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Ricoh GX200

29.12.2008 | 14:01 Uhr |

Ricoh bietet die 12-Megapixel-Kamera GX200 mit Set mit einem aufsteckbaren Sucher an, der sich am Blitzschuh befestigen lässt. Dieses so genannte "GX200 VF Kit" kostet gut 100 Euro mehr als die Kamera ohne Suchermodul.

Nahezu alle Kompaktkameras nutzen mittlerweile das Display zum Einfangen des Motivs. Wieso auch nicht? Die Kameras lassen sich ohne optischen oder elektronischen Sucher kleiner bauen. Der angezeigte Bildausschnitt stimmt größtenteils mit dem gemachten Bild überein, und selbst größere Displays verbrauchen nicht mehr so viel Strom wie noch vor ein paar Jahren. Dennoch spricht eines für einen extra Sucher: Scheint nämlich die Sonne, stossen selbst die besten Displays an ihre Grenzen. Ricoh nimmt sich dieses Problems auf besondere Art und Weise an - mit einem ansteckbaren elektronischen Sucher.

Ausstattung: Sie stecken das etwa 4 x 3,5 x 2 Zentimeter große Suchermodul, das in einem eigenen Ledertäschchen kommt, auf den Blitzschuh der GX200. Der Sucher lässt sich um 90 Grad nach oben klappen, blockiert in dieser Position allerdings den integrierten Pop-Up-Blitz. Brillenträger haben grundsätzlich das Nachsehen: Nur, wenn sich das Auge direkt an der Gummimuschel befindet, ist das Sucherbild vollständig zu sehen.

Die Weitwinkelkamera bietet verschiedene Optimierungsmaßnahmen, etwa eine Verzeichnungskorrektur und eine Rauschreduktion. Die automatischen Weißabgleichsmodi lassen sich manuell justieren. Außerdem gibt's einen manuellen Belichtungsmodus und eine Zeitautomatik.

Handhabung: Die linke Taste des Bedienkreuzes sowie ein Knopf auf der Gehäuseoberseite lassen sich frei belegen. So können Sie beispielsweise die Belichtungskorrektur einfach zugänglich machen. Zum schnellen Ausrichten des Motivs steht eine Wasserwaage zur Verfügung, die - falls zugeschaltet - im unteren Displaybereich angezeigt wird.

Bildqualität: Die Ricoh GX200 schaffte einen nur befriedigenden Wirkungsgrad. Das lag daran, dass die Auflösung in allen drei Messbereichen zum Bildrand hin stark abfiel. Im Weitwinkel stellten wir zudem eine sehr starke tonnenförmige Verzeichnung fest. Der Dynamikumfang der 12-Megapixel-Kamera lag ebenfalls nur im mittleren Bereich. So erzielte sie einen befriedigenden Wert für die Eingangsdynamik, sprich, die Anzahl der möglichen Blenden. Die Ausgangsdynamik, die die Anzahl der darstellbaren Helligkeitsstufen angibt, war sogar nur ausreichend. Und auch das Rauschverhalten konnte uns nicht überzeugen. Den niedrigsten Wert stellten wir bei ISO 64 fest, und selbst er war nur befriedigend. Ab ISO 800 erwiesen sich die Bildfehler als sehr stark.

Fazit: Die Idee mit dem aufsteckbaren Sucher ist sicherlich attraktiv. Da die Kamera jedoch hinsichtlich ihrer Bildqualität deutlich hinter dem Durchschnitt hinterherhinkte, ist das praktische Zusatzteil nicht Kaufgrund genug. Und mit stolzen 480 Euro schlägt das 12-Megapixel-Modell ordentlich zu Buche.

Alternative: Etwa 40 Euro weniger kostet die Canon Powershot G10 , eine 14,6-Megapixel-Kamera mit optischem Sucher. Sie schnitt zwar beim Rauschen ähnlich schlecht ab wie das Ricoh-Modell, konnte uns aber hinsichtlich Auflösung und Dynamikumfang überzeugen.

Einkaufsratgeber Digitalkameras - darauf müssen Sie achten.

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