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Samsung NC20

16.03.2009 | 09:30 Uhr |

Doppeltes Debut: Gleich zwei Neuheiten bringt das Samsung NC20 mit. Es ist eines der ersten Netbooks mit 12-Zoll-Display - und außerdem das erste mit dem Prozessor VIA Nano. Ob der Mini-Laptop die Konkurrenz mit Intel Atom überrundet, zeigt unser Test.

Ein Netbook war für die meisten Anwender bisher ein sehr günstiges Mini-Notebook, das ein maximal 10 Zoll großes Display besitzt und mit dem Intel-Prozessor Atom arbeitet. Für das Samsung NC20 trifft keines dieser Merkmale zu - trotzdem verkauft es Samsung als Nachfolger des sehr erfolgreichen Netbooks NC10 .
Das Samsung NC20 besitzt ein 12,1 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1280 x 800 Bildpunkten - die meisten Netbooks zeigen auf ihrem 10 Zoll großen Display nur 1024 x 600 Bildpunkte. Mit einem Preis von rund 470 Euro ist das NC20 deutlich teurer als die meisten anderen Netbooks. Und schließlich setzt es nicht auf den Intel Atom, sondern auf einen Prozessor von VIA - den Nano U2250.

Alternative zu Atom: Der VIA Nano
Der VIA-Prozessor arbeitet mit 1,6 GHz - wie der Intel Atom N270. Abgesehen davon unterscheiden sich die Prozessoren deutlich: Der Nano ist ein echter Einkern-Prozessor während der Atom per Hyperthreading gegenüber dem Betriebssystem als virtueller Doppelkerner erscheint. Dem U2250 stehen 1 MB L2-Cache zur Verfügung und er arbeitet mit einem Systemtakt von 800 MHz, während der Atom N270 nur 512 KB L2-Cache besitzt und mit 533 MHz Systemtakt läuft.

Intel fertigt den Atom im 45-Nanometer-Verfahren, VIA setzt beim Nano noch auf eine 65-Nanometer-Architektur. Daher ist das Siliziumplättchen des Nano mit rund 63 qmm auch deutlicher größer als die 25 qmm des Atom. Hinzu kommt, dass der VIA Nano im Out-of-Order-Verfahren arbeitet, also Programmbefehle zunächst sortiert, um sie anschließend effizienter abarbeiten zu können: Dafür benötigt der Prozessor mehr Logik als es beim Atom der Fall ist, der die Befehle nacheinander bearbeitet (In-Order). Trotzdem ist die gesamte Prozessorfläche (Package) beim Nano mit 21 x 21 Millimeter etwas kleiner als beim Atom (22 x 22 Millimeter).

Bei den Angaben zur Leistungsaufnahme hält sich VIA zurück: Der U2250 soll im Zustand "Idle Power" 200 mW aufnehmen. Intel gibt für den Atom N270 je nach Schlafzustand eine Leistungsaufnahme zwischen 500 mW und 1 Watt an. Dafür liegt der Atom in der üblichen maximalen Leistungsaufnahme (Thermal Design Power) mit 2,5 Watt deutlich besser als der Nano mit 8 Watt. Allerdings lassen diese Angaben keine Aussage zu, was sich die Prozessoren im Praxisbetrieb gönnen und ob ein Netbook mit Nano oder Atom sparsamer ist: Denn bei einem Gesamtsystem kommen als Verbraucher unter anderem auch Chipsatz, Grafikkern und Display ins Spiel.

VIA Nano: Anders, aber nicht schneller
Bei den CPU-Benchmarks lag der Nano U2250 meist leicht vor dem Atom N270: Im Cinebench 9.5 war er rund fünf Prozent schneller, im Cinebench R10 etwa 2,5 Prozent. Auch im CPU-Teil des PC Mark 05 konnte der Nano U2250 den Atom N270 mit rund fünf Prozent abhängen.

Trotzdem lag das Samsung NC20 in der Gesamtwertung des PC Mark 05 mit 1465 Punkten hinter den meisten Atom-Netbooks, die über 1500 Punkte erreichen. Der Schwachpunkt des Samsung-Netbooks ist der Speicherdurchsatz: Hier kann der VIA-Chipsatz VX800 nicht mit der Intel-Konkurrenz 945GSE mithalten, zumal sich der integrierte Grafikkern des VIA-Chipsatzes dauerhaft 128 MB vom Arbeitsspeicher holt und dem System somit netto nur 896 MB zur Verfügung stehen.

Im Arbeitsalltag spielen diese Unterschiede keine Rolle: Höhere Rechenleistung als von einem Atom-Notebook dürfen Sie deshalb auch beim NC20 nicht erwarten. Das gilt auch für die 3D-Leistung: Sie fällt für das Samsung NC20 im 3D Mark 03 leicht schlechter, im 3D Mark 06 etwas besser aus als bei anderen Netbooks - spieletauglich ist es aber deshalb noch lange nicht.

Via Nano gegen Intel Atom

Cinebench 9.5
(Punkte)

Cinebench R10
(Punkte)

PC Mark 05 CPU-Test
(Punkte)

Nano U2250

142

870

1576

Atom N270

135

850

1480

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