Vergleichtstest

Neun MP3-Player im Test

Mittwoch den 11.01.2012 um 12:50 Uhr

von Eugen Schmitz

Vergleichs-Test MP3-Player
Vergrößern Vergleichs-Test MP3-Player
© iStockphoto.com/pixdeluxe
Hart bedrängt von den Handys und Smartphones, stellen die Hersteller von MP3-Playern den besseren Klang ihrer Geräte heraus. PC-WELT schickte neun aktuelle Modelle zum Härte-Test ins Testlabor, um zu überprüfen, was an dem Verprechen dran ist.
Musik ist Trumpf - zumindest dann, wenn man sich sein eigenes Wunschprogramm gestalten kann. Da kommen MP3-Player mit viel Speicherplatz gerade recht. Die 4 GB des kleinen Sandisk Sansa Clip Zip zum Beispiel reichen bei guter MP3-Qualität (Bitrate 192 KBit/s) für etwa 48 Stunden Unterhaltung, das entspricht circa 1000 MP3-Dateien mit einer durchschnittlichen Länge von 3 Minuten. Die meisten anderen Modelle sind mit 8 GB bestückt. Im Sony NWZ-S765 stecken sogar 16 GB. Er kann also Musik für eine Woche rund um die Uhr speichern, was circa 3500 MP3s entspricht. Bei noch größerem Speicherbedarf lassen sich die Modelle von Creative, Coby, Sandisk, Transcend und Trekstor mit Micro-SD-Speicherkarten aufrüsten.

MP3-Player im Test: Besondere Auffälligkeiten

Vor dem Musikgenuss stellen die meisten Geräte ihren Besitzer auf eine Geduldsprobe: Fast zwei Stunden dauerte es zum Beispiel, 8 GB an MP3-Dateien auf den Transcend MP870 zu kopieren. Der Coby MP828 und der Trekstor i.Beat veo waren fast genauso langsam. Richtig schnell ging’s nur beim Creative Zen Style M300: Bei ihm lief die Datenübertragung etwa fünfmal schneller als beim Daten-Trödler von Transcend.

Praktisch: Auf alle Geräte ließen sich die Musikdateien vom PC ohne umständliche Verwaltungs-Software wie iTunes kopieren. Schwieriger war es, manchen MP3-Spieler sicher anzuschließen: Das von Philips und Sandisk mitgelieferte USB-Kabel war nur gut 14 Zentimeter, das von Creative sogar nur vier Zentimeter lang. Die anderen Hersteller spendierten USB-Kabel mit einer Länge von 72 bis fast 100 cm. Die Strippen der Ohrhörer waren dagegen durchgängig ausreichend lang.

Der MP3-Player Coby MP828 verfügt sogar über eine Kamera,
die aber nur bescheidene Bildqualität liefert.
Vergrößern Der MP3-Player Coby MP828 verfügt sogar über eine Kamera, die aber nur bescheidene Bildqualität liefert.

Besonders viele Audio-Formate können die MP3-Player von Archos, Transcend und Trekstor abspielen. Alle besitzen zudem einen Radioempfänger. Doch nur der Philips Gogear Ariaz zeigte statt der Frequenz die Sendernamen an. Im Coby MP828 steckt eine Kamera, die Fotos mit 640 x 320 Bildpunkten schießt. Der Einsatzbereich ist jedoch eingeschränkt: Es gibt weder Fotoleuchte noch Blitz, und die Farben der Aufnahmen waren recht flau. Der Sony NWZ-S765 sowie der Creative Zen Style M300 übertragen die Musiksignale auf Wunsch per Bluetooth-Funkverbindung an entsprechende Funk-Lautsprecher oder Funk-Kopfhörer.

Der Archos 30C Vision und der Coby MP828 werden über den berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert, die anderen Kandidaten über Tasten. Die Displays des Philips Gogear Ariaz und der Sony-Walkmans ließen sich auch bei Sonnenlicht noch recht gut ablesen. Die Anzeigen des Creative Zen Style M300 und des Sandisk Sansa Clip Zip sind so klein, dass die Menüschriften nur schwer lesbar waren.

Test-Fazit: Wenig Lob und viel Tadel für die MP3-Player

Die MP3-Player von Archos, Coby und Trekstor offenbarten einen deutlichen Bassmangel. Das Transcend-Gerät schwächelte hier nur leicht, die beiden Sony-Modelle taten bei tiefen Tönen sogar etwas zu viel des Guten. Nur die Player von Creative, Philips und  Sandisk lieferten über den Audio-Ausgang ideale, linealglatte Frequenzgänge. Der Sandisk Sensa Clip Zip spielte aber deutlich leiser als die Konkurrenz. Die Sony- sowie das Creative-Gerät erreichten Akku-Laufzeiten von teils weit über 30 Stunden. Die Modelle von Sandisk und Trekstor hielten dagegen keine zehn, der Coby MP828 nicht einmal fünf Stunden durch.

Deutliche Qualitäts-Unterschiede bei den Ohrhörern

Die meisten MP3-Spieler werden mit Ohrmuschel-Hörern
(links) ausgeliefert, die Modelle von Philips und Sony mit
Ohrkanal-Hörern (rechts).
Vergrößern Die meisten MP3-Spieler werden mit Ohrmuschel-Hörern (links) ausgeliefert, die Modelle von Philips und Sony mit Ohrkanal-Hörern (rechts).

Der Coby MP828 und seine Ohrhörer passten überhaupt nicht zusammen: Viel zu wenig Bass von der Elektronik und zu viele Mitten vom Ohrhörer mündeten in einem blechernen und hohlen Klang. Der Trekstor i.Beat veo ließ ebenfalls die tiefen, der Kopfhörer die hohen Töne vermissen. Die Konsequenz: Musik und Sprache klangen matt und farblos. Das galt auch für den Archos 30C Vision und den Transcend MP870, die aber bei Bässen und Höhen ein wenig mehr boten.


Das leichte Schwächeln bei Bässen und Höhen beim Sandisk Sansa Clip Zip lag an den Ohrhörern, die viel zu geringe Lautstärke am Gerät. Der Creative Zen Style M300 hätte ebenfalls bessere Ohrhörer verdient: Der schlappe Bass liegt nicht am Gerät, sondern an den mitgelieferten Ohrstöpseln. Mit viel mehr Spielfreude gingen die Sony-Modelle ins Rennen: Der Bässe waren kräftig und satt, die Mitten ausgeglichen. Allerdings fehlte im Hochtonbereich ein wenig Glanz. Am besten unterhielt der Philips Gogear Ariaz: Er lieferte knackige Bässe, saubere Mitten, strahlende Höhen und bot feinste Auflösung, ohne Stimmen zu verfärben oder zu verzerren.

Die Sieger im MP3-Player-Vergleichstest der PC-WELT

Der Testsieger Philips Gogear Ariaz macht alles richtig: Die Ausstattung stimmt, die technischen Daten sind top. Und die mitgelieferten Ohrhörer sind mit hörbarem Abstand die besten des Testfelds. Preis-Leistungs-Sieger Creative Zen Style M300 konnte den Testsieger nur bei der Datenübertragung abhängen. Aber er kostet mit 70 Euro auch nur knapp die Hälfte. Jedoch sollten Sie sich zu diesem MP3-Player bessere Ohrhörer hinzukaufen. Auf den nächsten Seiten gehen wir auf die einzelnen MP3-Player und die Test-Resultate einzeln ein.

Mittwoch den 11.01.2012 um 12:50 Uhr

von Eugen Schmitz

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • benni5 18:36 | 05.07.2012

    mehrere Philips-Modelle

    ich habe gerade mit interesse den beitrag gelesen.

    nun würde ich mir gerne den testsieger (philips gogear ariaz) kaufen, habe aber festgestellt, dass es zwei unterschiedliche modellnummern gibt.

    von der 4 gb-version:

    SA3ARA04K/02
    SA4ARA04KF/12

    bzw. von der 8 gb-version:

    SA4ARA08KF/12
    SA3ARA08K/02

    die oben genannten sind jeweils in schwarz. andere farben haben natürlich auch immer andere modellnummern.

    die frage ist nun: welche davon wurde hier getestet?

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