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Nvidia Geforce GTX 760 im Test

25.06.2013 | 15:00 Uhr |

Rund 240 Euro für eine Grafikkarte, die selbst aktuelle Games problemlos in vollsten Details darstellen kann: Wir haben die Geforce GTX 760 im Test, die vor allem durch ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis beeindrucken kann. Ob es auch Schwächen gibt, erfahren Sie im Test.

Die GTX- X 60-Reihe ist schon seit jeher bekannt dafür, möglichst viel Grafikleistung für vergleichsweise geringes Geld zu bieten. Nvidia selbst stellt die Geforce GTX 760 als die erschwingliche Alternative zur GTX 770 und 780 vor, die flüssige Bildraten in Full-HD bieten soll. Wir verraten Ihnen, ob es bei dem vielen Licht auch Schatten gibt.

Nvidia selbst sieht den PC immer noch als die stärkste Gaming-Plattform an und ist der Überzeugung, dass sich dieser Trend auch in Zukunft kaum ändern wird. Nach mehreren Umfragen zufolge verdienen Publisher am meisten mit PC-Spielen, außerdem stecken 48 Prozent aller Entwickler ihre Bemühungen in die Entwicklung für den PC als Spieleplattform. Zudem betont Nvidia, dass viele aktuelle Spiele auf einzigartige Techniken wie 3D Vision , PhysX oder FXAA (Fast Approximate Anti-Aliasing) setzen, die andere Karten nicht bieten. Hier stichelt der Hersteller gegen Konkurrent AMD, der in so ziemlich allen kommenden Spiele-Konsolen wie der Xbox One oder Playstation 4 die Grafik- und Recheneinheit stellt.

Ausstattung: Bewährter Kepler-Chip

Technische Daten im Detail.
Vergrößern Technische Daten im Detail.

Genau wie der Chip der erst kürzlich vorgestellten Geforce GTX 770 handelt es sich bei der GTX 760 um die bewährte GK104-GPU auf Basis der Kepler-Architektur, die erstmals in der Vorgänger-Generation mit der GTX 680 Verwendung fand. Tatsächlich ist das Speichersubsystem direkt aus dem ehemaligen Flaggschiff entnommen, womit wir auf einen Speicherdurchsatz von über 6 GBit/s kommen. Auch bei den restlichen technischen Daten ähnelt die GTX 760 einer 680 sehr stark: Der Grafikspeicher und das Speicherinterface sind gleich groß, die Anzahl der Shader-Einheiten ist mit 1152 Stück jedoch etwas geringer. Diese Cuda-Kerne sind auf insgesamt sechs SMX-Einheiten aufgeteilt, zwei weniger als noch beim Ur-Kepler. Der Chiptakt fällt ebenfalls etwas zahmer aus, im Vergleich zum Vorgänger GTX 660 ist der Takt identisch. Folgende Tabelle zeigt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu verschiedenen Grafikchips.

Grafikkarten-Mittelklasse: Technische Daten im Vergleich

 

Nvidia Geforce GTX 760

Nvidia Geforce GTX 660

AMD Radeon HD 7870

Grafikchip

GK104

GK106

Pitcairn XT

Fertigung

28nm

28nm

28nm

Chipfläche

294 qm²

221 qm²

212 qm²

Chiptakt

980 MHz

980 MHz

1.000 MHz

Shader-Einheiten

1.152

960

1.280

GDDR5-Speicher

2.048 MB

1.024 MB

2.048 MB

Speichertakt (effektiv)

6.008 MHz

6.008 MHz

4.800 MHz

Speicheranbindung

256 Bit

192 Bit

256 Bit

Speicherbandbreite

192 GBit/s

144 GBit/s

154 GBit/s

Maximaler TDP (Herstellerangaben)

170 Watt

140 Watt

130 Watt

Betreibt bis zu vier Monitore parallel.
Vergrößern Betreibt bis zu vier Monitore parallel.
© Nvidia

Technische Features der Geforce GTX 760

Eine verbesserte Lüftersteuerung soll für stabile Lüfter-Umdrehungen sorgen.
Vergrößern Eine verbesserte Lüftersteuerung soll für stabile Lüfter-Umdrehungen sorgen.
© Nvidia

Nvidia hat bei der Entwicklung von Grafikkarten vor allem die Gamer im Fokus. Der GPU Boost ist in Version 2 mit an Bord und nutzt beim vollautomatischen Übertakten nicht nur den Spielraum bis zur Verbrauchsgrenze, sondern berückstichtigt nun auch die Betriebstemperatur des Grafikchips. Das verhindert zu hohe Temperaturen und soll die Lebensdauer der Grafikkarte verlängern.

Geforce Experience ist ein weiteres Tool, das den Gamer-Alltag komfortabler gestalten möchte. Hier gleichen Nvidia-Server aus der Cloud Ihre individuelle Systemkonfiguration ab und stellen Ihnen bei Bedarf die Grafikoptionen der unterstützten Spiele so ein, dass Sie das beste Spielerlebnis erhalten. Eine neu entwickelte Lüftersteuerung soll außerdem für stabilere Lüftergeschwindigkeiten sorgen, ein grober und ständig schwankender Anstieg oder Abfall der Umdrehungen pro Minute sollen der Vergangenheit angehören.

AUSSTATTUNG

Nvidia Geforce GTX 760

Video-Anschlüsse

Displayport

1

HDMI

1

DVI

2

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

TECHNISCHE DATEN

Nvidia Geforce GTX 760

Grafikprozessor

Nvidia GK104

GPU-Takt

980 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

1152

Shader-Takt

980 MHz

DirectX-Version

11.0

Speicher-Größe

2048 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1502 MHz

Speicher-Busbreite

256 Bit

Grafikkarten-Bios

80.04.B6.00.01

Grafikkarten-Treiber

Forceware 320.39

Kartenlänge

24,4 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

2x 6polig

Multimedia-Leistung: Gestiegenes Niveau

Ergebnis des Direct-Compute-Benchmarks.
Vergrößern Ergebnis des Direct-Compute-Benchmarks.

Computemark testet die GPGPU-Leistung des Grafikchips über die Schnittstelle Direct Compute, das integraler Bestandteil von Microsofts DirectX ist. Und die Performance kann sich durchaus sehen lassen, denn hier erreichen wir das Niveau einer übertakteten GTX 660 Ti oder einer übertakteten AMD Radeon HD 7870 . Bei der OpenCL-Leistung befinden wir uns nach Aussage des Tools Luxmark 2.0 auf einem Level mit der GTX 660 Ti, was wiederum auf einer Höhe mit der Einsteiger-Grafikkarte AMD Radeon HD 7750 liegt.

MULTIMEDIA-LEISTUNG

Nvidia Geforce GTX 760

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex)

1308 Punkte

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

504 Tausend Samples/Sekunde

Spiele-Leistung: Definitive Gaming-Karte

Ergebnisse der drei Stages.
Vergrößern Ergebnisse der drei Stages.

Nvidia verspricht absolut flüssige Bildraten in Spielen bei einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Die Behauptung können wir vollkommen bestätigen, in allen drei von uns getesteten Spielen messen wir absolut ruckelfreie Bildraten. Hier liegen wir sogar auf dem Niveau einer übertakteten Radeon HD 7950 und GTX 670 ! Auch beim synthetischen Benchmark 3DMark erreichen wir vergleichbare Punktzahlen in allen drei Stages.

Ratgeber: So tunen Sie Ihre Nvidia-Geforce-Grafikkarte

SPIELE-LEISTUNG

Nvidia Geforce GTX 760

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

57 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

70 Bilder/s

Tomb Raider: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

42 Bilder/s

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Ice Storm)

131 977 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Cloud Gate)

21 997 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Fire Strike)

5569 Punkte

Umwelt-Eigenschaften: Typisch Referenz

Speicherbausteine auf der Unterseite der Platine.
Vergrößern Speicherbausteine auf der Unterseite der Platine.
© Nvidia

Das Referenzdesign orientiert sich in Sachen Kühldesign an der Vorgängergeneration. Wunder dürfen wir nicht erwarten, doch das Problem haben so ziemlich alle Referenzdesings an sich. Der Lüfter ist mit 3,7 Sone bei voller Last unüberhörbar, die Betriebstemperatur klettert auf happige 83 Grad Celsius. Nvidias Boardpartner sollten zumindest in diesen beiden Punkten für Besserung sorgen. Die Leistungsaufnahme ist höher als beim Vorgänger – ein Kompromiss, den Sie für die gestiegene Performance eingehen müssen.

UMWELT UND GESUNDHEIT

Nvidia Geforce GTX 760

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

93 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

318 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

0,7 Sone

Betriebsgeräusch: Last

3,7 Sone

Temperatur: Leerlauf

30° Celsius

Temperatur: Last

83° Celsius

Test-Fazit zur Nvidia Geforce GTX 760

Test-Fazit zur Nvidia Geforce GTX 760.
Vergrößern Test-Fazit zur Nvidia Geforce GTX 760.
© Nvidia

Nvidia hat mit der Geforce GTX 760 vieles richtig gemacht. Für vergleichsweise wenig Geld erhalten Sie so viel Gaming-Leistung wie noch nie, das Niveau ist beeindruckend hoch. Hinzu kommt nocht der günstige Verkaufspreis. Diese Kombination sorgt letztendlich für eine super Preis-Leistung. Außerdem erhalten Käufer viele Gamer-freundliche Techniken, die es bei der Konkurrenz kaum gibt. Wer auf der Suche nach möglichst viel Leistung für einen erschwinglichen Preis ist, kommt derzeit um die GTX 760 nicht herum. Dennoch darf nicht unerwähnt bleiben, dass auch bereits eine günstigere AMD-Karte wie die HD 7870 bereits ausreicht, um anständig zu Daddeln. Wer auf preislich noch niedrigere Karten der 700-Serie wartet, den müssen wir enttäuschen: Die hier vorgestellte GTX 760 markiert das aktuelle Ende des Line-ups für einen gewissen Zeitraum.

Die Leistungsaufnahme ist für eine Grafikkarte aus dieser Preisklasse recht hoch, aber immer noch im vertretbaren Rahmen – vor allem in Hinblick auf die gezeigte Leistung. Bei der Multimedia-Wertung hinkt die GTX 760 jedoch hinter AMD-Modellen hinterher, und das ziemlich deutlich. Referenztypisch laut ist auch der Lüfter. Gaming-Bundles à la AMDs "Never Settle" hat Nvidia aktuell leider nicht zu bieten.

ALLGEMEINE DATEN

Nvidia Geforce GTX 760

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

Nvidia

Internetadresse von Nvidia

www.nvidia.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

etwa 240 Euro (199 Euro, zzgl. Mehrwertsteuer)

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