25.02.2009, 10:45

Michael Schmelzle, Alexander Kuch

Nettop mit Extras

Medion Akoya E2005 D Nettop

Medion präsentiert mit dem Akoya E2005 D Nettop seinen ersten Mini-PC auf Basis von Intels Atom-Prozessor. Wie das Gerät sich von der Masse abhebt und ob sich der Rechner als Mediacenter eignet, verraten wir Ihnen in unserem Testbericht.
Mit Intels Atom-Prozessor 230, Onboard-Grafik, 1 GB Arbeitsspeicher und Windows XP gleichen sich Nettops bei den Hardware-Komponenten sowie beim verwendeten Betriebssystem oft wie ein Ei dem anderen. Medion spendiert dem Akoya E2005 D Nettop daher ein WLAN-Modul samt Antenne und einen DVD-Brenner. Der Ethernet-Controller unterstützt Gigabit-LAN, und die Softwareausstattung ist für diese Preislage ebenfalls üppig.
Konfiguration und Ausstattung: Medion stattet sein erstes Nettop-Gerät wie die meisten Hersteller mit dem Prozessor Intel Atom 230 aus. Dieser arbeitet mit einer Taktfrequenz von 1,6 GHz. Der DDR2-Arbeitsspeicher hat eine Kapazität von 1 GB. Der Rechner verfügt über keine eigene Grafikkarte, sondern setzt auf den Intel-Chipsatz 82945G. Die Festplatte Western Digital WD1600AJS-00WAA0 hat 160 GB - dies ist bei Nettops gegenwärtig die übliche Kapazität. In einigen Punkten weicht der Medion Akoya E2005 D Nettop allerdings positiv von der Konfiguration anderer Nettops ab: Der integrierte DVD-Brenner LG GH-20NS10 schreibt und liest alle üblichen CD- und DVD-Medien. Da es sich um kein Slot-in-Laufwerk, sondern um einen Brenner mit klassischer Laufwerkschublade handelt, können Sie die Scheiben nur bei horizontaler Aufstellung des PCs komfortabel einlegen und entnehmen.
Hinter einer Klappe auf der Vorderseite des Mini-PCs finden Sie eine Mikrofon- sowie eine Line-out-Buchse sowie zwei USB-Schnittstellen. Der Kartenleser, der ebenfalls hinter dieser Klappe liegt, unterstützt die Speicherkarten-Formate MMC/MS/MSPro/SD/XD. Auf der Geräterückseite befinden sich 4 weitere USB-Anschlüsse und ein VGA-Port. DVI- und HDMI-Anschlüsse sind nicht vorhanden. Der Onboard-Soundchip Realtek High Definition Audio ist mit 6 Anschlussbuchsen auf der Rückseite verbunden: Line-in, Mikrofon, Line-out sowie drei Ausgänge für eine Surround-Lautsprecheranlage stehen zur Verfügung. Für die Netzwerk-Konnektivität sorgen ein Gigabit-Ethernet-Anschluss sowie eine WLAN-Schnittstelle nach dem Standard 802.11b/g. Eine drehbare WLAN-Antenne erleichtert die Verbindung zum Heimnetzwerk. Diese Netzwerk-Ausstattung ist bei einem Nettop in der Preisklasse um 300 Euro durchaus nicht üblich, sondern überdurchschnittlich gut.
Für die vertikale Aufstellung des Akoya E2005 D Nettop liefert Medion einen Standfuß mit. Auf dem PC ist Windows XP Home als Betriebssystem vorinstalliert - zusätzlich finden Sie das System auf der beiliegenden Recovery-DVD. Medion ist - wie üblich - bei der Softwareausstattung nicht knauserig und installiert als Brennprogramm Nero 8 Essentials sowie für die DVD-Wiedergabe Cyberlink PowerDVD 7.
Tempo: Nettops zählen nicht gerade zu den leistungsfähigsten PCs und auch der Medion Akoya E2005 D Nettop reiht sich ein in die Riege der Geräte, die im Benchmark 3D Mark 06 unter dem Wert von 100 Punkten liegen: 70 Punkte erreichte unser bisher schwächster Kandidat, der Asus Eee Top ET1602 - der Medion Akoya E2005 D Nettop schafft 87 Punkte. Im Benchmark PC Mark 05 sieht die Sachlage ähnlich aus: Mit 1555 Punkten liegt der Medion-Nettop sogar noch unter der Asus Eee Box B202 mit 1579 Punkten. Für Büro-Aufgaben und die DVD-Wiedergabe reicht diese Leistung aus, aufwändige 3D-Spiele und Videobearbeitung sind damit allerdings nicht machbar - in dieser Preisklasse können Sie das allerdings auch nicht erwarten.
Ergonomie: Beim Stromverbrauch im Desktop-Betrieb gehört der Medion Akoya E2005 D Nettop zur Klasse der Stromsparer: Mit 31,6 Watt im Desktop-Betrieb verbraucht der PC zwar doppelt soviel wie die Asus Eee Box B202 mit 15 Watt, liegt aber deutlich unter dem Wert, den Billig-PCs mit Doppelkern-Prozessor in derselben Preislage verbrauchen (ab 60 Watt). Unter Volllast steigt der Verbrauch um nicht einmal 10 Watt an - 40,3 Watt haben wir gemessen. Dem Medion Akoya E2005 D Nettop können wir also einen noch akzeptablen Stromverbrauch bescheinigen.
Unser Tipp: Im heruntergefahrenen Zustand zieht der PC über das externe Netzteil ständig 3,3 Watt aus der Steckdose. Diesen Wert können Sie ganz einfach dadurch auf null senken, indem Sie den kleinen Schalter am externen Netzteil ausschalten. Diese Funktion ist bei externen Netzteilen leider eher selten anzutreffen und Medion leistet damit - in Zeiten stetig steigender Energiepreise - immerhin einen kleinen Beitrag zur Entlastung Ihres Geldbeutels.
Bei der Lautstärkeentwicklung verabschiedet sich der Medion Akoya E2005 D Nettop dann allerdings aus der Testumgebung der Nettop-Konkurrenz. Während der Averatec All-in-One A1 im Desktop-Betrieb mit 16,5 Watt praktisch unhörbar arbeitet, rauscht der Medion-Nettop mit 24,5 dB(A) bereits so laut wie ein Multimedia-PC mit Doppelkern-Prozessor, der eine wesentlich bessere Kühlung benötigt. Unter Volllast steigt dieser Wert aufgrund der knatternden Festplatte auf 28,5 dB(A). Das ständig hörbare Lüftergeräusch und die ratternde Festplatte erschweren einen Einsatz des Medion Akoya E2005 D Nettop als Mediacenter-PC im Wohnzimmer aufgrund der Geräuschkulisse also deutlich. Unterm Strich ist die Geräuschkulisse aber noch akzeptabel.
Fazit: Mit WLAN, DVD-Brenner, Gigabit-LAN und der guten Software-Ausstattung hebt sich der Medion Akoya E2005 D Nettop positiv von anderen Vertretern der Nettop-Klasse ab. Beim Stromverbrauch erreicht er akzeptable, aber nicht revolutionäre Werte. Störend ist das ständig hörbare Betriebsgeräusch, das - zusammen mit den fehlenden DVI- und HDMI-Schnittstellen - den PC nicht zur ersten Wahl als Mediacenter macht.
Alternativen: Der MSI Wind PC Nettop hat ebenfalls einen DVD-Brenner, aber kein WLAN. Dafür kostet er 40 Euro weniger und arbeitet etwas leiser. Für 390 Euro erhalten Sie mit dem Acer Aspire X3200 einen Mediacenter-PC mit Doppelkern-Prozessor und reichhaltigem Schnittstellen-Angebot.
Vorschaugrafik: Medion Akoya P7350 D (MD 8860) im Test - klein
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