Android-Tablet

Nexus 7: Die Schwächen

Mittwoch den 01.08.2012 um 15:10 Uhr

von Thomas Rau, Christian Remse

Google Nexus 7 32GB Wi-Fi schwarz
Google Nexus 7 32GB Wi-Fi schwarz
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Das Nexus 7 hat ein großes Problem: Abgesehen vom hochauflösenden Bildschirm und dem Quad-Core-Prozessor hat Google den Fertiger Asus aufgefordert, alles wegzulassen, was das Tablet verteuern würde. Dem Nexus 7 fehlt beispielsweise eine rückwärtige Kamera. Als Ersatzknipse würde das leichte und kompakte 7-Zoll-Tablet mehr Sinn machen als ein großer 10-Zöller. Die Auflösung der Frontkamera beträgt 1280 x 960 Bildpunkte.
Das werden Sie oft sehen: Der Speicher im Nexus 7 wird
knapp
Vergrößern Das werden Sie oft sehen: Der Speicher im Nexus 7 wird knapp

Zu wenig Speicher: Das Nexus 7 muss in die Cloud

Ebenfalls nervig: Die 199-Dollar-Version des Nexus 7 bietet nur 8 GB Speicher. Davon sind außerdem nur 5,75 GB frei verfügbar. Und die sind mit ein paar Filmen, Musik und Spiele-Apps schnell gefüllt. Der interne Speicher lässt sich nicht erweitern: Dem Nexus 7 fehlt ein Kartenleser. Das hat zur Folge, dass Sie als Nexus-Nutzer förmlich in die Cloud gezwungen werden.

Für die Verbindung zur Cloud müssen Sie aber online sein. Und hier kommt der zweite große Nachteil des Nexus 7 zum Tragen: Das 7-Zoll-Tablet ist zwar viel leichter, kleiner und damit deutlich mobiler als ein 10-Zoll-Tablet. Aber es bringt nur WLAN mit und zwingt Sie somit in die Nähe eines Access Points. Klar können Sie dem Nexus 7 durch Tethering per Smartphone zum 3G-Zugang verhelfen: Aber das ist umständlich und zehrt bei beiden Geräten am Akku.

Nur zwei Anschlüsse gibt's am Nexus 7: Micro-USB und
Kopfhörerausgang
Vergrößern Nur zwei Anschlüsse gibt's am Nexus 7: Micro-USB und Kopfhörerausgang

Nur Micro-USB und Kopfhörer: Kein Kartenleser

Viele Anschlüsse besitzt das Google Nexus 7 nicht: Mit einem PC oder dem Netzteil verbinden Sie es über das beiliegende USB-Adapter-Kabel, das in den Micro-USN-Port des Tablets passt. Ansonsten gibt es noch einen Kopfhörerausgang, ebenfalls an der Unterseite des Tablets.

Die Versäumnisse bei der Hardware lassen sich noch mit dem niedrigen Preis entschuldigen. Kleine Tablets mit 3G wie das Samsung Galaxy Tab 2 7.0 kosten nun mal mindestens rund 150 Euro mehr. Doch das Nexus 7 offenbart auch einige Ungereimtheiten bei der Handhabung, bei denen man sich fragen muss, ob Google einfach nur geschlampt hat.

Wo Sie beim Nexus 7 nachbessern müssen

Der Startbildschirm und das Apps-Menü beispielsweise bleiben immer in der Protrait-Ausrichtung – auch wenn Sie die ab Werk ausgeschaltete Bildschirmrotation im Menü aktivieren. Zwar werden Sie das kleine Tablet meist in dieser Buchausrichtung nutzen. Aber beim Filme schauen oder auch bei anderen Apps ist der Landscape-Modus praktischer. Kehren Sie nun aus einer Landscape-App wieder zum Startbildschirm zurück, müssen Sie das Tablet drehen – das nervt auf Dauer. Oder Sie zwingen das Nexus 7 über eine App wie Ultimate Rotation Control zur Drehung.

Jedes Android-Smartphone und –Tablet hat eine Kamera-Apps: Dem Nexus 7 fehlt sie dagegen. Nur über Apps, die auf die Kamera zugreifen, wie beispielsweise Google+ oder Skype, können Sie sie starten. Das ist einerseits sinnvoll, weil die Frontkamera vor allem zur Videotelefonie dient. Aber trotzdem hätten wir uns gewünscht, dass Google uns wenigstens die Wahl lässt, die Internetkamera des Nexus 7 auch als Knipse zu nutzen. Auch hier schaffen aber zusätzliche Apps Abhilfe – zum Beispiel die Camera Launcher App für das Nexus 7.

Für Android 4.1 gibt es keinen Flash-Player mehr
Vergrößern Für Android 4.1 gibt es keinen Flash-Player mehr

Keine Flash fürs Nexus 7

Schließlich endet mit dem Nexus 7 und Jelly Bean auch die Flash-Unterstützung von Android-Tablets. Den Adobe Flash-Player können Sie fürs Nexus 7 nicht herunterladen. Trotz des Vormarsches von HTML 5 setzen viele Webseiten immer noch auf Flash – und die lassen sich nun mit dem Nexus 7 genauso wenig nutzen wie mit dem iPad.

Weitere Schwachpunkte offenbart der Test: Das WLAN-Modul des Nexus 7 ist ziemlich langsam – und funkt nur auf der überlaufenen 2,4-GHz-Frequenz. Nur wenige Tablets unterstützen die schnellere, weil freiere Frequenz 5 GHz – zum Beispiel das iPad 3.

Auch beim Abspielen verschiedener Videoformate enttäuscht das Nexus 7. Es spielte zwar alle MP4-Testdateien ab – auch mit Full-HD-Auflösung und High Profile. Daran scheitern beispielsweise Tablets mit Tegra 3. Sogar MPEG2-Dateien funktionierten auf dem Nexus 7. Dafür stieg es bei Videos im AVI-Container aus und wollte auch WMV-Filme nicht wiedergeben – üblicherweise kein Problem für Honeycomb- und Ice-Cream-Sandwich-Tablets.

Mittwoch den 01.08.2012 um 15:10 Uhr

von Thomas Rau, Christian Remse

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • Feuerfux 01:16 | 30.08.2012

    Bei dem Preis muss man halt irgendwo Abstriche machen.

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  • Silvester 17:52 | 29.08.2012

    Was in aller Welt sind das für Entscheidungen hinsichtlich der Manager ?

    UMTS fehlt (klar hab ja immer mein WLAN dabei)
    SD-Slot, ganz fatall, ein no go.

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  • deoroller 12:09 | 29.08.2012

    Die Firmware/BIOS können sie noch nicht aus der Cloud laden. Denn woher soll das Gerät wissen, dass es das Urbetriebssystem laden muss, wenn es keins hat, dass die Anweisungen dazu gibt?

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  • chevie 07:08 | 29.08.2012

    Nexus 7 und die Cloud

    Der Gedanke das man "alles mögliche" in der Clud speichern sollte und deswegen der Verzicht auf die Speicherkarte fängt genau in dem Moment an zu hinken in dem man das Haus verlässt. Dann hat man nämlich sein WLAN nicht mehr um sich und kann, wegen fehlendem 3G, auch nicht mehr auf "seine Cloud" zugreifen. Das man aus Kostengründen auf 3G verzichtet, lasse ich mir noch eingehen, das braucht man ja nicht unbedingt zum Leben, aber der Verzicht auf die Speicherkarte stößt mir doch sehr sauer auf. Schade, denn mit Karte wäre das Nexus 7 ein echter Bringer und sicher demnächst bei mir auf dem Tisch gelegen. So wirds wohl doch eher das SAMSUNG TAB werden das mir alles das bietet was mein Herz an einem TAB begehrt.

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