05.09.2008, 13:26

Thomas Rau

Mini-Laptops im Test

Die besten Netbooks

Die IFA hat es gezeigt: Netbooks sind der mobile Trend des Jahres. Die Mini-Laptops sind extrem günstig und ideal für unterwegs. Wir hatten die besten Netbooks im Test.
Als Asus im Januar 2008 mit dem Eee PC 701 den ersten Mini-Laptop in Deutschland vorstellte, war die Begeisterung groß – aber auch die Verwirrung: War der Eee PC ein super-günstiges Notebook, war er ein Subnotebook oder ein zu groß geratenes Smartphone? Kurz darauf erfand Intel die Bezeichnung Netbook für diese Geräte: Sie sollte zeigen, das der Eee PC und seine Kollegen eben keine Notebooks sind, sondern eine völlig neue Produktkategorie.
Ein Netbook ist kein Notebook
Wer im Netbook ein besonders billiges Notebook sieht, wird enttäuscht werden. Denn trotz des niedrigen Preises bieten die Mini-Laptops verglichen mit Standard-Mobilrechner ein sehr schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis: Bei Rechenleistung und Ausstattung liegen sie selbst hinter den günstigsten Laptops deutlich zurück.
Wenn Sie dagegen ein leichtes Gerät für unterwegs suchen, kommen Sie an einem Netbook nicht vorbei: Die Mini-Laptops sind unschlagbar günstig, wenn es um Surfen, Chatten oder Mailen geht. Oder zum Texte schreiben in der Schule oder Universität. Deshalb kommt ein Netbook vor allem als Zweit- oder Drittgerät neben PC und Notebook in Frage.
Was Netbook und Notebook unterscheidet
Selbst die billigsten Notebooks mit Celeron- oder Sempron-Prozessor sind mehr als doppelt so rechenstark wie ein Netbook. Die Mini-Laptops sind auch viel spärlicher ausgestattet: Die meisten bieten nur zwischen 4 und 20 GB Speicherplatz. Zwar gibt es auch einige Netbooks, in denen eine Notebook-Festplatte mit 80, 120 oder 160 GB arbeitet. Doch ein optisches Laufwerk fehlt allen Mini-Laptops: Von DVD Programme installieren oder Filme anschauen, fällt mit dem Netbook also flach. Wer mehr Speicherplatz benötigt, muss in eine Speicherkarte, einen großen USB-Stick oder eine externe Festplatte investieren – und sie auch immer dabei haben. Überdies haben die Netbooks weniger Schnittstellen und ein kleineres Display als ein Standard-Notebook.
Als ständiges Arbeitsgerät oder PC-Ersatz kommt daher nur ein Notebook in Frage. Das gleiche gilt, wenn Sie mit Ihrem Rechner mehr anstellen wollen, als nur Surfen und Texte schreiben – zum Beispiel Bilder oder Videos bearbeiten, Spielen oder mit mehreren Anwendungen parallel arbeiten.
Worauf Sie bei Netbooks achten sollten
Netbooks unterscheiden sich nur in Details: Alle haben ungefähr die Abmessungen eines dicken Taschenbuchs, wiegen rund 1 Kilogramm und arbeiten mit einem rechenschwachen, aber sparsamen Prozessor. Deshalb sollten Sie genau hinschauen, ob den passenden Mini-Laptop zu finden.
Display: Ein Netbook-Display ist 8,9 oder 10,2 Zoll groß. Es zeigt 1024 x 600 Bildpunkte – bei einem 8,9-Zoll-Display ergibt das 133 dpi: Das entspricht einem 17-Zoll-Display mit der Auflösung 1920 x 1200 – Schriften und Icons werden also sehr scharf, aber auch recht klein dargestellt. Bequemer für die Augen ist daher ein 10,2-Zoll-Display. Wer das Netbook unter freiem Himmel nutzen will, sollte darauf achten, dass das Display hell und entspiegelt ist.
Tastatur: Die Tastatur eines Netbooks ist deutlich kleiner als die eines Standard-Notebooks. Deshalb sind auch die Tasten schmaler: Anwender mit großen Händen oder Zehn-Finger-Schreiber können damit Probleme haben oder sollten eine längere Eingewöhnungsphase einplanen.
Akku: Die meisten Netbooks werden mit einem 3-Zellen-Akku ausgeliefert. Trotz der stromsparenden Komponenten halten sie damit kaum länger als drei Stunden ohne Netzstrom durch. Für eine längere Laufzeit bieten viele Hersteller aber einen 6-Zellen-Akku an: Doch der kostet meist rund 100 Euro extra.
Netzwerk: WLAN bringen alle Netbooks mit: Manche nutzen aber noch den 11g-Standard, einige haben schon das schnellere 11n-WLAN an Bord. Wenn Sie Ihr Handy als kabelloses Surfmodem nutzen wollen, muss das Netbook Bluetooth bieten.
Betriebssystem: Auf den Netbooks lebt Windows XP Home weiter – für Standard-PCs und -Notebooks hat Microsoft den Verkauf ja kürzlich eingestellt. Es gibt aber auch einige Netbooks mit Linux – sie besitzen meist eine angepasste Version mit einsteigerfreundlicher Bedienoberfläche. Außerdem sind die Linux-Netbooks günstiger als die XP-Home-Modelle.
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