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Guitar Hero on Tour (Nintendo DS)

01.08.2008 | 12:00 Uhr |

Die Welt der Heimkonsolen hat das Musikspiel Guitar Hero bereits im Sturm genommen, jetzt will man auch den Nintendo DS erobern. Ausgestattet mit einem zusätzlichen Controller können Sie so auch unterwegs rocken, was das Zeug hält. Ob der Titel hält, was er verspricht, klärt unser Test.

Guitar Hero on Tour heißt der jüngste Sprössling der Guitar-Hero-Reihe von Activision. Dabei ist on tour wörtlich zu verstehen, denn das Spiel ist für den Nintendo DS entwickelt worden und soll somit auch unterwegs für Gitarren-Feeling sorgen. Prunkstück eines jeden Guitar-Hero-Titels ist mit Sicherheit der spezielle Controller, der dem Spiel erst die richtige Würze gibt. Sind es bei Heimkonsolen große Plastik-Gitarren, liegt der Nintendo-DS-Variante ein aufsteckbarer Mini-Controller (Guitar Hero Guitar Grip, ein spezieller Adapter für die erste Modellversion des Nintendo DS liegt bei) mit den entsprechenden Farbtasten bei.

Nintendo DS mit aufgestecktem Guitar Grip
Vergrößern Nintendo DS mit aufgestecktem Guitar Grip
© 2014

Zudem wird ein Touchpen in Form eines Plektrums mitgeliefert, so dass fröhlichem Schrammeln nichts mehr im Wege stehen dürfte. Zur individuellen Anpassung des Grips oder des Nintendo DS werden eine Skin sowie diverse Aufkleber mitgeliefert. Die Liste der Songs ist allerdings recht übersichtlich, lediglich 26 Titel (inklusive einem Bonussong) umfasst der Katalog, der dafür von Hardrock bis Pop sehr unterschiedliche Stilrichtungen bietet. Dazu gehören unter anderem Songs von Smash Mouth, Tiwsted Sister, Jet oder No Doubt. Die geringe Songzahl ist dabei natürlich auch dem eingeschränkten Speicherplatz der Spiele-Cartridge des Nintendo DS geschuldet.

Spielverlauf
Zu Beginn des Spiels müssen Sie zunächst eine Band gründen und sich ein virtuelles Alter Ego aussuchen. Guitar-Hero-Veteranen werden sich sofort wie zu Hause fühlen, die Charaktere sind bereits von den Heimkonsolen-Versionen bekannt. Natürlich gibt es auch einen Shop, in dem Bekleidung, neue Musikinstrumente und mehr eingekauft werden kann, vorausgesetzt, man verfügt über ein gefülltes Bankkonto.

Danach kann die Karriere beginnen - und zwar ganz unten. Passenderweise spielen Sie zunächst in der Location "U-Bahn". Von dort aus arbeiten Sie sich unter anderem zu einem Hochhausdach oder einem Festwagen vor. Je Bühne müssen fünf Songs gespielt werden, erst nach Abschluss aller Titel kann die nächste Stufe in Angriff genommen werden. Bereits zu Beginn stehen alle Schwierigkeitsstufen (Leicht, Mittel, Schwer, Profi) zur Wahl. Anfänger finden mit "Leicht" den schnellen Einstieg. Fortgeschrittene können gleich mit Mittel oder Schwer beginnen.

Der Spielverlauf selbst unterscheidet sich nicht von den Heimkonsolen-Versionen von Guitar Hero: Bei den Songs laufen farbige "Noten"-Buttons von oben nach unten über den Bildschirm, Ihre Aufgabe ist es zum einen die richtige Taste auf dem Grip zu drücken, während Sie gleichzeitig die Seiten mit dem Touchpen "anschlagen", sobald die Note den Anschlagsbereich im unteren Bildschirmabschnitt erreicht hat. Was in den niedrigen Schwierigkeitsstufen kein Problem ist, wird spätestens mit der Stufe "Schwer" zu einer echten Herausforderung. Dazu trägt auch bei, dass man beim Spielen zuweilen auf dem Touch-Bildschirm verrutscht und so die Saiten nicht mehr richtig trifft. Auch dürften Spieler mit großen Händen und langen Fingern Probleme mit dem Mini-Gitarren-Controller haben und nicht jede Taste optimal erreichen können. Ein weiteres Problem stellt sich bereits nach wenigen Minuten Spielzeit ein: Die Hand neigt schnell dazu, zu verkrampfen. Nach sechs oder sieben Songs kann das dann schnell schmerzhaft werden. Zwar empfiehlt Activision zurecht, die Hand, die im Grip steckt, beim Spielen möglichst nicht abzuwinkeln, in der Praxis wird diese Position aber fast zwangsläufig immer wieder eingenommen. Leider macht es die etwas fummelige Steuerung gerade in höheren Schwierigkeitsgraden teilweise zu einem echten Glücksspiel.

Umfang
Neben dem Karrieremodus bietet Guitar Hero on Tour aber noch eine Vielzahl an Spielmodi, die für Abwechslung sorgen. Dazu gehören etwa Quickplay, Face-off (zwei Spieler treten gegeneinander an, der Schwierigkeitsgrad ist individuell einstellbar), Pro Face-off (zwei Spieler treten gegeneinander an und spielen mit demselben Schwierigkeitsgrad die Titel, die im Einzelspielermodus verfügbar sind), Co-op (zwei Spieler spielen gemeinsam einen Song, der eine übernimmt die Lead-, der andere die Bassgitarre) und Guitar Duels (hier kann gegen einen Charakter aus der Guitar-Hero-Welt angetreten werden).

Die Koop-Modi oder Duelle gegen menschliche Gegner sind nur per Wifi-Verbindung zweier Nintendo-DS-Konsolen möglich. Entsprechend muss auch jeder Mitspieler über eine eigene Version des Spiels verfügen.

Fazit

Ja, Guitar Hero on Tour macht Spaß. Die Songauswahl ist vielfältig und gut und der Guitar-Grip ist ein cooles Accessoire. Allerdings lässt die Motivation im Einzelspielermodus recht schnell nach. Dies liegt zum einen an der relativ geringen Songanzahl und zum anderen an der fummeligen und teils ungenauen Steuerung des Spiels. Ab Schwierigkeitsgrad Schwer wird es knackig, höchste Punktwerte zu erreichen. Zudem ermüdet die Hand, in der der Nintendo DS samt Guitar Grip ruht, recht schnell, was zu Verkrampfungen und Schmerzen führen kann. Mehrspieler-Duelle versprechen zwar eine durchaus längere Langzeitmotivation, allerdings müssen hierfür beide Spieler das Spiel besitzen.

Guitar Hero on Tour kostet rund 40 Euro und ist im Handel erhältlich.

Wertung: 70 Prozent

Alternativen: Derzeit gibt es zu Guitar Hero on Tour keine Alternativen.

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