27.01.2010, 09:06

Verena Ottmann

Konkurrenz zur Bridge-Cam und DSLR?

Olympus Pen E-P1 (Platz 2)

Fazit: Mit der PEN E-P1 belebt Olympus ein 50 Jahre altes Kamerasystem neu. Entwickelt 1959, war die PEN die erste Halbformat-Digitalkamera aus dem Hause Olympus. Ihr markantes Design stammte von Yoshihisa Maitani, der leider am 30. Juli 2009 verstarb. Mit der E-P1 bringt Olympus die Marke PEN nun ins digitale Zeitalter - in Form einer spiegellosen Spiegelreflexkamera beziehungsweise einer kompakten Digitalkamera mit Wechselobjektiven.
Olympus landet mit der PEN E-P1 einen Volltreffer mit kleinen Schönheitsfehlern. Denn Blitz und Sucher zum Anstecken sind unpraktisch und kosten bei einer eh schon 800 Euro teuren Digitalkamera unnötig Geld. Andererseits war das 3-Zoll-Display qualitativ sehr hochwertig und das Bildrauschen selbst bei hohen ISO-Einstellungen verhältnismäßig gering - das macht das Zubehör optional. Die Bildqualität überzeugte uns größtenteils, und von der Arbeitsgeschwindigkeit und dem Design der PEN-Neuauflage waren wir restlos begeistert.
Bildqualität: In Sachen Bildrauschen erzielte die Olympus PEN E-P1 überwiegend gute bis sehr gute Ergebnisse. Lediglich bei ISO 3200 war der Messwert befriedigend. Der Wirkungsgrad der Digitalkamera war sehr hoch, die Auflösung ließ zum Bildrand hin nur wenig nach. Hinzu kommt eine hohe Eingangsdynamik, die besagt, dass die E-P1 auch kontrastreichere Motive darstellt, ohne dass Lichter und Schatten absaufen. Die Ausgangsdynamik war allerdings nur befriedigend. Das bedeutet, dass die Olympus-Digitalkamera zwischen den hellsten und den dunkelsten Bildbereichen nur eine begrenzte Anzahl an Helligkeitsstufen darstellt. Bei kurzer Brennweite ermittelten wir einen Randabfall um 0,8 Blenden, was noch okay ist.
Handhabung: Mit 534 Gramm inklusive Objektiv und Akku wiegt die Olympus PEN E-P1 fast 100 Gramm weniger als die Olympus E-450, die bisher leichteste Spiegelreflexkamera unseres Testfelds. Zu diesem Gewicht trägt vor allem das im verriegelten Zustand nur 4,5 Zentimeter tiefe Objektiv bei. Um es zu entriegeln, drehen Sie den Objektivring nach links, bis ein Klicken zu hören ist. Möchten Sie das Objektiv zum Transport der Kamera wieder arretieren, müssen Sie einen Schalter betätigen, der die Linse fixiert.
Die Olympus PEN E-P1 arbeitete sehr schnell: So war sie nach dem Auslösen nahezu sofort wieder aufnahmebereit und überzeugte uns durch eine sehr kurze Auslöseverzögerung. Über das Moduswählrad gelangen Sie zu den Halbautomatiken, dem intelligenten Automatikmodus, den Belichtungsprogrammen sowie den Art Filtern. Mit letzteren können Sie Ihre Aufnahmen kreativ bearbeiten, in dem Sie etwa die Farben verstärken (Pop Art), Randabdunkelungen hinzufügen (Lochkamera) oder weichzeichnen (Soft Fokus). Innerhalb der einzelnen Menüs navigieren Sie mit einem beweglichen Ring, der sich zum Ändern von Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich, Bildanzahl und Autofokus auch wie ein Wippkreuz nutzen lässt. Alternativ dazu steht ein vertikales Scrollrad zur Verfügung.
Ausstattung: Olympus spendiert der PEN E-P1 alle Funktionen, die Sie von einer Einsteiger-Spiegelreflexkamera kennen. Allerdings müssen Sie bei der Digitalkamera auf einen Sucher und einen eingebauten Blitz verzichten. Beides lässt sich über den Blitzschuh der PEN E-P1 nachrüsten - Olympus bietet den optischen Aufstecksucher VF-1 für das Pancake-Objektiv M. Zuiko Digital 17 mm 1:2,8 für etwa 110 Euro an, das externe Blitzgerät FL-14 mit Leitzahl 14 kostet rund 170 Euro.Als besonderes Feature nimmt die Olympus PEN E-P1 HD-Videos mit 1280 x 720 Pixeln und 30 Bilder pro Sekunde auf. Olympus empfiehlt, für die HD-Funktion eine SDHC-Karte der Klasse 6 mit mindestens 4 GB einzusetzen. Um die Clips auf einem hochauflösenden Fernseher auszugeben, besitzt die Digitalkamera einen HDMI-Anschluss.
Ausführlicher Testbericht: Olympus Pen E-P1 im Test
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