Mit dem Medion Akoya MD 8835 setzt der Discounter Aldi seit langer Zeit mal wieder auf eine AMD-Plattform. Wir prüfen, ob der 700-Euro-Rechner sein Geld wert ist.
Herzstück des Medion Akoya MD 8835 ist der Vierkern-Prozessor AMD Phenom X4 9500 mit 2,2 GHz (Hypertransport-Takt: 1,8 GHz), 512 KB L2-Cache je Rechenkern und einem gemeinsamen 2 MB großen L3-Cache. Allerdings ist der Quad Core ein Auslaufmodell, den AMD inzwischen durch die fehlerbereinigten 9x50-Baureihe mit der Prozessorkernrevision B3 ersetzt hat.
Hintergrund: Die B2-Kernrevision - identifizierbar an den zwei Nullen am Ende der Modellnummer - ist mit dem so genannten TLB-Bug behaftet. TLB steht für Translation Lookaside Buffer - eine Funktionseinheit des Prozessors, die Teilberechnungen beim Übersetzen virtuelle in physischen Speicheradressen zwischenspeichert.
Laut AMD puffert der TLB bei einigen wenigen Applikationen, die alle Prozessorkerne auslasten, fehlerhafte Zwischenberechnungen, die dann zu einem Ausnahmefehler oder Absturz führen können. Nach Angaben des Herstellers treten diese Fehlberechnungen angeblich nur in extremen Ausnahmefällen auf, genauere Angaben macht AMD leider nicht.
Abstürze und Ausnahmefehler sind aber zumindest bei unseren umfangreichen Tests kein einziges Mal aufgetreten. Ob Medion trotzdem auf Nummer Sicher geht und im Bios den TLB desaktiviert, lässt sich anhand des Bios nicht klären - in den spartanisch gehaltenen Menüs fehlt die TLB-Funktion. Die Benchmark-Ergebnisse deuten aber darauf hin, das Medion den TLB - zumindest derzeit irreversibel - ausgeschaltet hat und der AMD Phenom X4 9500 deshalb mit angezogener Handbremse arbeitet.
Ein echtes Highlight des Medion Akoya MD 8835 ist hingegen das Blu-Ray-und HD-DVD-Leselaufwerk LG Electronics GGC-H20N mit CD- und DVD-Brennfunktion. Die nur bedingt spiele-taugliche MSI-Grafikkarte mit dem Nvidia-Chip Geforce 9500GT (GPU: G96) arbeitet mit einem Chiptakt von 550 MHz, die Shader laufen mit 1375 MHz. Die PCI-Express-2.0-Karte ist mit 256 MB GDDR3-SDRAM bestückt. Der Speicher arbeitet mit 800 MHz und ist über ein 128 Bit breites Interface angebunden.
Die Hauptplatine trägt den Namen Medion MD-7501 Version 2.1 und ist eine OEM-Variante der MSI K9A2GM-FD/FIH mit dem AMD-Chipsatz AMD780/SB700 (ID9600).
Die insgesamt 3 GB Arbeitsspeicher sind auf vier DDR2-SDRAM-Module verteilt, zwei mit 1 GB und zwei mit 512 MB, so dass die Riegel im Dual-Channel-Modus arbeiten. Allerdings sind dadurch alle Speichersteckplätze belegt.
Die 500-GB-Festplatte Western Digital Caviar GP WD5000AACS bietet eine nutzbare Kapazität von 465 GB, der im Chipsatz integrierte Soundchip beherrscht 8-Kanal-HD-Audio.
Analog total
Die Video-Schnittstellen lassen keine Wünsche offen
Analog total
Die Video-Schnittstellen lassen keine Wünsche offen
Anschlussfeld im Überblick
Die üppig mit Schnittstellen bestückte Rückseite des Medion Akoya MD8835
Anschlussfreudig
Hinteres Anschlussfeld für ein 7.1-Boxenset, optischer S/PDIF- und Netzwerk-Ausgang sowie Buchsen für Firewire- und USB-Geräte
Aufgeräumt
Blick ins Innenleben
Belegt
Medion hat alle vier Speichersteckplätze bestückt - aber 3 GB sollten selbst für Vista erst einmal ausreichen
Datenhafen
Schacht für externe Laufwerke
Digital total
HDMI- und DVI-Ausgang der Grafikkarte
Edle Front
Medion Akoya MD8835 mit Einschalt- und Reset-Knopf
Gut versteckt
Frontblende für optische Laufwerke und weitere Schnittstellen
Knapp kalkuliert
Die beiden 12-Volt-Leitungen lassen mit 20 sowie 16 Ampere wenig Spielraum fürs Aufrüsten - eine spieletaugliche Grafikkarte könnte das Netzteil bereits überfordern
Konstruktionsfehler plump bereinigt
Ein Gehäuselüfter fächelt der passiv gekühlten Grafikkarte Luft zu
Medion Akoya MD8835
Aldi-PC mit schickem Outfit
Old school
PS/2-Anschlüsse für die Einagbegeräte
Platz da
In den Laufwerkskäfig passen zwei weitere Festplatten und ein SATA-Datenkabel liegt schon dienstbar bereit
Sauber verkabelt
Im Inneren des Medion Akoya MD8835 ist ordentlich aufgeräumt
Vernünftig
Der Netzteilschalter
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