31.05.2012, 10:20

Peter Stelzel-Morawietz

Outdoor-GPS

Navigationsgerät Falk Lux 30 zum Radfahren und Wandern im Test

Das Navigationsgerät Falk Lux 30 lotst Fußgänger und Radfahrer wie ein Auto-Navi zum Ziel ©Falk

„Das Lux 30 kennt jeden Weg, jedes Ziel und jede Sehenswürdigkeit“, wirbt Hersteller Falk. Im Test muss das Navigationsgerät für Wanderer und Radfahrer zeigen, was es wirklich kann.
Die Zeiten, in denen sich Käufer eines GPS-Gerätes für draußen mit Begriffen wie Kartendatum, Bezugssystem oder Gitter auseinandersetzen mussten, liegen schon ein paar Jahre zurück. Doch so einfach wie das Falk Lux 30 lässt sich kaum ein anderes Outdoor-Navigationsgerät für Fußgänger und Radfahrer bedienen. Dies findet schon in der Begrifflichkeit Ausdruck: Denn während herkömmliche Satellitenempfänger fürs Gelände traditionell als GPS-Geräte bezeichnet werden, spricht man beim Auto immer vom Navigationsgerät – Ziel eingeben und zum Ziel navigieren lassen. Und genau so funktioniert es auch beim Lux 30, das also mehr Navi als GPS-Gerät ist.
Dieses für Radfahrer und Wanderer innovative Bedienkonzept richtet sich also vor allem an Einsteiger, die sich die Handhabung eines herkömmlichen GPS-Gerätes mit Tracks, Routen und Wegpunkten nicht so recht zutrauen. Das Lux 30 kann das auch: So kann man selbstverständlich fertige Tracks aus dem Internet aufs Gerät laden, man muss es aber nicht. Stattdessen kann es wie beim Auto-Navi mit dem Touchscreen sofort losgehen.
Das Navi Falk Lux 30 ist sehr einfach zu bedienen
Die Zieleingabe gestaltet sich ausgesprochen einfach. So schlägt das Falk-Gerät bei der Adresssuche passende Orte und Straßen zur Übernahme vor, sobald die ersten Buchstaben eingetippt sind. Genauso funktioniert es über Sonderziele, also Points of Interest (POIs) wie Bahnhöfe, Kirchen, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Museen und viele weitere Kategorien. Alternativ lassen sich Punkte über Geokoordinaten eingeben, in der Karte frei platzieren oder als so genannten Geocaches laden. Darunter versteht man „elektronische Schätze“, die es mit GPS-Unterstützung zu heben gilt.
Das alles funktioniert im Prinzip gut und ist auch für GPS-Einsteger zu verstehen, ohne dass sie erst das 80seitige Handbuch, das Falk ohnehin nur als PDF zum Download bereitstellt, durcharbeiten müssten. Trotz der insgesamt guten Menüführung gibt es ein paar Kritikpunkte zu nennen. So sind einige Schaltflächen auf dem nur 3-Zoll großen Touchscreen etwas klein gestaltet und deshalb nur mit spitzen Fingern zu treffen. Wer in der Übergangszeit oder im Winter gar mit Handschuhen auf dem Fahrrad unterwegs ist, hat gar keine Chance mehr.
Ansonsten reagiert das Gerät schnell, die Befehle werden flüssig umgesetzt, übrigens fast ausschließlich über den berührungsempfindlichen Bildschirm. Neben der Einschaltaste stehen nur zwei weitere Tasten zur Verfügung: eine, um die Streckenaufzeichnung zu starten (Trackmodus), die andere zum Einstellung der Lautstärke für die Navigationshinweise und der Displaybeleuchtung.
Apropos Lautstärke und Beleuchtung: Beim Routing per Sprachansage kann man aufgrund der geringen Lautstärke durchaus manchen Abzweig verpassen. Hier wäre etwas mehr Power wünschenswert, was sich eventuell auch nachträglich per Firmware-Update realisieren lässt. Das Display hat Falk gegenüber dem Vorgängermodell grundlegend geändert: Statt einer matten verbaut der Hersteller nun eine klare Anzeige, die insbesondere bei heller Sonne oder diffusem Licht deutlich besser, jedoch keineswegs perfekt ablesbar ist.

Zuverlässige Routenplanung, aber kein vollwertiges Navigationsgerät

Auch in zweierlei anderer Hinsicht hat Falk beim Lux 30 deutlich nachgebessert: Statt eines integrierten Akkus speisen nun zwei Mignonzellen (Größe AA) das Gerät. Zwar hält es bei voller Displaybeleuchtung mit preiswerten Alkalizellen vom Discounter nur rund dreieinhalb Stunden durch, doch die sind in wenigen Sekunden ausgetauscht, so dass man nicht orientierungslos im Gelände steht. In der Praxis lässt sich die Standzeit der Batterie allerdings durch automatisches Abschalten des Bildschirms und den prompt reagierenden Stand-by-Modus deutlich erhöhen: Ein Tastendruck, und die Anzeige ist sofort wieder da.
Darüber hinaus ist die Routenplanung nicht wiederzuerkennen: Musste das bisherige Ibex-Gerät bei Entfernungen über rund 100 Kilometern regelmäßig passen, stellen jetzt auch 500 Kilometer lange frei geplante Touren kein Problem mehr dar, wenngleich die Routenberechnung mit Höhenprofil dann schon einmal zwei Minuten dauert. Nichtsdestotrotz eignet sich das neue Gerät damit auch für mehrtägige Radtouren genauso wie für Wanderungen in unbekanntem Gelände. Die Routenvorschläge sind insgesamt gut, auch wenn mancher Schleichweg außen vorbleibt.
Bei so viel Komfort leiden etwas die vielen Funktionen, über die sich herkömmliche GPS-Geräte auszeichnen. So gibt bei Falk beispielsweise nur einen Aufzeichnungsmodus der aktuell zurückgelegten Strecke, eine Differenzierung nach genaueren Zeit- oder Wegintervallen existiert nicht. Ebenso ist die Auswahl des Kartenmaterials stark eingeschränkt: Eine topografische routingfähige Deutschlandkarte ist vorinstalliert, zusätzlich gibt es die Schweiz, Österreich, Südtirol und Mallorca zum Nachkaufen. Außerhalb dieser Haupturlaubsgebiete ist aber Schluss, insbesondere lassen sich nicht wie beispielsweise bei den Geräten von Garmin die kostenlosen Open Street Maps Open Street Maps installieren.

Fazit: Komfortables Gerät mit viel Zubehör

Draußen im Gelände liegt das rund 6,6 x 12 x 3,1 Zentimeter große Lux 30 gut in der (Männer-) Hand, für schlankere Frauenhände ist es schon etwas klobig. Das Gewicht beträgt 183 Gramm, mit zwei Batterien sind es rund 230 Gramm. Der im Gerät integrierte Sirf-III-Chip empfängt unter normalen Bedingungen zuverlässig die Satellitensignale, die Trackaufzeichnung reißt nur selten ab. Elektronischer 3-Achsen-Kompass und barometrischer Höhenmesser sind im wasserdichten Gerät zum Preis von rund 370 Euro ebenso enthalten wie eine Lenkerhalterung fürs Fahrrad, zwei Alkalibatterien und ein USB-Kabel. Insgesamt verfügt das Gerät über knapp vier GByte internen Speicher, von denen sich rund 1,5 GByte frei nutzen lassen. Der lässt sich über eine Micro-SD-Karte aber ohnehin erweitern.
Zur Tourenverwaltung, zum Laden und Austauschen von Tracks stellt der Hersteller das Programm Falk Navi-Manager zur Verfügung, die Daten werden über das Kabel mit dem PC ausgetauscht. Praktisch ist zudem ein spezielle Plugins, über das sich Touren von Internet-Portalen wie GPSies direkt für das Lux 30 konvertieren und darauf speichern lassen.
Eingefleischte GPS-Nutzer mögen über das Navigationsgerät lächeln, doch für Normalnutzer ist das Lux 30 genau das Richtige: Man muss keine Bedienungsanleitung mitschleppen, um im Gebirge oder sonst wo als Radfahrer und zu Fuß schnell zum Ziel zu gelangen. Insbesondere hat Falk auf die Kritik beim ersten Gerät gehört: Das neue Modell wartet mit austauschbaren Batterien und deutlich besserer Routenplanung auf. Das Display ist ebenfalls deutlich besser geworden, an das der 62er-Serie vom Konkurrenten Garmin kommt es aber nicht heran. Hinzu kommen die gut strukturierten Funktionen zum Geocachen.
Ein kleines Problem aber bleibt: Insbesondere beim Wandern reagiert mancher Weggefährte irritiert, wenn ständig Kommandos wie „hier links abbiegen“ ertönen.
 
 
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