich zum Vorgänger ( Test ) nichts geändert. So bietet auch der DS Lite eine integrierte Wireless-Funktion für Online-Duelle und das Touchscreen, über das Spiele wahlweise per Stylus-Stift oder Daumen-Button gesteuert werden können.

Überarbeitet wurde in erster Linie das Design und - als augenscheinlichstes Merkmal - die Qualität der Displays. Im Vergleich zum Vorgänger ist der DS Lite rund ein Drittel kleiner und 60 Gramm leichter als sein Vorgänger. Auch das Design wirkt nun wertiger, abgerundete Ecken und klare Linien verwöhnen das Auge. Dazu zählt auch die in schlichtem Weiß gehaltene Farbgebung, das Ganze wirkt nun eher wie ein zu große geratener iPod als ein klobiges Kiddie-Spielzeug wie es noch beim Vorgänger der Fall war.

Die Größe der Displays ist mit je 3 Zoll gleich geblieben, hinsichtlich der Helligkeit und Farb-Brillanz hat sich aber einiges getan. So kann die Helligkeit beim DS Lite in vier Stufen angepasst werden, in der höchsten Stufe ist Spielen selbst unter ungünstigen Bedingungen noch problemlos möglich. Schlecht integriert wurde allerdings die Funktion zur Anpassung der Helligkeit. Dies kann nämlich nur im Hauptmenü des Geräts geändert werden, während eines Spiels ist dies nicht möglich. Hier wäre eine Schalterlösung am Gerät selber wohl sinnvoller gewesen.

Überarbeitet wurde auch die Anordnung der Buttons (siehe Bild). Der Ein-/Aus-Schalter befindet sich nun an der rechten Geräteseite und die Start- und Select-Buttons sind nach unten gewandert. Das Mikrophon befindet sich nun zwischen den beiden Bildschirmen und der Stylus-Stift wird nun nicht mehr oben sondern seitlich am Gerät eingesteckt. Auch an den Stylus haben die Designer Hand angelegt und ihn um etwa einen Zentimeter verlängert. Auch ist der Stift nun etwas dicker, was gerade bei großen Händen vorteilhaft ist, das dieser nun besser in der Hand liegt.

Der Einschub für Gameboy-Advance-Module ist nun mit einer Schutzklappe versehen, damit ist die Schnittstelle besser vor Staub oder Bröseln geschützt. Eingelegte Gameboy-Advance-Module stehen etwas hervor, dies stört beim Spielen allerdings kaum.

Wo Licht ist, ist allerdings auch Schatten. So sind die Druckpunkte der Buttons und des Steuerkreuzes (letzteres wurde ein wenig verkleinert) im Vergleich zum Vorgänger ein wenig schwammiger geraten. Darüber hinaus werden Spieler mit großen Händen durch die Verkleinerung des Geräts noch mehr Schwierigkeiten haben, den DS Lite über längere Zeit bequem halten zu können. Wo Sonys PSP selbst bei längeren Partien noch gut in der Hand liegt, verkrampfen die Finger beim DS bereits nach relativ kurzer Zeit. Wegen der geringeren Maße des DS Lite gilt dies für den Nachfolger umso mehr, als noch beim Vorgängermodell.

Darüber hinaus wurde auch die Akku-Laufzeit verbessert, Nintendo selbst spricht beim DS Lite von bis zu 19 Stunden Laufzeit, dies dürfte allerdings nur unter den bestmöglichen Bedingungen möglich sein. Bei höchster Helligkeit hält der Akku etwa 6 Stunden, je niedriger die Helligkeit der Displays ist, desto länger hält aber auch der Akku durch.

Fazit:

Der Nintendo DS Lite ist ohne Frage wesentlich schicker als sein Vorgänger. Klare Linien, Formen und Farbgebung werten die Konsole auf und verwandeln das Gerät in ein Designobjekt mit dem sich auch Erwachsene problemlos in der Öffentlichkeit zeigen können. Daneben bietet der DS Lite mit den neuen Displays eine Darstellungsqualität, die weit über der des Vorgängers liegt. Besitzer des Vorgängers, die nicht allzu große Hände haben, sollten einen Umstieg in Erwägung ziehen, alleine die Display-Qualität lohnt den Wechsel. Allerdings müssen sie dann eine etwas schwammige Steuerung in Kauf nehmen.

Neueinsteiger, die sich für den Nintendo DS (Lite) interessieren, haben noch die Qual der Wahl - es ist aber anzunehmen, dass der Vorgänger nach und nach aus den Händlerregalen verschwinden wird. Der Nintendo DS kostet derzeit rund 120 Euro, die Lite-Version wird 150 Euro kosten. Wer auf Design und Display-Qualität wert legt, sollte unbedingt zur neuen Version greifen. Und wer bislang schon nichts mit der Nintendo-Konsole anfangen konnte, erhält auch mit dem DS Lite keinen Grund, sich das Gerät kaufen zu müssen.

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