PC-Gehäuse

Lian Li PC-B12 im Test

Freitag den 19.10.2012 um 16:45 Uhr

von Friedrich Stiemer

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© Lian Li
Wer ein empfindliches Gehör hat, den stört auch ein lauter PC. Lian Li hat deshalb ein Silent-Gehäuse im Angebot, das effektiv Geräusche abschirmen soll. Im Test finden wir heraus, wie effektiv die Abschirmung in der Praxis ist.
Mit dem PC-B12 bietet der taiwanische Hersteller Lian Li ein Silent-Gehäuse im ATX-Format an. Wie der Name schon vermuten lässt, legt der Hersteller bei diesem Modell Wert auf eine möglichst effektive Lärmdämmung. Wir haben das Gehäuse im Test und nehmen es genauer unter die Lupe.

Technische Daten und Ausstattung: Immer mit der Ruhe

Die Füße sind mit Gummi gepolstert.
Vergrößern Die Füße sind mit Gummi gepolstert.
© Lian Li

Das Design des PC-B12 sieht fast schon aus wie aus einem Guss und gefällt mit dem gebürsteten Aluminium. Keine beleuchteten Lüfter, keine ausgefallenen Designs, sondern einfach ein schwarzer Rechenkasten, der sich gut in die restliche Umgebung einfügt. Die Abmessungen entsprechen einem herkömmlichen Midi-Tower. Das Gehäuse steht auf vier Aluminiumfüßen, die zusätzlich mit Gummipuffern versehen sind, um Vibrationen auf ein Minimum zu reduzieren. Dadurch entsteht auch genügen Abstand zwischen dem Boden und der Unterseite.

Das ist insofern wichtig, da sich dort Lüftungsschlitze befinden, die kalte Luft in das Innere des Gehäuses lassen. Für den nötigen Sog sorgen zwei 140-Millimeter-Lüfter an der Vorderseite, die schon ab Werk integriert sind. Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich ein vorinstallierter 120-Millimeter-Lüfter, der die warme Abluft nach Außen bläst. Um auch hier wieder den Lärm zu reduzieren, liefert Lian Li einen nach unten gerichteten Trichter mit, den Sie sich an die Öffnung an der Rückseite montieren dürfen. Dieser bläst die Wärme Richtung Boden. Auf der Unterseite lässt sich auch noch das Netzteil verbauen. Durch einen wechselbaren Staubschutzfilter gelangt die produzierte Abwärme wiederum nach unten.

Innen sind die Wände mit Dämmmatten verkleidet.
Vergrößern Innen sind die Wände mit Dämmmatten verkleidet.
© Lian Li

Die Innenseiten des PC-B12 sind alle mit schwarzen Dämm-Material ausgekleidet, um die Geräusche der Komponenten noch weiter zu dämpfen. Besonders praktisch ist, dass das Gehäuse fast vollkommen werkzeugfrei ist - ziemlich praktisch, wenn Sie nur schnell eine Komponenten austauschen möchten. So lassen sich zum Beispiel die optischen Laufwerke einfach nur einschieben und mit Klammern befestigen. Auch die insgesamt acht Steckplätze am Back-Panel verfügen über stabile Aluminium-Klammern, die die Steckkarten fest an Ort und Stelle halten.

High-End-Grafikkarten protzen oft mit einem breiten Kühldesign einer ziemlichen Länge. Im Inneren finden Platz: Grafikkarten mit einer maximalen Länge von 36 Zentimetern, Netzteile mit maximal 24 Zentimetern und CPU-Kühler mit einer maximalen Höhe von 16 Zentimetern.

Technische Daten Lian Li PC-B12
Abmessungen (B x H x L) 21,0 x 49,8 x 47,2 Zentimeter (B x L x H)
Gewicht 8,2 Kilogramm
Laufwerkeinschübe Extern: 2x 5,25 Zoll
Intern: 3x 3,5 Zoll, 1x 2,5 Zoll
Mainboard-Kompatibilität ATX, Micro-ATX
Anschlüsse Vorderseite 2x USB 3.0, 1x Kopfhörer, 1x Mikrofon
Lüfter 2x 140 Millimeter (Front, integriert)
1x 140 Millimeter (Rückseite, integriert)
Besonderheiten Dämm-Matten
Tool-Free (Werkzeugfrei)
Anti-Vibrations-Pads
Herausnehmbare Staubfilter
Bereit für Wasserkühlungen
Hersteller und Homepage Lian Li, www.lian-li.com
Preis (UVP des Herstellers) 139 Euro (exklusive Mehrwertsteuer)

Festplatten mit Anti-Vibration

Hot-Swapping ist ebenfalls möglich.
Vergrößern Hot-Swapping ist ebenfalls möglich.
© Lian Li

Herkömmliche Laufwerke sind störungsanfällig, besonders während des Betriebs. Die Festplatten bauen Sie mit speziell mitgelieferten Schrauben ein: Diese sind bereits ab Werk mit einem Gummipuffer versehen und dienen auch gleichzeitig als Befestigung am Rahmen, im Endeffekt wird hier auch wieder nur eingeschoben. Und gleichzeitig sind die empfindlichen Platten gut gepuffertl. Bei Bedarf lässt sich auch der ganze Festplatten-Käfig wechseln. An der Oberseite findet eine 2,5-Zoll-Festplatte Platz, die Sie nach dem gleichen Prinzip einbauen dürfen.

Die Anschlüsse auf der Oberseite sind mit einem Aluminium-Deckel abgedeckt, darunter verbergen sich zwei USB-3.0-Buchsen und die beiden Klinken für Mikrofon und Sound. Daneben verbaut der Hersteller den Power- und Reset-Knopf. Weiterhin befinden sich auf der Vorderseite nur noch die zwei 5,25-Zoll-Frontblenden. Die Verarbeitung des Gehäuses ist tadellos, denn es kommt kaum günstiges Plastik zum Einsatz, das verwendete Aluminium ist recht massiv und kein dünnes Blech, das beim ersten Anfassen bereits verbiegt. Darüber hinaus liefert der Hersteller ordentlich viel Schrauben und Kabelbinder mit.

Lian Li PC-B12 im Praxis-Check

Die Klammern sind zu schwach, um ein optisches Laufwerk in
Position zu halten.
Vergrößern Die Klammern sind zu schwach, um ein optisches Laufwerk in Position zu halten.
© Lian Li

Für den Einbau der PC-Komponenten benötigen wir bemerkenswert selten den bereitgelegten Schraubenzieher. Die Grafikkarte sitzt dank der Klammern bombenfest, genau wie die eingeschobenen Festplatten. Hier kommt ebenfalls eine Klammer zum Einsatz, die noch einmal für einen sicheren Halt sorgt. Uns fällt jedoch auf, dass das optische Laufwerk nicht so sicher und fest sitzt. Die verwendeten Haltestifte sind unserer Meinung nach zu dünn und kurz.

Die vorinstallierten Lüfter rauschen im Betrieb angenehm leise, hier dämmt aber auch viel die Innenverkleidung. Die Geräuschentwicklung dürfen wir durchaus als effektiv bezeichnen. Wir bemerken aber auch eine recht hohe Hitzeentwicklung, denn die Luft führt das Gehäuse nur über den Boden und über eine Öffnung am Back-Panel ab.

Test-Fazit zum Lian Li PC-B12: Leiser Rechenkasten

Top-Verarbeitung zu hohem Preis.
Vergrößern Top-Verarbeitung zu hohem Preis.
© Lian Li

Die Verarbeitung des PC-B12 ist durchweg Top! Das Material erweckt kein einziges Mal einen billigen Eindruck. Der Einbau der Komponenten geht flott von der Hand, denn dank der zahlreichen Klammern müssen wir relativ wenig Werkzeug verwenden. Schön ist auch, dass man die Festplatten richtig intuitiv einschieben darf und sie gleichzeitig wirkungsvoll vor Erschütterungen geschützt sind. Auch die Betriebslautstärke drosselt das Gehäuse auf ein Minimum, dank der umfangreichen Lärmschutz-Maßnahmen. Etwas happig ist da nur der Preis: Lian Li verlangt rund 140 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) für das PC-B12. Insgesamt überwiegen aber die Vorteile und ist somit für Silent-Fans ein lohnendes Angebot.

Im Hinblick auf den Preis ist das Platzangebot im Inneren etwas dürftig: Denn es ist lediglich Platz für drei 3,5-Zoll-Laufwerke, ein 2,5-Zoll-Laufwerk und zwei 5,25-Zoll-Laufwerke. Gehäuse der gleichen Preisklasse bieten da weitaus mehr Platz. Des Weiteren müssen wir die Klammern für die optischen Laufwerke beanstanden, denn die Laufwerke wackeln trotzdem.

Freitag den 19.10.2012 um 16:45 Uhr

von Friedrich Stiemer

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