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Nvidia Geforce GTX 780 Ti im Test

07.11.2013 | 15:00 Uhr |

Die Schlacht um den Grafik-Thron entscheidet sich heute: Die Geforce GTX 780 Ti tritt mit großen Ambitionen an und bietet flotten Grafikspeicher sowie zahlreiche Shader-Einheiten. Wie das Duell ausgeht und warum es ein dickes Ende gibt, verraten wir Ihnen im Test.

"The best gaming GPU on the planet": Nvidias Marketing-Abteilung gibt sich mit der Geforce GTX 780 Ti siegessicher gegenüber der erst kürzlich erschienenen AMD Radeon R9 290X – einer Grafikkarte, die im Test mit enormer Leistung und einem dennoch günstigen Preis beeindruckte. Gerüstet ist die neue Nvidia-Karte mit mehr Shader-Einheiten, optimierten Taktratenanpassungen sowie dem schnellsten Grafikspeicher auf dem Markt. Hinzu kommen zahlreiche Gaming-Techniken, die AMD aktuell nicht bieten kann. Wir läuten ein zum Duell um den Grafik-Thron. Wer es nicht erwarten kann, kommt hierüber sofort zum Test-Fazit auf der zweiten Seite .

Technische Details der Nvidia Geforce GTX 780 Ti

Technische Daten im Detail.
Vergrößern Technische Daten im Detail.

Grundlage bildet wieder einmal die bewährte Titan-GPU GK110 . Zur Erinnerung: Die Chipfläche beläuft sich auf 551 Quadratmillimeter, worauf 7,1 Milliarden Transistoren Platz finden. Wirklich dicke kommt es aber bei der Anzahl der verbauten Shader- respektive Cuda-Einheiten, Nvidia schaltet hier nämlich ganze 2880 Stück. Weiterhin verfügt die GTX 780 Ti über 48 ROPs (Raster Operations Processor) und ganze 240 TMUs (Texture Mapping Units). Das Speicher-Interface ist ingesamt 384 Bit breit, der GDDR5-Speicher misst 3 GB. Der physikalische Speichertakt liegt bei flotten 1750 MHz, wodurch sich ein effektiver Takt von rund 7000 MHz ergibt – dem aktuell schnellsten Grafikspeicher der Welt, die Bandbreite beträgt 336 GBit/s. Die GTX 780 Ti ist neben der Titan die einzige Grafikkarte, die über die voll ausgebaute Anzahl (15 Stück) an "Next-Generation Streaming Multiprocessors", kurz SMX-Einheiten verfügt. Die nachfolgende Tabelle stellt die technischen Daten der aktuellen Grafik-Oberklasse übersichtlich gegenüber.

Grafikkarten-Oberklasse: Technische Daten im Vergleich

 

Nvidia Geforce GTX 780 Ti

AMD Radeon R9 290X

Nvidia Geforce GTX Titan

Nvidia Geforce GTX 780

Grafikchip

GK110

Hawaii

GK110

GK110

Fertigung

28nm

28nm

28nm

28nm

Chipfläche

551 mm²

438 mm²

551 mm²

551 mm²

Chiptakt

876 MHz

bis zu 1.000 MHz

837 MHz

863 MHz

Shader-Einheiten

2.880

2.816

2.688

2.304

Textur-Einheiten (TMUs)

240

176

224

192

Raster-Operations-Proessoren (ROPs)

48

64

48

48

GDDR5-Speicher

3.072 MB

4.096 MB

6.144 MB

3.072 MB

Speichertakt (effektiv)

7.000 MHz

5.000 MHz

6.008 MHz

6.008 MHz

Speicheranbindung

384 Bit

512 Bit

384 Bit

384 Bit

Speicherbandbreite

384 GBit/s

320 Gbit/s

288 GBit/s

288 GBit/s

Maximaler TDP (Herstellerangaben)

250 Watt

300 Watt

250 Watt

250 Watt

Preis

649 Euro (UVP)

475 Euro (UVP)

850 Euro (Straßenpreis)

430 Euro (Straßenpreis)

Nvidia zeigt bei der Ausstattung des Grafikchips deutliche Ambitionen: Selbst bei der GTX Titan sind es nur 2688 Shader-Cores, bei der AMD Radeon R9 290X sind es mit 2816 knapp weniger. Des Weiteren enthält die GPU mehr TMUs als alle anderen Oberklasse-Pixelbeschleuniger, bei der Anzahl der ROPs überflügelt die AMD Radeon R9 290X klar die Konkurrenz. Besonders hervorzuheben sind die schnellen Speichermodule, die bisher nur bei der Geforce GTX 770 zum Einsatz kamen.

Grafikkarte ohne Kühler.
Vergrößern Grafikkarte ohne Kühler.
© Nvidia

AUSSTATTUNG

Nvidia Geforce GTX 780 Ti

Video-Anschlüsse

Displayport

1

HDMI

1

DVI

2

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

Nvidia-Techniken mit Gaming im Fokus

Nvidia ist besonders stolz auf seine Techniken, die das optimale Spielerlebnis im Fokus haben. So arbeiten beim Chip-Hersteller beispielsweise mehr Software- als Hardware-Ingenieure. Für einen flüssiges Game sorgt unter anderem "GPU Boost 2.0" , das die Taktraten dynamisch hebt und senkt. Der "Boost Clock" beläuft sich werkseitig auf 928 MHz, der Standardtakt liegt bei 876 MHz. Nach Herstellerangaben soll sich der Takt meistens um die 900 MHz betragen. Die Technik berücksichtigt Faktoren wie die aktuelle Auslastung des Systems, die Chiptemperatur sowie die Leistungsaufnahme.

Nvidia Gameworks sorgt für spezielle Grafikeffekte.
Vergrößern Nvidia Gameworks sorgt für spezielle Grafikeffekte.
© Nvidia

Die noch recht junge Entwickler-Plattform "Nvidia Gameworks" unterstützt Spiele-Entwickler bei der Implementierung von speziellen Grafikeffekten wie der Kantenglättung TXAA (Temporal Anti-Aliasing), der Physik-Engine PhysX oder der Umgebungsverdeckung HBAO+ (Horizon-Based Ambient Occlusion) – Voraussetzung hierfür ist natürlich eine Geforce-Grafikkarte. Spielekracher wie Splinter Cell: Blacklist oder Call of Duty: Ghosts greifen auf viele Nvidia-Techniken zurück. Besondere Beachtung verdient G-Sync : Ein kleines Hardware-Modul im Bildschirm sorgt für die perfekte Balance zwischen Grafikkarte und Anzeige, Tearing und Ruckler sollen damit der Vergangenheit angehören. Große Monitor-Bauer wie Benq, Asus oder Philips stellen bereits bald Displays mit dem Modul vor.

Nvidia Game Ready Driver

Nvidia Game Ready Drivers versprechen mehr Leistung in aktuellen Spielen.
Vergrößern Nvidia Game Ready Drivers versprechen mehr Leistung in aktuellen Spielen.
© Nvidia

Mit den sogenannten "Game Ready Driver" liefert Nvidia bei einem Release größerer Gaming-Titel stets einen darauf optimierten Treiber, der Verbesserungen im zweistelligen Prozentbereich verspricht – AMD braucht hier immer deutlich länger. Seit geraumer Zeit ist auch Geforce Experience auf Wunsch bei der Treiberinstallation auswählbar. Die Technik wählt die optimalen Grafikeinstellungen für Spiele basierend auf Ihrer verbauten PC-Hardware. Aktuell unterstützt das Tool bereits über 100 Games. Mit "Shadowplay" nimmt die GPU Ihre Spiele im Hintergrund beständig auf, dank der Grafikperformance der Kepler-Chips soll sich die Aufnahme in Full-HD nur gering auf die Spiele-Leistung auswirken. Nvidia spricht hier von Einbußen von nur ein bis zwei Prozent.

Nvidia-Spiele-Bundle "Pirates, Heroes & Spies".
Vergrößern Nvidia-Spiele-Bundle "Pirates, Heroes & Spies".
© Nvidia

Als Antwort auf die Spiele-Bundles "Never Settle Forever" des Konkurrenten AMD hat Nvidia " Pirates, Heroes & Spies " ins Leben gerufen: Beim Kauf bestimmter Geforce-Karten gibt es die drei Spiele Assassin's Creed 4: Black Flag, Batman: Arkham Origins sowie Splinter Cell: Blacklist kostenlos dazu. Hier kommt es allerdings auch auf den Händler an, nicht alle beteiligen sich an dem Programm. Das dürfte einen Kauf attraktiver machen, auch wenn sich AMDs Spiele-Bundles als flexibler erweisen und bis zu neun Spiele bieten.

TECHNISCHE DATEN

Nvidia Geforce GTX 780 Ti

Grafikprozessor

Nvidia GK110

GPU-Takt

876 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

2816

Shader-Takt

1000 MHz

DirectX-Version

11.0

Speicher-Größe

3072 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1750 MHz

Speicher-Busbreite

384 Bit

Grafikkarten-Bios

80.80.2F.00.02

Grafikkarten-Treiber

Forceware 331.70 (9.18.13.3170)

Kartenlänge

27,0 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

2x (1x 8polig, 1x 6polig)

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