Systemkamera

Olympus OM-D E-M5 im Test

Freitag den 08.06.2012 um 09:30 Uhr

von Verena Ottmann

OLYMPUS OM-D E-M5 schwarz + 12-50mm
OLYMPUS OM-D E-M5 schwarz + 12-50mm
7 Angebote ab 896,66€ Preisentwicklung zum Produkt
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© Olympus
Nach sieben PEN-Modellen bringt Olympus mit der OM-D eine neue Systemkamerareihe. Doch wie schon die PEN ist auch die OM-D eigentlich keine Neuheit. Vor 40 Jahren existierte sie bereits in analoger Form - als erste kompakte und damit reisetaugliche Wechselobjektiv-Kamera. Lesen Sie den PC-WELT-Test.
Das Gehäusedesign der OM-D (Modell E-M5) entspricht ganz der aktuellen Retrowelle: klare Linien, gummierte Oberfläche, wahlweise in komplett schwarz oder schwarz-silberfarben erhältlich. Im Inneren der Systemkamera findet sich modernste Technik, die dank des staub- und spritzwassergeschützen Gehäuses auch Fototouren bei schlechtem Wetter aushält.

Bildqualität: Hohe Auflösung, wenig Bildrauschen

Die Olympus OM-D erzielte einen sehr hohen Wirkungsgrad, der umgerechnet einer Auflösung von 8,7 Megapixeln entspricht. Im Weitwinkelbereich ließ die Auflösung zum Bildrand hin zwar nach, fiel jedoch nie unter eine kritische Marke. Lobenswert war auch das Rauschverhalten der OM-D: Selbst bei ISO 6400 waren die Bildfehler vernachlässigbar.

BILDQUALITÄT Olympus OM-D E-M5 (Note: 2,11)
Wirkungsgrad / gemessene Auflösung 75,50 % / 8,7 Megapixel
Bildrauschen: bei ISO 200 / 400 / 800 / 1600 3,48 / 3,15 / 3,02 / 2,89
Darstellbare Blendenstufen Eingangsdynamik) / Helligkeitsstufen Ausgangsdynamik) 9,0 / 242
Scharfzeichnung 19,6
Randabdunklung: Weitwinkel / Normal / Tele 0,9 / 0,2 / 0,2 Blenden
Verzeichnung: Weitwinkel / Normal / Tele -1,1 / 0,1 / 0,0 %

Das getestete Kit-Objektiv zeigte nur eine leichte Verzeichnung und Vignettierung bei kurzer Brennweite. Die Eingangsdynamik der OM-D war sehr hoch. Damit kann die Systemkamera auch kontrastreiche Motive abbilden, ohne dass Details in den Lichtern und Schatten verloren gehen. Die Ausgangsdynamik war dagegen etwas zu niedrig.

Ausstattung: Sucher, Blitz und reichlich Einstellungen

Das Klappdisplay der Olympus OM-D hilft bei schwierigen
Fotopositionen.
Vergrößern Das Klappdisplay der Olympus OM-D hilft bei schwierigen Fotopositionen.
© Olympus

Das 3-Zoll-Touchdisplay lässt sich nach oben und vorne aufklappen. Es stellt 610 000 Bildpunkte dar, was überdurchschnittlich viel ist. Zum Ausrichten des Motivs haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können das Livebild permanent auf dem Display anzeigen lassen, oder Sie nutzen den elektronischen Sucher. Der Clou dabei ist ein integrierter Sensor, der den Sucher automatisch aktiviert und das Display ausschaltet, sobald Sie mit dem Auge in die Nähe des Suchers kommen.

AUSSTATTUNG Olympus OM-D E-M5 (Note: 2,36)
Objektiv: Modell / Vergrößerungsfaktor / Brennweite Olympus M.Zuiko Digital ED 12-50mm 1:3.5-6.3 EZ Schwarz / 4,2fach / 12 bis 50 Millimeter
Sucher ja
Blitz ja
Bildstabilisator mechanisch
Bildschirm: Größe / Auflösung / verstellbar 7,62 Zentimeter / 0,61 Megapixel / ja
Blendenvorwahl / Zeitvorwahl ja
Anschlüsse USB, HDMI
Anzahl Motivprogramme / Nahbereich ab 24 / 20 Zentimeter
Serienbildfunktion / Videofunktion 9 Bilder pro Sekunde / 1920 x 1080 Bildpunkte (30 Bilder pro Sekunde)

Die meisten Systemkameras verzichten aus Gründen der Kompaktheit auf einen Sucher, und auch der integrierte Blitz ist längst kein Standardmerkmal. Olympus geht bei der OM-D einen Kompromiss ein: Der Sucher ist fest eingebaut, der Blitz liegt in einer Aufsteckversion bei und lässt sich bei Bedarf am Blitzschuh befestigen.

Der Bildstabilisator der Olympus OM-D arbeitet in fünf
Richtungen.
Vergrößern Der Bildstabilisator der Olympus OM-D arbeitet in fünf Richtungen.
© Olympus

Der Bildsensor nimmt Fotos mit 16,1 Megapixeln auf, Videos werden mit 1920 x 1080 Bildpunkten und 30 Bildern pro Sekunde im Mpeg-4-Format aufgezeichnet. Eine weitere Besonderheit ist der mechanische Bildstabilisator, der nicht nur horizontale und vertikale Bewegungen ausgleicht, sondern auch Wackler entlang der vertikalen und horizontalen Achse sowie Rotationsbewegungen verringern soll. Im Test funktionierte der Stabilisator sehr gut.

Der Art Filter "Dramatischer Effekt", der in der Olympus
OM-D zum ersten Mal zum Einsatz kommt, verändert Farben und
Kontrast einer Aufnahme.
Vergrößern Der Art Filter "Dramatischer Effekt", der in der Olympus OM-D zum ersten Mal zum Einsatz kommt, verändert Farben und Kontrast einer Aufnahme.

Verschiedene Filter, die von den PEN-Modellen bekannt sind, erleichtern Einsteigern das Fotografieren und bringen überzeugende Ergebnisse. Neben den bereits bekannten Optionen wie "Pop Art" und "Lochkamera" bietet die OM-D zwei neue Filter: den "Dramatischen Effekt", der den Kontrast und die Farben einer Aufnahme verstärkt, sowie den "Gemälde"-Modus, der ein Motiv in Wasserfarben taucht.

Nicht mehr ganz neu, aber sehr nützlich für Anwender, die sich nicht für einen Filter entscheiden können, ist das Filter-Bracketing. Ist es aktiviert, schaltet die Kamera selbständig alle Filter durch und macht jeweils eine Aufnahme vom gewählten Motiv. Zur Verarbeitung der Daten brauchte die OM-D im Test nur wenige Sekunden.

Mit der "Bulb"-Funktion der Olympus OM-D können Sie die
Länge der Belichtung selbst über das Display steuern.
Vergrößern Mit der "Bulb"-Funktion der Olympus OM-D können Sie die Länge der Belichtung selbst über das Display steuern.

Zwei weitere neue Funktionen sind die Optionen "Bulb" und "Time". Mit ihnen können Sie die Belichtung einer Aufnahme live auf dem Bildschirm verfolgen und beenden, sobald Sie damit zufrieden sind. Sie eignen sich daher besonders gut für Motive mit Lichteffekten, etwa ein Feuerwerk oder eine Lasershow. Sie benötigen dazu jedoch unbedingt ein Stativ, da die langen Belichtungszeiten sonst nur Unschärfen produzieren.

Handhabung: Einfache Bedienung dank Motorzoom, aber ordentliches Gewicht

Die Bedienelemente der Olympus OM-D
Vergrößern Die Bedienelemente der Olympus OM-D
© Olympus

Passend zur OM-D bringt Olympus ein brandneues Objektiv auf den Markt: Das M.Zuiko Digital ED 12-50mm 1:3,5-6.3 EZ lässt sich wahlweise manuell oder elektromagnetisch steuern. Zum Umschalten schieben Sie einfach den kompletten Objektivring ein Stück nach hinten. Die Bedienung des Motorzooms ist sehr gut gelöst und gefiel uns besser als die Panasonic-Lösung: Statt eines Schiebereglers, der den Fingern eine eher untypische Haltung abverlangt, passen Sie den Zoom wie gehabt über den Objektivring an. Dieser muss jedoch nur minimal angetippt werden und reagierte im Test einwandfrei.

Die Olympus OM-D ist auch komplett in schwarz
erhältlich
Vergrößern Die Olympus OM-D ist auch komplett in schwarz erhältlich
© Olympus

Insgesamt hat das neue Zoom einen sehr positiven Einfluss auf die Arbeitsgeschwindigkeit der Systemkamera - vor allem hinsichtlich des Autofokus. Die OM-D ist damit sicherlich die schnellste aller Olympus-Systemkameras. Übrigens: Die PEN und die OM-D verwenden die gleichen Objektive, so dass Sie kein neues Sortiment brauchen.

HANDHABUNG Olympus OM-D E-M5 (Note: 2,42)
Bedienung und Menüstruktur einfach
Abmessungen L x B x H), Gewicht 121 x 90 x 42 Millimeter / 642 Gramm
Arbeitsgeschwindigkeit sehr schnell
Qualität Bildschirm sehr scharf
Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF ja / ja / ja / ja

Die Olympus OM-D ist mit 642 Gramm die derzeit schwerste Systemkamera im Testfeld - dafür suchen Sie billige Plastikteile am Gerät auch vergeblich. Stattdessen ist das Gehäuse aus einer Magnesium-Legierung gefertigt, die an den Griffflächen mit einer leicht aufgerauhten Schicht versehen ist.

Fazit: Olympus OM-D

Das Gehäuse der Olympus OM-D ist spritzwasser- und
staubgeschützt.
Vergrößern Das Gehäuse der Olympus OM-D ist spritzwasser- und staubgeschützt.
© Olympus

Olympus hat mit der OM-D eine aufregende Systemkamera im Sortiment, die uns im Test überzeugte. Zwar gehört sie mit knapp 1300 Euro zu den teuersten Modellen bisher. Dafür bekommen Sie jedoch ein wertiges und robustes Magnesiumgehäuse in zwei Farbkombinationen sowie ein Motorzoomobjektiv, das durch Bildqualität und Arbeitsgeschwindigkeit punkten konnte. Ein verdienter erster Platz in unserer Topliste.

TESTERGEBNIS (NOTEN) Olympus OM-D E-M5
Bildqualität (50%) 2,11
Ausstattung (25%) 2,36
Handhabung (20%) 2,42
Service (5%) 2,33
Aufwertung 0,40 (Touchdisplay, Motorzoom)
Testnote gut (1,85)
Preis-Leistung preiswert
ALLGEMEINE DATEN Olympus OM-D E-M5
Testkategorie Systemkameras
Systemkamera-Hersteller Olympus
Internetadresse www.olympus.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 1299 Euro
Olympuss technische Hotline 00800/67108300
Garantie des Herstellers 24 Monate
TECHNISCHE DATEN Olympus OM-D E-M5
Auflösung 4608 x 3456 Bildpunkte 15,9 Megapixel)
Sensortyp / Sensorgröße CMOS / 17,3 x 13 Millimeter
Brennweitenverlängerung 2fach
digitaler Zoom: maximal fach
Anzahl Motivprogramme / Nahbereich ab 24 / 20 Zentimeter
Rote-Augen-Funktion / Gesichtserkennung ja / ja
interner Speicher / einsteckbare Speicherkarten - / SDXC
Akku / Ladegerät / Netzteil ja / ja / nein
Software [ib] Bildverwaltungssoftware, Olympus Viewer 2
TESTERGEBNISSE Olympus OM-D E-M5
Handhabung
Bedienung einfach
Abmessungen L x B x H), Gewicht 121 x 90 x 42 Millimeter / 642 Gramm
Arbeitsgeschwindigkeit sehr schnell
Qualität Bildschirm sehr scharf
Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF ja / ja / ja / ja
Service
Garantiedauer 24 Monate
Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar ja/ nein / 9 Stunden / ja / ja
Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar ja / ja / ja / ja

Freitag den 08.06.2012 um 09:30 Uhr

von Verena Ottmann

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