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AMD Athlon 64 X2 6400+ Black Edition

28.04.2008 | 14:59 Uhr |

Der Athlon 64 X2 6400+ ist mit 3,2 GHz AMDs taktstärkstes Pferd im Stall. Ob der Doppelkerner die Taktfrequenz auch effizient in Rechenleistung umsetzen kann, und wie es um den Stromverbrauch der Black Edition bestellt ist, klärt unser Test.

AMDs taktstärkster Prozessor Athlon 64 X2 6400+ arbeitet mit 3,2 GHz, der Referenztakt beträgt typische 200 MHz, und der Hypertransport-Link läuft mit 1 GHz. Dem AM2-Prozessor stehen pro Kern 128 KB L1- und 1024 KB L2-Cache zur Verfügung. Eine dritte gemeinsame Cache-Stufe wie beim Phenom kennt der Doppelkerner nicht.

Der Athlon 64 X2 6400+ beherrscht die Virtualisierungs-Technik AMD-V und unterstützt 32-sowie 64-Bit-Betriebssysteme via AMD 64. Mittels der Stromspartechnik Cool'n'Quiet senkt der Dual Core die Taktrate und Kernspannung, wenn Programme wie Word oder Excel den Prozessor kaum beanspruchen.

Den Zusatz Black Edition trägt die 3,2-GHz-CPU wegen ihres frei wählbaren Multiplikators. Dadurch lässt sich der Prozessor bequem übertakten, ohne den Referenztakt manipulieren zu müssen.

Aktuell wandert der Athlon 64 X2 6400+ ab 120 Euro über die Ladentheke. Damit liegt er auf dem Preisniveau des Intel-Doppelkerners Core 2 Duo E6750 und musste sich daher dem 2,67-GHz-Rivalen des Chipriesen stellen.

Stromverbrauch: Das sich das Einschalten von Cool'n'Quiet lohnt, zeigt unser Verbrauchstest. Ohne Energiesparmodus konsumierte unsere Testplattform mit dem Athlon 64 X2 6400+ recht hohe 170 Watt, nach Aktivierung von Cool'n'Quiet sank der Stromverbrauch um knapp 18 Prozent auf passable 140 Watt. Damit lag die AMD-CPU nahezu gleichauf mit dem direkten Intel-Rivalen Core 2 Duo E6750 (137 Watt).

Unter voller Auslastung aller Prozessorkerne hingegen saugte das Testsystem mit dem Athlon 64 X2 6400+ heftige 264 Watt aus dem Netzteil. Der direkte Intel-Konkurrent Core 2 Duo E6750 benötigte hingegen nur 176 Watt. Damit verbrauchte der Athlon 64 X2 6400+ exakt 50 Prozent mehr Energie als der Intel-Prozessor - ein vernichtendes Ergebnis.

Rechenleistung: Leichte Vorteile erarbeitete sich der Athlon 64 X2 6400+ bei Rendering unter Cinebench. Bei Auslastung beider Prozessorkerne lag er mit 5287 Punkten einen Wimpernschlag vor der Intel-Konkurrenz (5271 Punkte). Einen deutlichen Vorsprung konnte der Athlon 64 X2 6400+ bei der Analyse-Software Sungard ACR vorweisen. Die AMD-CPU benötigte knapp 10 Prozent weniger Zeit als der Intel-Konkurrent Core 2 Duo E6750.

In fast allen anderen Benchmarks schnitt der AMD-Prozessor schlechter ab - wenn auch häufig nur knapp (siehe Testergebnisse auf der folgenden Seite). So war beim Athlon 64 X2 6400+ beispielsweise die mittlere Bildwiederholrate im Spiel Crysis je nach Auflösung zwischen 13 und 17 Prozent geringer als beim Core 2 Duo E6750.

Unter Apples iTunes wiederum benötigte der Athlon 64 X2 6400+ für die Audio-Konvertierung mit 62 Sekunden 8 Prozent mehr Zeit als die Intel-CPU. Und auch bei der Video-Konvertierung geriet der AMD-Prozessor ins Hintertreffen. Mit 146 Sekunden war er 11 Prozent langsamer.

Fazit: Das direkte Duell zwischen dem Athlon 64 X2 6400+ und Intels Core 2 Duo E6750 verliert der taktstärkste AMD-Prozessor eindeutig: 50 Prozent mehr Stromverbrauch bei meist schlechterer Rechenleistung sprechen da eine eindeutige Sprache. Daher können wir AMDs 3,2-GHz-CPu nur fürs aufrüsten bestehender AM2-Systeme empfehlen. Und dank seines frei wählbaren Multiplikators ist der Athlon 64 X2 6400+ in der getesteten Black Edition natürlich auch für Übertakter interessant.

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