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Olympus OM-D E-M1 im Test

05.11.2013 | 09:30 Uhr |

Mit der OM-D E-M1 bringt Olympus eine Systemkamera, die vor allem Besitzern von Four-Third-Objektiven gefallen dürfte: Denn der Autofokus der E-M1 soll mit diesen Zuiko-Objektiven genauso schnell arbeiten wie mit den Micro-Four-Third-Linsen der m.Zuiko-Reihe. NAch dem ersten Praxistest hatten wir die Kamera nun im Testlabor.

Fast eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis Olympus eine Nachfolgerin für die Highend-Systemkamera OM-D E-M5 vorgestellt hat. Nun ist sie da, die OM-D E-M1 . Allerdings handelt es sich bei ihr nicht um eine weitere spiegellose Systemkamera, die sich durch ihre Kompaktheit und den Einsatz von ebenso kompakten m.Zuiko-Wechselobjektiven auszeichnet.

Die Besonderheit an der E-M1 ist vielmehr, dass Sie auch Objektive des Four-Thirds-Sortiment daran nutzen können, ohne dass dies Einbußen für die Autofokusgeschwindigkeit mit sich bringt. Ansonsten bietet die Systemkamera WLAN, verschiedene Art Filter mit Bracketing-Option und eine Full-HD-Videofunktion.

Die Art Filter lassen Raum für Kreativität.
Vergrößern Die Art Filter lassen Raum für Kreativität.
© Verena Ottmann

Besondere Ausstattung: Dual-Fast-AF, Color Manager, Spritzwasser- und Kälteschutz

Auf dem 16-Megapixel-Sensor der Olympus OM-D E-M1 sitzen 37 Phasen-Messsensoren, die für die Geschwindigkeit des Autofokus' in Verbindung mit den Zuiko-Objektiven sorgen. Die dadurch auf dem Sensor fehlenden Pixel werden anhand der umliegenden Pixel interpoliert.

Zusätzlich zum Phasenvergleichs-Autofokus nutzt die E-M1 die Kontrastmessung mit 81 Messpunkten. Anhand des verwendeten Objektivs und des Motivs entscheidet die Kamera dann, welches Autofokusverfahren zum Einsatz kommt. In unserem Test funktioniert der Autofokus tadellos, wodurch die OM-D E-M1 zu den derzeit schnellsten Systemkameras gehört.

Der Dual-Fast-AF sorgt zusammen mit einer kurzen Verschlusszeit dafür, dass Sie den richtigen Moment einfangen.
Vergrößern Der Dual-Fast-AF sorgt zusammen mit einer kurzen Verschlusszeit dafür, dass Sie den richtigen Moment einfangen.
© Verena Ottmann

Ebenfalls problemlos läßt sich der Colour Manager bedienen, über den Sie den Farbton und die -sättigung Ihrer Aufnahme anpassen. Sie rufen die Funktion über die Fn-Taste auf und verändern die Werte über ein Drehrad. Das Ergebnis sehen Sie sofort auf dem Display.

Eine weitere Besonderheit der Kamera ist ihr spritzwassergeschützes Gehäuse mit 60 Dichtungsringen, das zudem Temperaturen bis -10 Grad Celsius aushält. Passend dazu bringt Olympus das neue, ebenfalls spritzwasser- und kältegeschützte Kit-Objektiv Olympus M.Zuiko ED 2,8/12-40 mm Pro.

AUSSTATTUNG

Olympus OM-D E-M1 (Note: 2,38)

Objektiv: Modell / Vergrößerungsfaktor / Brennweite

Olympus M.Zuiko Digital ED 12-50mm 1:3.5-6.3 EZ Schwarz / 3,0fach / 12 bis 50 Millimeter

Sucher

ja

Blitz

ja

Bildstabilisator

mechanisch

Bildschirm: Größe / Auflösung / verstellbar

7,62 Zentimeter / 2,36 Megapixel / ja

Blendenvorwahl / Zeitvorwahl

ja

Anschlüsse

USB, HDMI, WLAN

Anzahl Motivprogramme / Nahbereich ab

35 / 20 Zentimeter

Serienbildfunktion / Videofunktion

10 Bilder pro Sekunde / 1920 x 1080 Bildpunkte (30 Bilder pro Sekunde)

Handhabung: Viele Bedienelemente, guter Sucher und Monitor

Dank ihres Handgriffs und ihres wertigen Magnesiumgehäuses liegt die Olympus OM-D E-M1 sehr gut in der Hand. Zum Ändern der Bildparameter stehen zwei Drehräder zur Verfügung, und auch ansonsten geizt Olympus bei der E-M1 nicht mit Tasten und Knöpfen - hier können Einsteiger schnell überfordert werden, auch wenn die Tasten insgesamt größer als bei der M5 ausfallen.

Mit dem integrierten Colour Manager können Sie Farben per Wählrad verstärken oder abschwächen.
Vergrößern Mit dem integrierten Colour Manager können Sie Farben per Wählrad verstärken oder abschwächen.
© Verena Ottmann

Der hervorragende elektronische Sucher löst mit 2,36 Megapixeln auf und lässt sich alternativ zum ebenfalls sehr guten 3-Zoll-Display einsetzen. Der Bildschirm löst mit 1,04 Megapixeln ebenfalls überdurchschnittlich hoch auf. Er ist darüber hinaus aufklappbar, was besonders bei schwierigen Fotopositionen von Vorteil ist. Drehen lässt er sich jedoch nicht.

HANDHABUNG

Olympus OM-D E-M1 (Note: 2,85)

Bedienung und Menüstruktur

noch einfach

Abmessungen L x B x H), Gewicht

130 x 94 x 63 Millimeter / 709 Gramm

Arbeitsgeschwindigkeit

sehr schnell

Qualität Bildschirm

kontrastreich und scharf

Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF

ja / ja / ja / ja

Die aktuell beste Systemkamera im Vergleich

Bildqualität: Überwiegend sehr gut, aber Artefakte bei Lichtmalerei

Bei kurzer Brennweite stellen wir eine deutliche Überschärfung in der Bildmitte fest, die bei normaler und langer Brennweite nicht zu bemerken ist. Insgesamt erzielte die OM-D E-M1 einen befriedigenden Wirkungsgrad, der umgerechnet einer Auflösung von 5,6 Megapixeln entspricht.

Die Eingangsdynamik ist sehr hoch und sorgt dafür, dass die Kamera auch mit kontrastreichen motiven klarkommt und diese ohne Detailverlust in den Lichtern und Schatten darstellt. Die Ausgangsdynamik - die Anzahl der Helligkeitsstufen zwischen den hellsten und dunkelsten Bildbereichen - ist dagegen nun ausreichend.

Deutlich besser schneidet die OM-D E-M1 dann wieder bei der Rauschmessung ab: Selbst bei hoher Empfindlichkeit bleiben die Bildfehler vernachlässigbar.

Bei der Lichtmalerei treten kleine weiße Punkte in dunklen Bildbereichen auf.
Vergrößern Bei der Lichtmalerei treten kleine weiße Punkte in dunklen Bildbereichen auf.
© Verena Ottmann

Kritik musste sich jedoch die Lichtmalerei gefallen lassen, die sich vor allem für dunkle Motive mit Lichtelementen eignet, etwa die Lightshow bei einem Konzert oder ein Feuerwerk. Dabei versetzen wir die Kamera in den manuellen Modus und stellen die Belichtungszeit auf "Live Time", die Blende auf f20 und die Empfindlichkeit auf "Low". Außerdem ist dazu ein Stativ nötig.

Kaufberatung Systemkameras

Nach dem Auslösen können Sie dann die Belichtung auf dem Display live mitverfolgen und mit einem erneuten Drücken auf den Auslöser die Aufnahme stoppen. In unseren Tests klappte die Lichtmalerei zwar sehr gut und brachte auf den ersten Blick schöne Ergebnisse. Vergrößerungen wiesen jedoch kleine helle Punkte auf, die bei allen anderen Aufnahmen nicht zu sehen sind.

BILDQUALITÄT

Olympus OM-D E-M1 (Note: 2,71)

Wirkungsgrad / gemessene Auflösung

60,20 % / 5,7 Megapixel

Bildrauschen: bei ISO 200 / 400 / 800 / 1600

3,32 / 3,01 / 3,13 / 3,09

Darstellbare Blendenstufen (Eingangsdynamik) / Helligkeitsstufen (Ausgangsdynamik)

9,2 / 240

Scharfzeichnung

15,2

Randabdunklung: Weitwinkel / Normal / Tele

0,9 / 0,4 / 0,3 Blenden

Verzeichnung: Weitwinkel / Normal / Tele

-1,0 / 0,2 / 0,1 %

Fazit: Größtenteils überzeugend

Die Olympus OM-D E-M1 ist ohne Zweifel eine gute Kamera. Sie bietet viele Ausstattungsmerkmale einer Spiegelreflexkamera, behält dabei aber das schlanke und kompakte Äußere einer spiegellosen Systemkamera bei. Zudem gehört ihr Autofokussystem zu den schnellsten, die derzeit am Markt erhältlich sind.

Allerdings verhielt sich die Kamera bei dem von Olympus besonders angepriesenen Live Time-Modus nicht ihrer Preisklasse entsprechend - die kleinen weißen Punkte trüben das ansonsten sehr gute Gesamtbild der E-M1 deutlich. Und auch die Auflösung und die Ausgangsdynamik könnten besser sein

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Olympus OM-D E-M1

Bildqualität (50%)

2,71

Ausstattung (25%)

2,38

Handhabung (20%)

2,85

Service (5%)

2,33

Aufwertung

0,4 (Motorzoom, Aufsteckblitz)

Testnote

gut (2,23)

Preis-Leistung

noch preiswert

ALLGEMEINE DATEN

Olympus OM-D E-M1

Testkategorie

Systemkameras

Systemkamera-Hersteller

Olympus

Internetadresse

www.olympus.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

1699 Euro

technische Hotline

00800/67108300

Garantie des Herstellers

24 Monate

TECHNISCHE DATEN

Olympus OM-D E-M1

Auflösung

4608 x 3456 Bildpunkte (15,9 Megapixel)

Sensortyp / Sensorgröße

CMOS / 17,3 x 13,0 Millimeter

Brennweitenverlängerung

2,0fach

digitaler Zoom: maximal

-

Anzahl Motivprogramme / Nahbereich ab

35 / 20 Zentimeter

Rote-Augen-Funktion / Gesichtserkennung

ja / ja

interner Speicher / einsteckbare Speicherkarten

- / SDXC

Akku / Ladegerät / Netzteil

ja / ja / nein

Software

Olympus Viewer 3

TESTERGEBNISSE

Olympus OM-D E-M1

Handhabung

Bedienung

noch einfach

Abmessungen L x B x H), Gewicht

130 x 94 x 63 Millimeter / 709 Gramm

Arbeitsgeschwindigkeit

sehr schnell

Qualität Bildschirm

kontrastreich und scharf

Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF

ja / ja / ja / ja

Service

Garantiedauer

24 Monate

Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar

ja/ nein / 9 Stunden / ja / ja

Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar

ja / ja / ja / ja

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