02.04.2009, 15:34

Tobias Weidemann

Musik-Downloads im Test

Amazons MP3-Angebot auch in Deutschland

Amazon hat zum 1. April seinen MP3-Download-Dienst auch für deutsche Kunden verfügbar gemacht. Derzeit lockt Amazon mit ganzen Alben für unter 5 Euro. Wir haben den Dienst ausprobiert.
Amazon hat zum 1. April seinen MP3-Download-Dienst auch für deutsche Kunden verfügbar gemacht. Wir haben den Dienst ausprobiert.Unter www.amazon.de/mp3 kann der Kunde zum Start aus mehr als 5 Mio. DRM-freien Titeln wählen. Das Angebot weist zwar noch etliche Lücken auf, ist aber für den Anfang durchaus zufrieden stellend, zumal Amazon darauf geachtet hat, gerade aktuelle Bestseller und Klassiker einzubinden.
Die Musikdateien liegen im MP3-Format in 256 Kbit/s mit variabeler Bitrate vor. Das ist ein guter Kompromiss aus hoher Qualität und geringem Platzbedarf und die variable Bitrate dürfte allenfalls für ganz alte MP3-Player ein Problem darstellen. Praktischerweise werden die Dateien beim Download gleich in iTunes oder den Windows-Media-Player integriert und mit dem passenden Cover zusammen abgelegt, wenn der Kunde das wünscht. Auf jeden Fall ist die Industrie auf dem richtigen Weg, indem sie akzeptiert, dass der Kunde auf DRM-freie Musik im MP3-Format Wert legt.
Zum Start hat Amazon 2000 Alben im Preis auf unter 5 Euro gesenkt, darunter einige Alben und Doppelalben von Pink Floyd und U2, aber auch die aktuellen Alben der Pet-Shop-Boys, von Amy Macdonald, Mando Diao oder Udo Lindenberg. Gerade zu diesem Preis sind die Alben bei Amazon MP3 ein Schnäppchen – auch wenn das eine oder andere Werk im Midprice-Segment angesiedelt ist, daher also auch als CD nicht deutlich mehr kostet. Einzeltracks gibt’s ab 77 Cent – die meisten interessanten Titel bewegen sich hier allerdings rund um einen Euro. Das ist ebenfalls noch attraktiv, insbesondere da es sich um MP3s ohne irgendwelche Gängelungen handelt. Die Dateien lassen sich problemlos brennen und auf alle gängigen MP3-Player übertragen – eine spezielle Software ist hierfür nicht nötig. Und das ist auch der eigentliche Anreiz für Kunden, hier zuzugreifen. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Anwender eher nicht dazu bereit sind, Musikdateieen zu kaufen, von denen Sie nicht sicher wissen, dass Sie sie auch in fernerer Zukunft noch abspielen können.
Das Auswählen der Dateien ist einfach und orientiert sich eng an Amazon-Kaufvorgängen, wie man sie kennt. Das vorherige Anhören eines Titels oder eines ganzen Albums ist möglich, die Auswahl einfach. Wer nur einen einzelnen Titel kauft, muss übrigens den Download-Manager nicht nutzen, kann dies aber dennoch tun. Wer ganze Alben kauft, benötigt zwingend den Download-Manager, der nur unter Windows XP und Vista, unter Mac OS-X sowie unter Linux (Debian, Open Suse, Ubuntu und Fedora) verfügbar ist.
Komplizierter gestaltet sich das Herunterladen der Dateien allenfalls dann, wenn etwas schief geht. Wer sämtliche Schritte – das Herunterladen des speziellen Amazon-Download-Managers sowie das Herunterladen der Musiktitel ohne technische Probleme durchsteht – der bekommt innerhalb kürzester Zeit seine Musik auf den PC. Doch eine unachtsame Einstellung im Browser (Cookies, Pop-up-Blocker) oder eine eigensinnige Firewall können das Projekt schnell vereiteln. Darauf weist Amazon zwar in den FAQs hin, die wird aber der Anwender erst lesen, wenn er auf Probleme stößt. In unserem Test ist es dem Amazon-Kundenservice zunächst nicht gelungen, Dateien, die über einen Gutschein bestellt wurden, für einen erneuten Download bereitzustellen – das passiert allerdings nach einigen Stunden automatisch. Positiv: Der Anwender soll auch später, etwa nach einem Festplattencrash, die Möglichkeit haben, mit Hilfe seines Amazon-Kontos die Tracks erneut herunterzuladen.
Fazit: Es bleibt abzuwarten, wie Amazon zukünftig die Preisgestaltung mit den Musiklabels aushandeln kann. Wenn es dem Unternehmen gelingt, Preise um die 5 Euro für ein Album, bzw. unter einem Euro für einen Einzeltrack zu halten, dürfte das einen neuen Preiskampf einläuten und die CD-Verkäufe weiter schrumpfen lassen. Wirft man allerdings einen Blick aufs amerikanischen Amazon-MP3-Anagebot, das es schon etwas länger gibt, fällt auf, dass sich dort die Preise für komplette Alben schon wieder stark den CD-Preisen angenähert haben.
Alles in allem macht der Dienst – und der dazugehörige Download-Manager – schon einen recht ausgereiften Eindruck. Auch weniger erfahrene Anwender, die bislang vor dem Kauf per Download zurückschreckten, sollten hier keine unangenehmen Überraschungen erleben
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