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Sonos Controller 200 und S5 im Praxistest

15.01.2010 | 13:25 Uhr |

Neues aus dem Hause Sonos: Nach dem Touchscreen-Controller 200 bietet das Unternehmen nun auch den All-in-One Zoneplayer S5 an. Wir haben beide Produkte in der Praxis getestet und sagen Ihnen, ob sich die Investition lohnt.

Sonos CR200
Vergrößern Sonos CR200
© 2014

Das größte Manko des Sonos-Systems war der etwas klobige Standard-Controller 100. Er ist nicht nur relativ schwer und unhandlich, auch die Bedienung über das Touchwheel gestaltete sich teils quälend langsam, da jeder Buchstabe - beispielsweise bei einer Titelsuche - erst nach und nach zusammengedreht werden musste. Zwischenzeitlich sorgte das Unternehmen mittels einer kostenlosen App für iPod/iPhone für Abhilfe, die Sonos-Nutzern mit einem solchen Gerät endlich die Bedienung per Touchscreen erlaubte. Nachteil: Das iPhone beziehungsweise der iPod touch benötigt zur Verbindung mit dem Sonos-Netzwerk ein WLAN, er nutzt also nicht die proprietäre Funktechnik von Sonos. Je nach Standort konnte es so zu Verbindungsabbrüchen kommen.

Nun hat Sonos mit dem Controller 200 ein eigenes, voll integrierbares Steuergerät veröffentlicht, dass über einen Touchscreen verfügt. Der Controller ist dabei ein wenig größer und dicker als ein iPod touch und verfügt über alle Funktionen, die man vom normalen Controller gewöhnt ist. Das Steuergerät liegt sehr gut in der Hand und lässt sich auch von Einsteigern schnell intuitiv bedienen.

Sonos hat beim Controller 200 offenbar einiges unter der Haube verbessert, denn der Controller arbeitet um einiges flotter, als die alte Version. So erfolgt der Aufruf von Napster oder anderen Musikdiensten innerhalb von zwei bis drei Sekunden, auch die Suche liefert wesentlich schneller Ergebnisse. Beim alten Controller verging hingegen schon mal die doppelte Zeit. Auch ist der CR 200 wesentlich schneller einsatzbereit, als das alte Modell. Praktisch bei der Suche nach Alben oder Titeln ist vor allem die Vorschlagsliste, die schon nach wenigen Buchstaben passende Interpreten, Titel oder Alben liefert. Was jedoch immer noch fehlt, ist eine Art Fuzzylogik, die auch kleine Tippfehler verzeiht und auch dann noch eventuell passende Ergebnisse offeriert. Zudem funktioniert die Vorschlagliste nicht immer perfekt, so bot das System bei der Eingabe von "Emin" zwar korrekt auch den Künstler Eminem an, bei der Buchstabenfolge "Emine" hingegen nicht mehr.

Um beim Beispiel Napster zu bleiben: Viele Funktionen wie "Neue Alben" oder Ergebnislisten waren mit dem alten Controller nur umständlich zu nutzen. Grund war, dass viele Informationen wie Künstler oder Albencover nicht angezeigt worden sind. Dies ändert sich mit dem Controller 200 grundlegend. Wie von der iPhone/iPod-App gewohnt, werden alle Ergebnisse inklusive Alben-Cover und detaillierten Infos angezeigt, was die Bedienführung wesentlich erleichtert. Etwas versteckt wurde beim neuen Controller 200 hingegen die Darstellung der aktuellen Laufzeit eines Songs, diese wird nur dann sichtbar, sobald auf den Songtitel getippt wird.

Das Design des Controller 200 ist ganz im bekannten Sonos-Stil gehalten. Etwas schlicht durch den mattierten Aluminium-Look und ein wenig klobig (im Vergleich zum iPod touch), dafür aber mit einem sehr guten, hellen Display (640x480) und einer akzeptablen Akkulaufzeit - je nach Verwendungshäufigkeit muss der Controller 200 alle zwei bis drei Tage ans Netz. Dank der gummierten Rückseite liegt der Controller 200 gut in der Hand. Ein weiterer, positiver Aspekt: der integrierte Akku ist austauschbar. Ganz ohne Tasten kommt aber auch der Controller 200 nicht aus: Unterhalb des Displays finden sich eine Stummschaltung, zwei Lautstärkeregler sowie ein Home-Button.

Fazit: Der Sonos Controller 200 fügt sich perfekt in ein bestehendes Sonos-System ein und bietet Touchwheel-geplagten Anwendern endlich die Steuerung per Fingertipp. Im Grunde wäre der Controller uneingeschränkt zu empfehlen, wäre da nicht der exorbitant hohe Preis: 349 Euro verlangt Sonos für das handliche Steuergerät, das auf den ersten Blick nichts anderes vermag, als die iPhone/iPod-App. Klar ist, dass ein iPod touch schon für einen Bruchteil des Preises für den Controller 200 erhältlich ist und vielfältiger eingesetzt werden kann. Dafür bietet der Controller 200 mit 640x480 Pixel eine höhere Auflösung, ist schneller einsatzbereit, verfügt über einen austauschbaren Akku mit langer Laufzeit und fügt sich perfekt in das Sonosnet ein. Der iPod hingegen punktet mit teils schnelleren Ladezeiten, hat aber manchmal Probleme mit Listen, die aus unerfindlichen Gründen auf einmal verschwinden. Auch muss man beim iPod touch/iPhone mit den Eigenheiten des jeweiligen WLAN-Netzes leben, Abstürze und relativ niedrige Reichweite kommen dabei gerne vor. Letztlich muss jeder Sonos-Kunde selbst entscheiden, ob ihm der Controller 200 diesen Preis wert ist.

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