Mit Windows 8

Im Praxis-Test: Acer-Ultrabook mit Touch-Display

Donnerstag den 25.10.2012 um 14:40 Uhr

von Thomas Rau

Acer Aspire S7-391-53314G12aws (NX.M3EEG.007)
Acer Aspire S7-391-53314G12aws (NX.M3EEG.007)
Preisentwicklung zum Produkt
Windows-8-Ultrabook mit Touch-Display: Acer Aspire S7
Vergrößern Windows-8-Ultrabook mit Touch-Display: Acer Aspire S7
Dass alles schöner wird mit Windows 8 behauptet höchstens Microsoft. Aber auf jeden Fall geben sich die Hardware-Hersteller große Mühe, das neue Betriebssystem mit eindrucksvollen Geräten zu begleiten. Das Acer Aspire S7 gehört ohne Zweifel dazu.
Auf den ersten Blick sieht das Acer Aspire S7 aus wie ein normales Notebook – ein sehr attraktives: Das Ultrabook steckt in einem Aluminium-Magnesium-Gehäuse, der weiße Display-Deckel in kratzfestem Gorilla Glas. Das sieht sehr schick aus – obgleich das klinische Weiß durchaus Anlass zu Geschmacksdebatten bietet: Aber auf jeden Fall wirkt das Aspire S7 elegant und nicht wie eine weitere Macbook-Air-Kopie.

Aber natürlich ist Windows 8 die eigentliche Neuerung auf dem Aspire S7. Und die eigentliche Neuerung von Windows 8 ist die Benutzeroberfläche „Metro“ – oder wie sie Microsoft auch immer genannt haben will . Weil sich Metro ideal für die Finger-Bedienung eignet, hat das Acer Aspire S7 ein Touch-Display.

Windows 8: Berühren oder tippen

Sie können also die Metro-Oberfläche mit dem Finger bedienen, und wenn Sie in den Desktop-Modus wechseln, Windows wie bisher mit Touchpad und Tastatur steuern. Das klingt bestechend, erweist sich aber in der Praxis als gewöhnungsbedürftig bis unpraktisch. Denn am Notebook sitzen Sie normalerweise mit den Händen über der Tastatur - der Weg des Fingers zum Touch-Display ist also weit. Und mit der Maus lässt sich die Metro-Oberfläche nicht sehr bequem steuern: Bei Metro lösen Sie viele Aktionen aus, indem Sie vom Bildrand hereinwischen – das passiert aber auch ungewollt, wenn der Mauszeiger in dessen Nähe gerät.

Wenn Sie sich auf die Metro-Oberfläche einlassen, funktioniert die Touch-Bedienung aber angenehm schnell: Gesten setzt das Notebook fast ohne Verzögerung um, alles reagiert ruckelfrei, Apps starten ohne nervige Verzögerung. Nur manche Metro-Eigenheiten sind gewöhnungsbedürftig: Zum Beispiel dauert es gefühlt recht lange, bis man Icons zu fassen bekommt, wenn man sie auf dem Metro-Startbildschirm neu anordnen will. Oder wenn Sie ein App schließen wollen: Sie wischen von oben in den Bildschirm, warten bis sich die Darstellung verkleinert und wischen dann das kleine App-Bild nach unten heraus – es bedarf etwas Übung, bis Sie das in einer fließenden Bewegung hinbekommen.
 

Außenansicht des Acer Aspire S7
Vergrößern Außenansicht des Acer Aspire S7

Stabiler Deckel erleichtert Touch-Bedienung

Dabei hat Acer alles getan, um die Touch-Bedienung auf dem Aspire S7 angenehm zu gestalten: Der Deckel öffnet sich bis zu einem bestimmten Winkel sehr leichtgängig. Darüber hinaus geht es nur mit höherem Kraftaufwand. Der Vorteil: Wenn Sie mit dem Finger auf den Bildschirm tippen, wackelt das Display fast gar nicht, sondern bietet einen angenehmen Widerstand.

Das Display können Sie um 180 Grad aufklappen, sodass es flach vor der Tastatur liegt: Mit einem Tastenbefehl lässt sich der Bildinhalt drehen, so dass Ihr Gegenüber das Bild richtig herum sieht: Schön, dass Acer an diese Funktion gedacht hat, aber wie das Touch-Display ist es eigentlich nur eine Krücke – mit einem Tablet oder einem Convertible funktionert das viel bequemer.

Zubehör: Acer liefert eine Bluetooth-Maus und Adapter für
LAN und HDMI mit
Vergrößern Zubehör: Acer liefert eine Bluetooth-Maus und Adapter für LAN und HDMI mit

Hohes Tempo dank SSD-Raid

Uneingeschränkt grandios ist allerdings, wie schnell Windows 8 auf dem Acer Aspire S7 startet: Es braucht neun Sekunden bis zum Metro-Bildschirm. Das liegt zum einen am Betriebssystem. Zum anderen an der SSD im Acer-Notebook – genauer gesagt: an den beiden SSDs mit jeweils 128 GB, die Acer per RAID 0 zusammenschließt.

Ergebnisse PC Mark 7: Drei Top-Ultrabooks im
Vergleich
Vergrößern Ergebnisse PC Mark 7: Drei Top-Ultrabooks im Vergleich

Das hohe SSD-Tempo zeigt sich auch im Storage-Test des PC Mark 7: Das Acer Aspire S7 erzielt hier den höchsten Wert, den jemals ein Notebook im PC-WELT-Testcenter schaffte. In allen Tests, die die SSD besonders fordern, wie beispielsweise das Arbeiten mit Videos und Fotos, rennt das Acer Aspire S7 allen bisher getesteten Notebooks davon.

Bei allen anderen Aufgaben ist das S7 zwar auch sehr schnell, aber nicht auffallend flotter als Windows-7-Notebooks mit ähnlicher Ausstattung. In allen 3D-Tests arbeitet die Prozessor-Grafik Intel HD 4000, die im Aspire S7 für die Bildausgabe sorgt, genauso schnell wie unter Windows 7. Auffallend: Tests, die vor allem den Prozessor fordern, fallen bei Windows 8 schlechter aus als beim Vorgänger. Möglicherweise liegt das an den CPU- und Chipsatz-Treiber von Intel, die in Windows 8 enthalten sind.

Damit das weiße Ultrabook nicht schmutzig wird, gehört
eine Schutztasche zum Lieferumfang
Vergrößern Damit das weiße Ultrabook nicht schmutzig wird, gehört eine Schutztasche zum Lieferumfang

Nicht alles ist schön

Das Acer Aspire S7 will in der Premium-Liga mitspielen, wo sich das Apple Macbook Air oder das Asus Zenbook Prime tummeln. Das merken Sie neben dem Design vor allem am Display: Es zeigt die Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten. Der Bildschirm ist außerdem sehr hell und gleichmäßig ausgeleuchtet. Ein Umgebungslicht-Sensor sorgt dafür, dass der Bildschirm in verschiedenen Lichtverhältnissen eine angenehme Helligkeit wählt.

Auch die Tastatur ist beleuchtet – allerdings nur dezent. Die Tastaturbeleuchtung arbeitet ebenfalls mit einem Sensor. Die Helligkeit lässt sich aber auch in zwei Stufen einstellen. Bei unserem Testgerät hörten wir immer ein leises Summen, wenn das Tastaturlicht aktiv war.

Im Praxis-Einsatz ähneln sich Acer Aspire S7 und Windows 8: Unter der schicken Oberfläche treten rasch ein paar störenden Kleinigkeiten zu Tage. Zum Beispiel ist der Aluminium-Rahmen um den Notebookdeckel unangenehm scharfkantig. Das Ultrabook lässt sich darüber hinaus nur unbequem mit einer Hand öffnen: Die Unterseite des Gehäuses ragt über den Deckel hinaus, den Griff am Deckel kann man deswegen schlecht ertasten. Außerdem wird das Aspire S7 unter Last unangenehm laut.
 

Acer Aspire S7 im Praxis-Test: Fazit

Windows 8 macht auf dem Acer Aspire S7 einen guten Eindruck. Kein Wunder, denn das Ultrabook bringt das Betriebssystem mit einem superschnellen SSD-Raid auf Trab. Die Metro-Oberfläche und -Apps reagieren flüssig auf Touch-Eingaben.

Trotzdem: Ein Notebook mit Touch-Bildschirm ist die unbequemste Art Windows 8 zu bedienen. Bei einem Convertible oder einem Tablet mit Ansteck-Tastatur können Sie das Gerät ideal an die jeweils bequemste Eingabemethode anpassen – Touch für Metro-, Tastatur für Desktop-Modus: Bei einem Touch-Notebook geht das nicht.

Abgesehen von der Frage „Touchen oder Tippen?“, überzeugt das Acer Aspire S7 als Notebook – weitgehend: Das Rechentempo ist hoch, der Bildschirm brillant. Beim Design und der Verarbeitung stören nur Kleinigkeiten: Das sind Kinderkrankheiten, die bei der hochpreisigen Konkurrenz nicht (mehr) auftauchen.

Produkt Acer Aspire S7
Webseite www.acer.de
Preis 1699 Euro
Bildschirm: Diagonale / Auflösung 13,3 Zoll / 1920 x 1080 Bildpunkte
Prozessor Intel Core i7-3517U (1,9 GHz, Turbo Boost bis 3 GHz)
Arbeitsspeicher 4 GB RAM
Festplatte 256 GB SSD (Raid 0 aus 2x 128 GB SSD)
Anschlüsse SD-Kartenleser, 2x USB 3.0, Micro-HDMI, Kopfhörer (USB-Adapter für LAN, HDMI-Adapter liegen bei)

Donnerstag den 25.10.2012 um 14:40 Uhr

von Thomas Rau

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