Netzwerk über die Stromleitung
Powerline-Adapter D-Link DHP-302 im Test
Ähnlich wie WLAN hängt das Tempo auch beim Vernetzen über die Stromleitung sehr von den Umgebungsbedingungen ab – etwa von der Qualität und Länge der Leitungen oder davon ob und wie viele andere Geräte gerade an der Leitung hängen. Wir haben den DHP-302 in einem Wohnhaus getestet und dabei in mehreren Durchläufen die Übertragungsrate zwischen verschiedenen Zimmern gemessen: Im ersten Test hing dabei jeder der beiden Adapter an einer Steckdose, und im Haushalt waren störende Verbraucher soweit wie möglich ausgeschaltet – das sind ideale Bedingungen für einen Powerline-Adapter. Hier sollte er die besten Datenraten erzielen. Für den zweiten Test platzierten wir jeden der Adapter in einer Steckdosenleiste und belegten die benachbarten Steckdosen mit weiteren Stromverbrauchern: In diesem Fall liegt der Störpegel auf der Stromleitung sehr hoch – die Datenraten des Adapters werden einbrechen: Wie sehr, hängt von der Qualität des Adapters ab.
Die Verbindungsqualität zeigt der DHP-302 übrigens über eine LED an: Leuchtet sie grün, ist die Leitung ausreichend gut für eine Transferrate von 20 MBit/s oder mehr. Eine gelbe LED deutet auf eine Transferrate zwischen 6 und 20 MBit/s hin. Ist sie rot, gibt es Verbindungsprobleme. An drei weiteren LEDs können Sie ablesen, ob der Adapter aktiv ist, per LAN-Kabel mit einem Rechner verbunden und ob er im Powerline-Netzwerk die Haupteinheit ist: Letzteres ist wichtig für das Verschlüsseln der Übertragung.
Wie alle aktuellen Powerline-Adapter unterstützt auch der DHP-302 das Verschlüsseln per Knopfdruck. Ähnlich wie bei WLAN können auch Stromnetzadapter nur Daten austauschen, wenn sie dieselbe Netzwerkkennung besitzen. D-Link liefert seine Adapter mit einem Standard-Passwort aus: Nach dem Einstecken erkennen sich die Adapter daher sofort. Über den großen Knopf am Adapter kann man den Adapter, der als Haupteinheit fungiert, veranlassen, eine neue Kennung zu generieren. Damit ein weiterer Adapter diesen Schlüssel übernimmt, muss man innerhalb einer bestimmten Zeitspanne auch dort den Verschlüsselungsknopf drücken. Im Test klappte das problemlos.
Der Powerline-Adapter überträgt nicht nur Daten per Stromnetz. Er zieht daraus natürlich auch seine Leistung: Jeder Adapter gönnte sich im Test 5,5 Watt beim Senden. Ohne Datenübertragung, aber mit angeschlossenem LAN-Kabel maßen wir 4,6 Watt. Im Stromsparmodus zog der DHP-302 noch 1,8 Watt.
Eine neue Netzwerkkennung kann man auch über das mitgelieferte Installations-Tool erzeugen. Die Menüoberfläche der Software ist einfach gehalten, optisch aber wenig ansprechend. Neben den Sicherheitsoptionen bietet sie ein Menü, in dem Sie festlegen können, welche Anwendungen der Adapter beim Datentransfer bevorzugt (Quality of Service) – zum Beispiel Torrent oder Video-Streaming-Tools. Außerdem können Sie im Menüpunkt „System“ den Adapter auf die Werkseinstellungen zurücksetzen oder seine Firmware aktualisieren. Messen oder analysieren können Sie den Datentransfer mit dem Tool nicht.
Unter guten Bedingungen schafft der D-Link DHP-302 sehr ordentliche Datenraten. Mit Störungen auf der Stromleitung kommt er allerdings nicht sehr gut zurecht – das Übertragungstempo sinkt dann auf die Hälfte.


