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Asus R2E

18.04.2008 | 10:00 Uhr |

Neben dem vielgelobten eee PC hat Asus mit seinen UMPC-Modellen noch weitere Mini-Rechner im Angebot. Wir haben uns den R2E genauer angesehen.

Im Leistungsvergleich der stromsparenden Prozessoren schneidet der A110 im Asus R2E schwach ab
Vergrößern Im Leistungsvergleich der stromsparenden Prozessoren schneidet der A110 im Asus R2E schwach ab
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Geschwindigkeit: Der Asus R2E ist ein Ultra Mobile PC (UMPC) der zweiten Generation. Die ersten UMPC-Modelle, darunter auch der R2H von Asus erwiesen sich als zu schwer, zu wenig sparsam und zu wenig leistungsfähig, um als Alternative fürs (Sub-)Notebook in Frage zu kommen. Der Asus R2E ist nun trotz des neuen Prozessors A110 (Codename „Stealey“) weder deutlich leistungsfähiger noch merklich sparsamer als sein Vorgänger, der noch mit Celeron M (900 MHz) arbeitete. Im Cinebench erreichte der Asus R2E beispielsweise 90 Punkte – der Celeron M 900 MHz, mit dem auch der eee PC arbeitet, schaffte übrigens in diesem Test 82 Punkte. Doch aktuelle Ultra-Low-Voltage-CPUs, wie sie in Subnotebooks eingesetzt werden, sind rund viermal so schnell. Für Surfen, Tippen und Filme anschauen reicht die Rechenleistung des Asus R2E, für viel mehr aber nicht.

Mobilität: Im Akkubetrieb hält der Asus R2E mit dem großen Akku 3:41 Stunden bei niedriger Last durch. Beim Videoschauen reicht es für knapp drei Stunden Laufzeit. Das sind an sich keine schlechten Werte. Doch mit einer Leistungsaufnahme von knapp 14 Watt – beziehungsweise 18 Watt beim Videoschauen – erweist sich der Asus R2E als stromhungriger als die meisten Subnotebooks: Erstaunlich angesichts des eigentlich sehr genügsamen Prozessors, für den Intel eine maximale Leistungsaufnahme (TDP) von 4,2 Watt angibt. Asus legt übrigens noch einen zweiten Akku bei, der noch einmal für eine etwa halb so lange Laufzeit ausreicht. Mit dem großen Akku wiegt der R2E knapp über ein Kilogramm. Die Maße (23,5 x 13,3 x 3,7 cm, B x H x T) des UMPC erinnern an ein dickeres Taschenbuch.

Ausstattung: Im Asus R2E sitzt eine 100 GB große 1,8-Zoll-Festplatte. Ein optisches Laufwerk ist nicht integriert, Asus legt einen externen USB-Brenner bei. Unser Testgerät war außerdem mit fast allem Zubehör ausgestattet, das es für den R2E gibt: Neben einer faltbaren USB-Tastatur mit 68 Tasten fand sich im Karton beispielsweise eine optische USB-Maus, eine externe GPS-Maus, die angesichts des schwachen integrierten GPS-Empfängers sehr nützlich ist, sowie eine etwas windige Autohalterung. Als Navigationssystem kann der Asus R2E nicht überzeugen: Die installierte Software Navmate von Horizon ist weder intuitiv zu bedienen noch optisch ansprechend. Unterwegs kann sich der Asus R2E per Bluetooth, 11g-WLAN oder UMTS/HSDPA vernetzen, falls eine passende SIM-Karte eingelegt ist.

Handhabung: Bedienen lässt sich der UMPC recht komfortabel über einen Trackpoint auf der rechten und zwei Maustasten auf der linken Gehäuseseite. Per Mausklick holt man eine On-Screen-Tastatur in die Displaymitte, auf der man per Finger oder schreibend per Stift Eingaben tätigen kann. Für kurze Texte und die allgemeine Navigation im System reicht dieses Bedienkonzept aus – produktiv und an längeren Texten lässt sich aber damit aber nicht arbeiten. Dafür sollte man die erwähnte USB-Tastatur verwenden und den UMPC aufstellen – dazu bringt er einen ausklappbaren, aber sehr wackeligen Standfuß mit. Der Touchscreen krankt daran, dass er auch das Auflegen der Hand beim Schreiben als Eingabe interpretiert und so die ansonsten sehr exakte Handschriftenerkennung durcheinander bringt.

Ergonomie: Das spiegelnde 7-Zoll-Display strahlt relativ hell – auch unter bedecktem Himmel lässt sich der Bildschirm noch recht gut ablesen. Aufgrund der geringen Auflösung (800 x 480) kann man aber viele Windows-Dialogboxen erst bedienen, wenn man die Taskleiste ausblendet. Der Lüfter ist häufig in Betrieb, hörbar wird er aber erst, wenn der UMPC länger unter Last steht.

Fazit: Als Produktivmaschine kann der Asus R2E nicht recht überzeugen – die Rechenleistung ist zu gering, die Bedienung gegenüber dem Vorgänger zwar verbessert, aber immer noch wenig intuitiv. Durch das Zubehör wertet Asus den UMPC zwar deutlich auf – hat man externe Tastatur, Maus, Laufwerk und GPS-Empfänger aber tatsächlich immer dabei, ist man weniger mobil als mit einem Notebook. Als mobiles Surf- und Videogerät überzeugt der UMPC: Doch nur für diese Einsatzzwecke ist er zu teuer. Insgesamt kann der UMPC weder ein Subnotebook ersetzen, das deutlich rechenstärker, sparsamer, in vielen Fällen kaum schwerer und per Tastatur produktiver nutzbar ist, noch ein Smartphone, das leichter und im Falle des Apple iPhone auch sehr viel einfacher zu bedienen ist.

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