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Nikon Coolpix S60

09.03.2009 | 12:16 Uhr |

Nikon verzichtet bei der Coolpix S60 fast komplett auf Knöpfe. Stattdessen nutzen Sie zur Bedienung der 10-Megapixel-Kamera das riesige 3,5-Zoll-Touchdisplay. Dieses funktionierte im Test recht gut, war jedoch manchmal gewöhnungsbedürftig.

Nikon stattet die Coolpix S60 mit einem 3,5 Zoll großen Touchdisplay aus. Über dieses steuern Sie alle Vorgänge - lediglich zum Ein- und Ausschalten sowie zum Auslösen gibt's noch einen Knopf. Die Steuerung des Zooms per Finger fanden wir gewöhnungsbedürftig, klappte aber nach kurzer Eingwöhnungsphase recht gut.

Handhabung: Grundsätzlich reagierte das große Touchdisplay der Nikon Coolpix S60 auf das Antippen des Fingers schnell und zuverlässig. Allerdings dauerte die Ausführung der Befehle recht lange. Unpraktisch fanden wir auch die Belichtungskorrektur, die zu tief in der Menüstruktur sitzt. Um sie zu nutzen sind ganze sechs Tipper nötig - eindeutig zu viel. Ein direktes Anwählen, wie es bei den Blitzoptionen, dem Makromodus und dem Selbstauslöser realisiert wurde, wäre besser.

Ein netter Gag, um die Touchfunktion des Displays auszunutzen, ist die Malfunktion der Nikon Coolpix S60, die Sie bei den Motivprogrammen finden. Hier stehen Ihnen vier Strichstärken und fünf Farben sowie ein Radiergummi zur Verfügung. Ihre fertigen Kunstwerke können Sie als JPG-Datei abspeichern und über die Play-Taste ansehen.

Ausstattung: Die Nikon Coolpix S60 besitzt eine Gesichtserkennung, die Sie um eine Blinzelwarnung erweitern können. Ein mechanischer Bildstabilisator kümmert sich um ungewollte Wackler. Neben der üblichen USB-Schnittstelle bietet die Kamera auch einen HDMI-Ausgang, mit dem sich Ihre Bilder hochaufgelöst auf einem HD-fähigen Fernseher betrachten lassen. Das dazugehörige Kabel müssen Sie sich jedoch extra besorgen. Hochaufgelöste Videos sind mit der Nikon Coolpix S60 übrigens nicht möglich, die maximal Auflösung bei Clips beträgt 640 x 480 Pixel.

Bildqualität: Die Nikon Coolpix S60 produzierte bereits bei ISO 100 deutliches Bildrauschen, das mit höheren Empfindlichkeiten nur noch stärker wurde. Interessanterweise lieferte sie bei ISO 800 den besten Messwert ab. Grund für die deutlichen Bildfehler ist unter anderem auch die zum Teil sehr aggressive Scharfzeichnung, die sich über das Menü auch nicht abschwächen lässt. Zudem verzeichnete das Objektiv der Nikon Coolpix S60 im Weitwinkel sehr stark, und auch die Helligkeit ließ zum Bildrand hin um 0,9 Blenden nach. Die Eingangsdynamik der 10-Megapixel-Kamera war hoch. Sie gewährleistet, dass bei kontrastreichen Motiven Lichter und Schatten nicht ausbrennen. Die Ausgangsdynamik ebenfalls gut. Sie sorgt für tiefe Schwärzen und brillante Lichter. Der Wirkungsgrad der Nikon Coolpix S60 war dagegen nur befriedigend - die Auflösung der Kamera war in allen drei Messbereichen am Bildrand deutlich niedriger als in der Bildmitte.

Fazit: Die Bedienung über das große Touchdisplay gefiel uns bei der Nikon Coolpix S60 sehr gut. Allerdings arbeitete die Kamera die Befehle zu langsam ab. Die Bildqualität konnte uns nicht überzeugen: Die Auflösung war für ein 10-Megapixel-Modell zu niedrig, das Bildrauschen viel zu hoch. Auch enttäuschte uns das Objektiv der Nikon Coolpix S60 durch starke Verzeichnung und Vignettierung. Einzig der Dynamikumfang war hoch.

Alternativen: Die Samsung NV100HD besitzt ebenfalls ein Touchdisplay, das jedoch mit 3 Zoll etwas kleiner ist. Die Bildqualität der 14,4-Megapixel-Kamera war zumindest hinsichtlich des Bildrauschens etwas besser als bei der Nikon Coolpix S60. Dafür gefiel uns bei der S60 die Bedienung besser. Preislich liegen beide Kamera etwa gleichauf.

Varianten:
Nikon Coolpix S60 Schwarzviolett
Nikon Coolpix S60 Bordeauxrot

Vergleichstest: Digitalkameras mit der besten Bildqualität

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