SSD mit Rekord-Zugriffszeit

Test: OCZ Vector 256GB

Freitag den 07.12.2012 um 15:40 Uhr

von Michael Schmelzle

OCZ Vector 256GB (VTR1-25SAT3-256G)
OCZ Vector 256GB (VTR1-25SAT3-256G)
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SSD-Festplatte im Test: OCZ Vector 256GB
Vergrößern SSD-Festplatte im Test: OCZ Vector 256GB
Die SSD OCZ Vector überzeugt im Test nicht nur durch Rekord-Transferraten, sondern stellt auch bei den Zugriffszeiten einen neuen Bestwert auf. Wir prüfen, ob die Solid State Drive auch in den anderen Testdisziplinen glänzen kann.
Die erste Solid State Drive mit dem neuen Indilinx-Controller IDX500M00-BC aka Barefoot 3 hat OCZ Vector  getauft. Der SATA-6-Gbit/s-Controller steuert 8 Datenkanäle parallel an und puffert Zugriffe in zwei 256 MB großen DDR3-Chips von Micron, die mit 800 MHz laufen. Schade: Obwohl der Indilinx IDX500M00-BC ab Werk die automatische Hardware-Verschlüsselung nach AES in 256 Bit beherrscht, deaktiviert OCZ bei den Vector-SSDs die Funktion. 
Controller der OCZ Vector
Vergrößern Controller der OCZ Vector

Von Micron, oder genauer gesagt vom Intel-Micron-Joint-Venture IMFT stammt der Flashspeicher der Vector-Modelle - auch wenn OCZ draufsteht. Hintergrund: OCZ kauft ganze Wafer von IMFT und schneidet, testet und selektiert die NAND-Bausteine in Eigenregie. Bei der Vector-Serie verbaut der Hersteller synchon arbeitenden MLC-Flashspeicher aus der 25-Nanometer-Fertigung.

OCZ bietet seine neue SSD-Baureihe mit 128, 256 und 512 Gigabyte Bruttokapazität an. Die Preisspanne bewegt sich zwischen 130 und 460 Euro. Die 2,5-Zoll-Festplatten mit 7 Millimeter Bauhöhe sind für 20 GB System-Schreiboperationen pro Tag ausgelegt. OCZ gewährt auf die Vector großzügige 5 Jahre Garantie - sofern die System-Schreiboperationen bis dahin nicht schon 36,5 Terabyte überschritten haben.

OCZ Vector: Oberseite der SSD-Platine mit 8 Flashchips,
Indilinx-Controller (Mitte) und Cache-Baustein (kleiner Chip ganz
rechts).
Vergrößern OCZ Vector: Oberseite der SSD-Platine mit 8 Flashchips, Indilinx-Controller (Mitte) und Cache-Baustein (kleiner Chip ganz rechts).

In den Test schickt OCZ die Vector 256GB, die unter Windows 7 eine nutzbare Kapazität von 238,5 Gigabyte bereithält. bei einem Straßenpreis von rund 230 Euro kostet das Gigabyte knapp einen Euro. Im Vergleich zu aktuellen Solid State Drives mit dem beliebten Sandforce-2281-Controller wie der Kingston HyperX 3K 240GB , hat OCZ eher gehobene Preisvorstellungen: Bei der Konkurrentin ist das Gigabyte bereits ab rund 80 Cent zu haben.      

Geschwindigkeit: OCZ geht mit der Vector auf Rekord-Jagd

Ergebnis im PC Mark Vantage
Vergrößern Ergebnis im PC Mark Vantage

Um es vorwegzunehmen: Mit der Vector ist OCZ der erhoffte große Wurf gelungen - das 256-Modell stellt im Test neue Temporekorde auf. Insbesondere in den Praxis-Test trumpft die Flashspeicher-Festplatte groß auf. Einen DVD-Film (4,2 GB) liest und schreibt die Solid State Drive in 12 Sekunden - Rekord! Und auch der Kopiervorgang geht mit 19 Sekunden so schnell wie nie zuvor bei einer SSD.

Zudem glänzt das Vector-Modell mit Rekord-Zugriffszeiten zwischen 0,02 und 0,03 Millisekunden. Eine sehr gute, aber keine herausragende Punktzahl erreicht die OCZ Vector im PC Mark Vantage. Im Festplatten-Test holt das OCZ-Modell nur rund 69.000 Punkte. Die Spitzenreiterin in dieser Disziplin, die Samsung 840 Pro , ist hier mit über 80.000 Punkten fast 16 Prozent schneller unterwegs.

OCZ Vector 256GB: sequenzielle Lese- und Schreibraten
(unten).
Vergrößern OCZ Vector 256GB: sequenzielle Lese- und Schreibraten (unten).

Erfreulich hoch sind auch die sequenziellen Transferraten von bis zu 480 MB/s. Allerdings beträgt die Leserate im Mittel nur knapp 410 MB/s, während die Schreibrate durchschnittlich noch fast 470 MB/s erreicht. Ein weiterer Rekord purzelt beim zufälligen Lesen von 4-KB-Blöcken, hier kommt das Vector-Modell auf über 75.000 Befehle/s. Nur bei der IOPS-Schreibleistung schwächelt die OCZ-SSD mit knapp 8000 Befehlen/s - das ist enttäuschend gering und verhagelt der Vector das "sehr gut" in der Temponote. 

GESCHWINDIGKEIT OCZ Vector 256GB (Note: 1,89)
DVD-Film (4,2 GB) auf SSD schreiben / lesen / duplizieren 0:12 / 0:12 / 0:19 Minuten
1000 MP3-Dateien (5 GB) auf SSD schreiben / lesen / duplizieren 0:18 / 0:18 / 0:26 Minuten
Praxis-Simulation (PC Mark Vantage - Gesamtergebnis) 69 415 Punkte
sequenzielle Leserate (TecBench): minimal / durchschnittlich / maximal 400 / 407 / 478 MB/s
sequenzielle Schreibrate (TecBench): minimal / durchschnittlich / maximal 468 / 469 / 473 MB/s
Dateien auf der SSD finden (TecBench): mittlere / maximale Zugriffszeit 0,02 / 0,03 Millisekunden
wahlfreies Lesen, Blockgröße 4K, 32 parallele Anfragen (Iometer) 75 393 Befehle/s / 295 MB/s / 0,42 Millisekunden
wahlfreies Schreiben, Blockgröße 4K, 32 parallele Anfragen (Iometer) 5318 Befehle/s / 21 MB/s / 6,02 Millisekunden
wahlfreies Lesen, Blockgröße 4K, 32 parallele Anfragen, aligned (Iometer) 75 466 Befehle/s / 295 MB/s / 0,42 Millisekunden
wahlfreies Schreiben, Blockgröße 4K, 32 parallele Anfragen, aligned (Iometer) 7979 Befehle/s / 31 MB/s / 4,01 Millisekunden

Ausstattung: Gutes Cloning-Programm + Tool-Sammlung per Download 

Technische Infos
Vergrößern Technische Infos

Auch die Vector-Familie verkauft OCZ traditionell mit einem 2,5-auf-3,5-Zoll-Einbaurahmen und acht Schrauben für die Montage im Desktop-PC. Software liegt der SSD nicht bei, allerdings bietet der Hersteller auf seiner Website die Cloning-Software Acronis True Image zum Download an. Der für die Installation notwendige Aktivierungs-Code ist im Lieferumfang der SSD enthalten.

Außerdem können Sie in Kürze auch für die Vector-Baureihe die beliebte und vielseitige OCZ Toolbox herunterladen. Mit dem Hilfsprogramm aktualisieren Sie per Mausklick die Firmware der OCZ-SSD. Die Toolbox zeigt aber auch die SMART-Parameter der Flashspeicher-Festplatte an und erlaubt ein "Secure Erase" unter Windows. Die OCZ Vector ist in einem 7 Millimeter schlanken 2,5-Zoll-Gehäuse untergebracht und passt dadurch auch in viele ultraportable Geräte. Die überzeugende Ausstattung komplettiert die lange Garantiezeit von 5 Jahren. 

AUSSTATTUNG OCZ Vector 256GB (Note: 2,19)
TRIM-Funktion ja
Garbage Collection ja
Firmware-Update möglich ja
Zubehör für Einbau / Extras 2,5-auf-3,5-Zoll-Einbaurahmen, 8 Schrauben / 7 Millimeter Bauhöhe

Umwelt & Gesundheit: genügsam unter Last, aber zu stromhungrig im Leerlauf

Mit einer Leistungsaufnahme von 0,8 Watt im Leerlauf und fast 4 Watt unter Last gehört die SSD nicht zu den sparsamsten Modellen im Test. Insbesondere der Energiehunger der Flashspeicher-Festplatte im Leerlauf liegt über dem Durchschnittsverbrauch in der Klasse bis 256 Gigabyte. Energieeffiziente Modelle kommen im Leerlauf mit 0,3 Watt aus.

Aber auch die knapp vier Watt bei voller Auslastung fallen für eine moderne SSD einen Tick zu hoch aus. Deswegen muss die OCZ-SSD in der für den mobilen Einsatz so wichtigen Leistungsaufnahme mit einem "ausreichend" vorliebnehmen. Aber vielleicht kann der Hersteller im Rahmen eines Firmware-Updates das Energie-Managment der Vector noch optimieren.

Test-Fazit zur OCZ Vector: Rekord-Praxis-Datenraten und gute Ausstattung

Die OCZ Vector 256GB besticht durch Rekorddatenraten in den Praxistests, neuen Bestwerten bei der IOPS-Leseleistung und wieselflinken Zugriffszeiten, die bis dato keine Solid State Drive im Test erreicht hat. Aber auch die sequenziellen Transferraten können sich sehen lassen. Weitere Pluspunkte sammelt die Solid State Drive dank der guten Ausstattung und der langen Garantiezeit von 5 Jahren.

Einziger Kritikpunkt ist der schwache Befehlsdurchsatz beim zufälligen Schreiben, während der leicht erhöhte Stromverbrauch angesichts des Rekordtempos noch zu verschmerzen ist. Mit einem Gigabyte-Preis von knapp einem Euro ist die Solid State Drive preiswert.

TESTERGEBNIS (NOTEN) OCZ Vector 256GB
Testnote gut (2,10)
Preis-Leistung preiswert
Geschwindigkeit (70 %) 1,89
Ausstattung (15 %) 2,19
Umwelt und Gesundheit (10 %) 3,64
Service (5 %) 1,78


 

UMWELT UND GESUNDHEIT OCZ Vector 256GB (Note: 3,64)
Stromverbrauch Leerlauf 0,84 Watt
Stromverbrauch Last 3,69 Watt
ALLGEMEINE DATEN OCZ Vector 256GB
Testkategorie Festplatte (SSD)
SSD-Festplatten-Hersteller OCZ
Internetadresse von OCZ www.ocztechnology.com
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 235 Euro
OCZs technische Hotline 0800459/1816
Garantie des Herstellers 60 Monate
DIE TECHNISCHEN DATEN OCZ Vector 256GB
Nennkapazität 256 GB
verfügbar 238,50 GB
Preis pro Gigabyte 0,99 Euro
Bauart 2,5 Zoll
Anschluss SATA 6 GBit/s
Gewicht 115 Gramm
Speicherchips Technik 25nm MLC (synchron)
Speicherchips Organisation 16 x 16 GB
Speicherchips Typ OCZ M2502128T048SX22 (von IMFT)
Firmware-Version 1020
Controller Indilinx Barefoot 3 (IDX500M00-BC)
Zwischenspeicher: Typ 2 x Micron D9PFJ DDR3
Zwischenspeicher: Größe 512 MB
TRIM-Funktion ja
Garbage Collection ja
Firmware-Update möglich ja
Zubehör für Einbau / Extras 2,5-auf-3,5-Zoll-Einbaurahmen, 8 Schrauben / 7 Millimeter Bauhöhe
Programme Acronis True Image HD (Download), OCZ Tool-Box
Handbuch: umfangreich nein
Handbuch: deutsch nein
Handbuch: gedruckt ja
Handbuch: als PDF ja

Freitag den 07.12.2012 um 15:40 Uhr

von Michael Schmelzle

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (17)
  • kingjon 20:37 | 13.12.2012

    Zitat: magiceye04
    Nee, nix Heizfolie. Das wird direkt in die Chips eingebaut....


    Ja klar, da war ja auch extra ein Link: http://m.spectrum.ieee.org/semiconductors/memory/flash-memory-survives-100-million-cycles
    Da kann man auch sehen das es keine Folie oder ähnliches ist... :aua:

    Gruß kingjon

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  • magiceye04 19:40 | 13.12.2012

    Nee, nix Heizfolie. Das wird direkt in die Chips eingebaut und mehr als ein paar Millisekunden heizt das auch nicht, im Zweifel auch immer nur wenige Zellen. Davon bekommt dann weder die SSD noch der Rechner irgendwas mit.

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  • deoroller 12:58 | 13.12.2012

    Zitat: kingjon

    Ich glaube aber eher das es eine derart leistungsfähige Heiz-Folie noch gar nicht gibt... oder aus der Raumfahrt kommen könnte und unbezahlbar ist.

    Man muss sich aber etwas überlegen, denn die Strukturgröße kommt bei NAND in Bereiche, in denen man Schwierigkeiten kriegt, die Schreibbarkeit für 3 oder 5 Jahre garantieren zu können. Der Power User wird dann mehr ausgeben müssen, um seine SSDs so nutzen zu können, wie er will. Man kann ja schlecht den Leuten vorschreiben, wie sie ihre SSD benutzen sollen und einen Zähler einbauen, der den Hahn zudreht, um Schlimmeres zu verhindern. Das wäre ein Rückschritt, wenn SSDs zu Wegwerf-Speicher verkommen.

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  • kingjon 03:35 | 13.12.2012

    Naja, wenn es solch eine Heizfolie geben sollte, es müssen ja immerhin 800°C sein, dann könnte man auch eine entsprechende Isolierung darum konstruieren.
    Wenn müsste das ja auch nur selten und dann auch nur kurz erfolgen.
    Ich glaube aber eher das es eine derart leistungsfähige Heiz-Folie noch gar nicht gibt... oder aus der Raumfahrt kommen könnte und unbezahlbar ist.

    Gruß kingjon

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  • magiceye04 13:40 | 09.12.2012

    Ja, allgemein ist kühler = besser.
    Wenn es der Lebensdauererhöhung dienlich ist, die Flash-Zellen mal kurz auf 800°C zu erhöhen, muß man halt Kompromisse eingehen.
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Macronix-vervielfacht-Lebensdauer-von-Flash-Speichern-1761377.html

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