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Nvidia Geforce GTX 780 im Test

23.05.2013 | 15:00 Uhr |

Die Nvidia Geforce GTX 780 soll nicht nur für konkurrenzlose Gaming-Performance, sondern auch für qualitativ hochwertige Wiedergabe stehen. Wir haben das brandneue Flaggschiff mit der Titan-GPU im Test und decken die Stärken und Schwächen der Grafikkarte auf.

Bei Grafikkarten geht es primär um eine hohe Anzahl an Bildern pro Sekunde – aber eben nicht nur. Das hat auch Nvidia erkannt und hat sich bei der neuen GTX-700-Generation eine weitere Prämisse auf die Fahne geschrieben: dem Nutzer auch das qualitativ beste Erlebnis mit Nvidia-GPUs zu bieten, Stichwort Bildqualität und Mikroruckler.

Im Test finden wir heraus, wie groß der Leistungsvorsprung gegenüber der Vorgänger-Generation ausfällt und ob sich der Wechsel von einer aktuellen GTX 680 überhaupt lohnt.

Technik: 50 Prozent mehr

Technische Daten.
Vergrößern Technische Daten.

Um das Eis vorab zu brechen: Die Nvidia Geforce GTX 780 nutzt die gleiche GK-110-GPU wie die knapp 1000 Euro teure GTX Titan , die sich derzeit als schnellste Singlecore-Grafikkarte der Welt rühmen darf. Um den Preis jedoch auf einem niedrigeren zu halten, hat der Hersteller den Chip etwas leistungsreduziert. Was am Ende davon übrig ist, muss sich aber auf keinen Fall verstecken!

Der Standardtakt der GPU beläuft sich auf 863 MHz, dank dem „ GPU Boost “ sind auch ohne weiteres gute 900 MHz möglich. Bei der automatischen Übertaktungsfunktion handelt es sich wie bei der Titan übrigens um die zweite Version, die nicht nur die Leistungsaufnahme als Taktgrenze hat, sondern auch die Chip-Temperatur. Auf diese Weise sind meist höhere Taktraten möglich, da die Temperatur einen meist größeren Spielraum zulässt als der schnell ansteigende Stromverbrauch.

Herstellerangaben zur Ausstattung der GTX 780.
Vergrößern Herstellerangaben zur Ausstattung der GTX 780.
© Nvidia

Die sogenannten Streaming-Multiprozessoren (SMX) sind mit 12 Stück an der Zahl im Chip vertreten – bei der Titan sind es (faktisch) drei Stück mehr. Jeder SMX beherbergt je 192 Cuda-Shader-Einheiten, woraus sich eine Gesamtanzahl von 2304 Shader-Prozessoren ergibt. Also runde 50 Prozent mehr als noch bei der GTX 680.

Beim Grafikspeicher ändert sich im Hinblick auf die GTX 680 eigentlich nur die Kapazität und die Speicheranbindung. Ihnen stehen nun satte 3 GB GDDR5-Speicher zur Verfügung, das Speicherinterface ist mit 384 Bit ebenfalls breiter bemessen als beim Vorgänger. Hier sind es auch wieder 50 Prozent mehr. Hier nähert sich Nvidia an Konkurrent AMD an, der mit der Radeon HD 7970 bereits seit Dezember 2011 auf die ziemlich gleiche Speicherkombination setzt.  Allerdings übertrifft die GTX 780 eine HD 7970 bei der Speicherbandbreite: Hier stehen 288 GBit/s gegenüber 278 GBit/s. In folgender Tabelle listen wir die technischen Daten im Vergleich auf.

Grafikkarten-Oberklasse: Technische Daten im Vergleich

 

Nvidia Geforce GTX 780

Nvidia Geforce GTX Titan

Nvidia Geforce GTX 680

AMD Radeon HD 7970 GHz

Grafikchip

GK110

GK110

GK104

Tahiti XT2

Fertigung

28nm

28nm

28nm

28nm

Chipfläche

551 qm²

551 qm²

294 qm²

380 qm²

Chiptakt

863 MHz

837 MHz

1.006 MHz

1.000 MHz

Shader-Einheiten

2.304

2.688

1.536

2.048

Textur-Einheiten

192

224

128

128

GDDR5-Speicher

3.072 MB

6.144 MB

2.048 MB

3.072 MB

Speichertakt (effektiv)

6.008 MHz

6.008 MHz

6.008 MHz

6.000 MHz

Speicheranbindung

384 Bit

384 Bit

256 Bit

384 Bit

Speicherbandbreite

288 GBit/s

288 GBit/s

192 GBit/s

278 GBit/s

Maximaler TDP (Herstellerangaben)

250 Watt

250 Watt

195 Watt

250 Watt

Preis

640 Euro

950 Euro

420 Euro

390 Euro

Ausstattung: Gamer-freundliche Funktionen

Bereit für vier Monitore.
Vergrößern Bereit für vier Monitore.
© Nvidia

Neben der dynamischen Taktratenanpassung GPU Boost 2.0 hat Nvidia weiter an die Gamer gedacht. Adaptive VSync ist seit der GTX-600-Serie mit an Bord und soll Mikroruckler in Spielen auf ein akzeptables Minimum reduzieren. Die filmreife Kantenglättung TXAA lässt sich bei ebenfalls nutzen, sofern das Spiel die Technik unterstützt. Für die Wiedergabe von Inhalten im stereoskopischen 3D dürfen Sie auf Nvidia 3D Vision zurückgreifen, das mittlerweile recht viele Games unterstützen. Die Echtzeit-Physikberechnung PhysX rundet das Paket ab. Bei den Schnittstellen gibt es keine Überraschungen. Dank der vier Anschlüsse lassen sich ohne Probleme vier Monitore parallel ansteuern, wobei einer davon im Landscape-Modus laufen muss.

AUSSTATTUNG

Nvidia Geforce GTX 780

Video-Anschlüsse

Displayport

1

HDMI

1

DVI

2

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

TECHNISCHE DATEN

Nvidia Geforce GTX 780

Grafikprozessor (Takt)

Nvidia GK110

GPU-Takt

863 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

2304

Shader-Takt

863 MHz

DirectX-Version

11.0

Speicher-Größe

3072 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1502 MHz

Speicher-Busbreite

384 Bit

Grafikkarten-Bios

80.10.36.00.01

Grafikkarten-Treiber

Forceware 320.18 (9.18.13.2018)

Kartenlänge

26,5 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

2x (1x 8polig, 1x 6polig)

Spiele-Leistung: näher an der Titan als an der 680

Tadellose Leistung in allen Stages.
Vergrößern Tadellose Leistung in allen Stages.

Bei der Gaming-Performance erhalten wir durchweg gute Ergebnisse, die sich natürlich eher einer GTX Titan nähern, als einer GTX 680. Unsere Vergleichstabelle weiter unten zeigt die Parallelen unverkennbar. Unseren Ergebnissen nach zu urteilen ist eine GTX 780 bei der Gaming-Performance knapp 30 Prozent flotter unterwegs als eine GTX 680 und nur etwa 10 bis 15 Prozent langsamer als eine Titan. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass keines der getesteten Spiele unter die spielbare Bildratengrenze einbricht. Auch im 3DMark sprechen die Ergebnisse der verschiedenen Stages dieselbe Sprache.

SPIELE-LEISTUNG

Nvidia Geforce GTX 780

Nvidia Geforce GTX Titan

Nvidia Geforce GTX 680

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Preset): Ice Storm / Cloud Gate / Fire Strike

140 109 / 25 688 / 8441

174 882 / 26 352 / 8 894 Punkte

137 300 / 23 386 / 6315

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

77 Bilder/s

79 Bilder/s

60 Bilder/s

Tomb Raider: höchste Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

75 Bilder/s

89 Bilder/s

39 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

96 Bilder/s

119 Bilder/s

78 Bilder/s

So tunen Sie Ihre Nvidia-Geforce-Grafikkarte

Multimedia- / GPGPU-Leistung: Schwachstelle OpenCL

Hohe Direct-Compute-Leistung.
Vergrößern Hohe Direct-Compute-Leistung.

Im Computemark leisten die Cuda-Shader über die Direct-Compute-API ordentliche Arbeit, das Ergebnis kommt fast an das hohe Niveau der Titan heran. Schwachstelle ist eher die Leistung über die OpenCL-Schnittstelle. Die Leistung ist ohne Frage der Oberklasse würdig, im Vergleich zu einer GTX 680 hat sich die Performance in Luxmark 2.0 immerhin fast verdoppelt. Doch an den Wert einer Radeon HD 7970 GHz-Edition kommt die GTX 780 nicht heran.

MULTIMEDIA-LEISTUNG

Nvidia Geforce GTX 780

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex)

2196 Punkte

OpenGL-Leistung (Cinebench 11.5)

1208 Tausend Samples/Sekunde

Umwelt-Eigenschaften: heißer Feger

Während unserer Testdurchläufe fällt uns recht schnell auf, dass die GTX 780 recht viel Abwärme produziert und uns munter entgegen bläst. Ein Blick auf die Temperaturanzeige verrät uns den Grund: Bei voller Auslastung klettert die Temperatur auf hohe 82 Grad Celsius. Das ist eindeutig zu viel und wir hoffen, dass die Boardpartner bessere Kühllösungen verbauen. Übrigens unterscheidet sich das Referenzdesign nicht vom Design der Titan, nur durch die Aufschrift können wir die beiden Karten wirklich voneinander unterscheiden. Auch für die zusätzliche Stromzufuhr sind ein 8poliger und ein 6poliger Netzteil-Anschluss nötig.

Bei der Betriebslautstärke rauscht die GTX 780 lauter als sein großer Bruder. Doch bei Referenzdesigns sind wir schlimmere Sachen gewohnt. Nicht so schlimm fällt die Leistungsaufnahme aus, die zwar höher ausfällt als bei einer GTX 680, aber zumindest etwas niedriger als bei der Titan und insgesamt dennoch zu hoch ist. Dieser Umstand ist im Hinblick auf die fast komplett gleiche GPU nicht verwunderlich.

UMWELT UND GESUNDHEIT

Nvidia Geforce GTX 780

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

99 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

378 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

0,3 Sone

Betriebsgeräusch: Last

3,5 Sone

Temperatur: Leerlauf

38° Celsius

Temperatur: Last

82° Celsius

Test-Fazit zur Nvidia Geforce GTX 780

Test-Fazit zur Nvidia Geforce GTX 780
Vergrößern Test-Fazit zur Nvidia Geforce GTX 780
© Nvidia

Die Nvidia Geforce GTX 780 ist nach der hauseigenen GTX Titan die schnellste Singlecore-Grafikkarte auf dem Markt, so viel steht fest. Spiele sind absolut kein Problem, bei der Multimedia-Wertung fällt nur die OpenCL-Leistung eher moderat aus. Und zumindest beim Referenzdesign erhitzt sich die GPU viel zu stark – ein No-Go im geschlossenen Gehäuse.

Irritiert hat uns allem voran aber die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers: Für Deutschland ist ein Preis von rund 640 Euro geplant, was wir für viel zu hoch angesetzt halten. Denn der Umstieg von einer GTX 680 auf die neue Generation halten wir für unnötig, der Leistungssprung zur Vorgängergeneration fällt nicht allzu rabiat aus. Eine herkömmliche GTX 680 erhalten Sie aktuell für etwa 420 Euro. Wer allerdings bis jetzt noch eine GTX 580 im Rechner hat, für den lohnt sich der Wechsel viel eher. Wenn Sie allerdings nicht auf das Geld achten müssen, greifen Sie lieber gleich zur Titan. Und wenn es nicht unbedingt das Nvidia sein muss, bietet AMD mit der Radeon HD 7970 GHz-Edition immer noch die preisgünstigste Alternative an.

ALLGEMEINE DATEN

Nvidia Geforce GTX 780

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

Nvidia

Internetadresse von Nvidia

www.nvidia.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

640 Euro

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