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Nokia Booklet 3G im Test

04.12.2009 | 09:30 Uhr |

Das erste Netbook von Nokia fällt auf: Das Booklet 3G ist schöner und stabiler als die meisten Netbooks- aber auch viel teurer. Unser Test klärt, ob das Nokia Booklet 3G seinen Preis wert ist.

Wo ist der Apfel? Diese Frage stellt man sich, wenn man das Netbook Booklet 3G von Nokia in den Händen hält. Denn das erste Netbook des Mobilfunkherstellers wirkt, als habe Apple es entwickelt. So fällt das stabile und hochwertige Alu-Gehäuse des Nokia Booklet 3G sofort auf: Es ist aus einem Guss, also im Unibody-Design, das Apple bei den neuen Macbooks verwendet. Auch die Glasfront über Display und Panel-Rahmen erinnert an Apple-Notebooks, wenngleich sie beim Nokia Booklet 3G nicht ganz bis an den Gehäuserand reicht: Das Display und den recht breiten Rahmen umgibt beim Nokia-Netbook ein abgesetzter schmaler Silberrahmen. Und noch eine Gemeinsamkeit: Das Nokia-Netbooks besitzt 79 Tasten - wie die Apple-Macbooks.

Auch wenn man genauer hinschaut, gibt es Parallelen zwischen dem Nokia Booklet 3G und einem Apple-Notebook: Ähnlich wie bei den Apple-Macbooks lässt sich das Nokia Booklet 3G mit nur einer Hand öffnen. Sogar die Anzeige der Displayhelligkeit erinnert an ein Apple-Menü.
Unter der Haube ist das Nokia Booklet 3G aber ein ganz normales Netbook - technische Neuerungen bietet es kaum. Revolutionär für Netbook-Verhältnisse ist höchstens der Preis: Über 700 Euro soll das Nokia Booklet 3G kosten - rund doppelt so viel wie die Netbooks anderer Hersteller.

Akkulaufzeit und Gewicht des Nokia Booklet 3G
Das Nokia Booklet 3G ist mit 1240 Gramm eines der leichtesten 10-Zoll-Netbooks und außerdem recht flach gebaut. Das erreicht Nokia durch den leichten und platzsparenden Li-Ion-Polymer-Akku. Er fasst aber 57 Wattstunden, was für 8,5 Stunden WLAN-Surfen ausreicht - ein sehr guter Wert. Bei der Videowiedergabe schaffte das Nokia Booklet 3G sogar einen neuen Ausdauerrekord mit 6:15 Stunden - dank des Spar-Triumvirats aus Atom-Z-Prozessor, Poulsbo-Chipsatz und langsam drehender 1,8-Zoll-Festplatte.

Display und Betriebsgeräusch beim Nokia Booklet 3G
Das 10,1 Zoll große Display des Nokia Booklet 3G zeigt eine hohe Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten. Trotzdem überzeugte es nicht: Es war nicht besonders hell, bot keinen hohen Kontrast und spiegelte außerdem. Immerhin war die Farbdarstellung in Ordnung.
Pluspunkte in der Ergonomienote sammelte das Nokia Booklet 3G aber durch das lüfterlose Design: Im Betrieb hörten wir höchstens ab und zu die Festplatte, ansonsten arbeitete das Netbook lautlos.

Tastatur und Touchpad beim Nokia Booklet 3G
Besonders groß sind die Tasten des Nokia Booklet 3G nicht: Sie liegen in einem 17-Millimeter-Raster, was aber für die meisten Anwender ausreichen sollte. Im Test begeisterte die Tastatur: Sie war stabil und auch beim schnellen Tippen leise, die Tasten boten einen klaren Anschlag - das Nokia Booklet 3G besitzt damit eine der besten Netbook-Tastaturen, die uns bisher unter die Finger kam.
Weniger gefiel der Touchpad unseres Testgeräts: Er unterstützt Mehrfinger-Gesten, die linke Taste blieb aber oft hängen, weil sie nicht exakt in die Gehäuseaussparung für das Touchpad eingepasst war.

Ausstattung des Nokia Booklet 3G
Die Hardware im Nokia Booklet 3G ist zum größten Teil Netbook-Standard - bis auf kleine Unterschiede: Das Nokia-Netbook verzichtet beispielsweise auf einen VGA-Ausgang und setzt für den Anschluss externer Monitore auf HDMI. An ein Kabel-Netzwerk lässt sich das Nokia Booklet 3G nicht anbinden, denn das Netbook besitzt keine LAN-Schnittstelle: Ein passender LAN-Adapter für den USB-Port kostet etwa 25 Euro. Kabellos stehen mit dem Nokia Booklet 3G allerdings alle Möglichkeiten offen: Das Netbook bietet 11n-WLAN, Bluetooth und ein HSDPA-Modem, das auch einen GPS-Empfänger besitzt. Auf der rechten Gehäuseseite setzt man die SIM-Karte für den Mobilfunkempfang ein. Ansonsten bietet das Nokia Booklet 3G drei USB-Ports, einen SD-Speicherkartenleser und einen Audioausgang.

Tempo beim Nokia Booklet 3G
Prozessor, Chipsatz und Festapltte im Nokia Booklet 3G sind zwar sparsam, aber auch sehr langsam. Deshalb ist das Nokia-Netbook mit 1049 Punkten im PC Mark 05 auch noch rechenschwächer als die meisten anderen Netbooks. Trotzdem kann man mit dem installierten Windows 7 Starter einigermaßen flüssig arbeiten.

Fazit: Das Nokia Booklet 3G ist ein Top-Netbook - wenn der Preis keine Rolle spielt. Denn Design, Verarbeitung, Mobilität und Tastatur sind vom Feinsten - nur das schwache Display enttäuschte im Test. Das große Aber: Das Nokia Booklet 3G kostet fast doppelt so viel wie andere Netbooks - doppelt so gut ist es aber auf keinen Fall.

Alternativen: Eine längere Akkulaufzeit bietet das Toshiba NB200-110 , leichter ist der Asus Eee PC 1008HA - und beide Netbooks sind deutlich günstiger als das Nokia Booklet 3G.

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