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Test Office-Apps

Office auf dem iPad im Praxis-Test

14.04.2014 | 09:06 Uhr |

Was taugen Microsofts Word, Excel und Powerpoint auf dem Apple-Tablet iPad? Lohnt der Kauf? Wir haben die neuen Office-Apps in der Praxis ausführlich getestet.

Der Ansturm war gigantisch – als Microsoft am 27. März 2014 die iOS-Version seiner Office-Suite in den AppStore stellte, gab der Konzern eine Woche später über Twitter schon den 12 Millionsten Download bekannt. Und auch einige Woche später führen die Apps für Word, Excel und Powerpoint noch immer die Liste der meist verkauften iPad-Apps an.

Lizenzen und Kosten

Doch je höher der Ansturm, umso größer die Enttäuschung. Die Apps sind gratis, doch wer sie sich herunterlädt, kann sich Word-Dokumente lediglich ansehen. Um Dateien auch bearbeiten zu können, müssen Sie ein Abonnement für Microsoft Office 365 abgeschlossen haben. Die Office 365-Home-Premium-Version kostet rund 100 Euro pro Jahr beziehungsweise zehn Euro im Monat. Dafür können Sie die Office-Anwendungen auf bis zu fünf Geräten nutzen. Die Version für Studenten Office 365 University kostet 80 Euro und gilt vier Jahre. Es empfiehlt sich, die Vollversion direkt bei Microsoft oder bei anderem Anbieter über den Rechner und nicht als In-App-Kauf zu laden, sodass Sie sich Sonderangebote sichern können.

Die Apps verbrauchen außerdem viel Speicherplatz. Bei Word sind es 246 Megabyte, bei Excel 221 Megabyte und bei Powerpoint 205 Megabyte. Wer anschließend seine Dateien noch lokal auf dem Tablet speichert, kommt bei einem 16-GB-iPad schnell an die Grenzen.

Vor- und Nachteile zu iWork

Wer ohnehin einen Office-365-Account hat, beispielsweise über die Firma, der sollte sich die Apps unbedingt herunterladen. Beim erstmaligen Benutzen der Apps muss man sich mit den Office-365-Accountdaten anmelden, danach sind alle Apps ohne weiteres verfügbar.

Die Bedienoberfläche ist an die Desktop-Version angelehnt und wer bereits mit Office am Rechner arbeitet, wird sich in der iOS-Office-Variante sofort zurechtfinden und seine Dokumente bearbeiten können.

Wer sich gerade erst ein neues iPad gekauft hat, braucht sich nicht unbedingt die Microsoft-Apps zu laden. Mit iOS 7 hat Apple die iWork-Suite – Apples Office-Paket – kostenlos verfügbar gemacht. Pages , Numbers und Keynote sind das Pendant zu Word, Excel und Powerpoint. Die Apps kosten normalerweise jeweils neun Euro. Der Vorteil der Microsoft-Apps ist deren einfache Bedienung. Bei Pages, Numbers und Keynote braucht man hingegen etwas länger, bis man herausgefunden hat, welche Funktion sich hinter welchem Icon versteckt.

Der Nachteil ist, dass man Microsoft-Office-Dokumente entweder nur lokal auf dem iPad oder über Microsofts eigenen Cloud-Dienst OneDrive speichern kann. Eine Anbindung an Dropbox, iCloud oder Google Drive fehlt. Ein Echtzeit-Abgleich der Dokumente in der App mit der Cloud ist nicht möglich. Auch Drucken geht bisher nicht. Microsoft verspricht aber, diese Funktion beim nächsten Update nachzuliefern.

Microsoft Word for iOS im Test

Wer die Word-App öffnet, kann entweder ein neues Dokument erstellen oder zwischen 14 verschiedenen Vorlagen wie Geschäftsbrief, Lebenslauf oder Flyer wählen. Was die Lebensläufe betrifft, gibt es unter Pages deutlich mehr Auswahl. Ansonsten lehnt sich die Bedienoberfläche stark an die Desktop-Variante an. In der oberen Zeile befinden sich die Menüpunkte „Einfügen“, „Layout“, „Überprüfen“ und „Ansicht“. Den vollen Funktionsumfang wie die Desktopversion bietet die App zwar nicht, allerdings kann man alle wesentlichen Vorgänge durchführen wie Seitenzahlen einfügen, Grafiken einbinden oder Wörter zählen.

Das Tolle an der Word-App ist, dass alle Schriftarten aus der Desktop-Version wie zum Beispiel Calibri oder Cambria mit übernommen werden. Pages kann zwar mit Doc und Docx-Formaten umgehen, unterstützt jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Schriften. Zwei Minuspunkte für iOS-Word: RTF-Dateien unterstützt die App nicht, während das bei der Desktop-Version der Fall ist. Sämtliche Dokumente lassen sich außerdem nur im Docx-Format speichern. Eine Umwandlung in Doc beherrscht die App nicht.

Powerpoint: Top Rüstzeug für die Präsentation

Wer Powerpoint auf dem iPad nutzt, will damit vor allem präsentieren und während seines Vortrags sämtliche Folien parat haben. Das Praktische an der Powerpoint-App ist, dass man die Präsentation direkt über die App steuert und sich eine Fernbedienung und den Laserpointer spart. Die App unterstützt Airplay, sodass man die Folien direkt auf den Fernsehmonitor streamen kann – sofern man ein Apple TV besitzt. Ansonsten schließt man das iPad über HDMI- , DVI- oder VGA-Adapter an die entsprechenden Schnittstellen des Beamers an.

Tippt man einige Sekunden auf eine beliebige Stelle der Präsentation und lässt den Finger dort, erscheint ein roter Punkt, den man nun als Laserpointer-Ersatz verwendet.

Selbstverständlich lassen sich mit der Powerpoint-App auch Präsentationen erstellen und bearbeiten. Das Programm hat keine Probleme mit älteren Dokument-Versionen, diese konvertiert es gleich beim Start. Außerdem bietet die App 20 Vorlagen für Präsentationen und viele Effekte wie „Zersplittern“ oder „Papierflieger“. Eigene Vorlagen kann man jedoch nicht erstellen. Keynote – Apples Alternative zu Powerpoint – bietet hingegen nicht sehr viele Überblend-Effekte. Auch die Schriften werden nicht immer übernommen.

Excel: Keine Makros verwenden

Tabellen lassen sich auf dem iPad gut mit Excel erstellen. Die Bedienung ist durch die Touch-Eingabe sehr einfach, endlich wird das viele Klicken mit der Maus überflüssig. Im Test funktioniert die Darstellung auch von großen Excel-Dateien mit vielen Daten einwandfrei. Probleme hat das Programm allerdings mit Makros, insbesondere bei älteren xls-Dokument-Versionen. Hier werden Makros nicht übernommen, sodass Sie auch keinerlei Änderungen an den Daten in der Tabelle vornehmen können. Beim Öffnen einer solchen Tabelle tritt lediglich eine Fehlermeldung auf, dass nicht alle Daten übernommen werden können. Ein Feld zum Aktivieren der Makros poppt hingegen nicht auf.

Ärgerlich: Öffnet man Excel-Tabellen mit Numbers, gibt es nicht nur Probleme mit inkompatiblen Schriften. Hier werden nicht-unterstützte Formeln einfach entfernt.

Kaufempfehlung

Microsoft Office 365 oder iWork – was ist das Richtige? Die wichtigsten Office-Funktionen unterstützen beide Programme. Welche App sich für wen eignet, hängt vor allem von den persönlichen Voraussetzungen ab.

Microsoft Office 365: Wer ohnehin einen Office365-Accout hat, sollte sich die entsprechenden Apps unbedingt laden. Hier profitiert man von umfangreichen Funktionen und einer einfachen Bedienung.

iWork: Wer keinen Office365-Account hat, dafür aber ein neues iPad, bekommt mit iOS 7 die iWork-Suite bestehend aus Pages, Numbers, Keynote kostenlos dazu. Dafür jedoch neun Euro auszugeben, lohnt sich nicht. Dafür gibt es Office-Alternativen wie Quickoffice oder das Office-App-Paket von Kingsoft , die mitunter gratis sind oder nur wenige Euros kosten.

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