1821869

Schnelleres Powerline

Mehr Tempo übers Stromnetz: Powerline-Adapter dLAN 650+ im Test

05.09.2013 | 09:30 Uhr |

Mit dem Powerline-Adapter dLAN 650+ will Devolo mehr Tempo beim Strom-Netzwerk. Ob das gelingt, zeigt unser Test mit einem Vorseriengerät.

Vor rund einem Jahr kamen die ersten Powerline-Adapter mit einem Maximal-Tempo von 500 Mbit/s auf den Markt. Unser Vergleichstest ergab , dass zwischen den Herstellern kaum Tempo-Unterschiede bestehen, weil alle Adapter den gleichen Chipsatz nutzen.

Jetzt dreht Devolo an der Tempo-Schraube: Der Adapter dLAN 650+ soll Daten mit bis zu 600 Mbit/s über die Stromleitung schicken. Die Technik dahinter nennt Devolo range+: Der Powerline-Adapter nutzt alle drei Leitungen im Stromkreis (Phase, Neutralleiter, Erde/Masse). So kann er immer die Leitungen mit dem geringsten Störpegel für die Übertragung auswählen. Üblicherweise nutzen Powerline-Adapter nur Phase und Neutralleiter – streuen andere Geräte Störsignale über diese Leitungen, sinkt die Datenrate unweigerlich. Devolo will range+ patentieren, genauer gesagt, die Einkopplung des Powerline-Signals auf den Erdleiter.

Powerline-Adapter mit range+: Devolo dLAN 650+
Vergrößern Powerline-Adapter mit range+: Devolo dLAN 650+
© Devolo

Vorserienmodell im Test

Der von uns getestete Powerline-Adapter dLAN 650+ ist ein Vorserienmodell. Er besitzt eine integrierte Steckdose sowie einen Gigabit-LAN-Port. Außerdem wird Devolo mit range+ noch den Adapter 650+ triple anbieten: In seinem Gehäuse sitzen drei Gigabit-LAN-Anschlüsse. Außerdem gibt es den bekannten Knopf zum Verschlüsseln der Powerline-Übertragung mit einem sicheren Passwort.

Adapter aus der Vorgänger-Generation: dLAN 500 AV Plus
Vergrößern Adapter aus der Vorgänger-Generation: dLAN 500 AV Plus
© Devolo

Wie viel mehr Tempo bringt range+?

Unsere Tests führten wir in der gleichen Umgebung durch wie die Vergleichstests der 500-Mbit/s-Adapter. Der dLAN 650+ musste dabei direkt gegen seinen Vorgänger den dLAN 500 AVplus antreten. Den Datendurchsatz messen wir im Test mit dem Windows-Tool Netstress: Es überträgt zwischen den beiden Powerline-Adaptern insgesamt acht parallele TCP-Datenströme und reizt damit die Bandbreite der Powerline-Übertragung voll aus.

Datendurchsatz (Mbit/s, kurze Distanz)

ohne Störung

gestörte Leitung

dLAN 650+

145

94

dLAN 500 AV Plus

145

82

Unter Idealbedingungen – einer kurzen Übertragungsstrecke innerhalb eines Zimmers ohne Störsignale – ergibt sich kein Unterschied zwischen den neuen und den älteren Adaptern. Beide schaffen im Durchschnitt 145 Mbit/s über 180 Sekunden Messzeitraum. Nur das kurzzeitige Maximum liegt beim 650+ mit 190 MBit/s etwas höher als beim 500 AVplus mit 180 Mbit/s.

Die gleiche Strecke unter gestörten Bedingungen absolviert der dLAN 650+ etwas besser: 94 gegenüber 82 MBit/s. Aber auch bei der neuen Technik ist der Rückgang um 35 Prozent gegenüber der ungestörten Übertragung deutlich.

Datendurchsatz (Mbit/s, lange Distanz)

ohne Störung

gestörte Leitung

dLAN 650+

70

43

dLAN 500 AV Plus

58

32

Das anstrengendste Test-Szenario ist eine Übertragungsstrecke über drei Zimmer hinweg. Unter diesen schweren Bedingungen kann sich der dLAN 650+ deutlicher absetzen: Ohne Störungen erreicht er 70 Mbit/s, der 500 AVplus schafft nur 58 MBit/s. Wenn Störsignale auf der Stromleitung unterwegs sind, schafft der dLAN 650+ noch 43 MBit/s, sein Vorgänger kommt auf 32 Mbit/s.

Devolo dLAN 650+ im Test: Fazit

Je besser die Übertragungsbedingungen, desto weniger lohnt sich der dLAN 650+. Allerdings: Die Bedingungen für eine Powerline-Übertragung sind fast nie ideal, weil Sie selten bestimmen können, wann welches störende Gerät im Stromnetz aktiv wird. Der dLAN 650+ bietet daher einen Puffer, wenn Sie Full-HD-Streams übers Stromnetz schicken oder umfangreiche Kopieraktionen auf eine per Powerline angebundenen NAS durchführen.

Bei längerer Übertragungsstrecke oder höherem Störpegel fällt der Datentransfer beim dLAN 650+ rund 20 bis 30 Prozent höher aus als beim Vorgänger – das ist ordentlich. Unter Störungen leidet der dLAN 650+ aber fast genauso stark wie der 500 AVplus – die Transferrate reduziert sich im Test auch bei ihm um rund 40 Prozent gegenüber den Idealbedingungen. Er kann aber von seiner insgesamt höheren Schnelligkeit zehren.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1821869