2162928

Medion P7644 - starkes Aldi-Notebook im Test

15.12.2015 | 11:55 Uhr |

Ist das neue Aldi-Notebook ein Geschenk für Spieler? 899 Euro will Aldi-Süd für das Medion P7644 mit Geforce GTX 950M, SSD und USB-Typ-C. Der Test klärt, ob Sie sich den Laptop unter den Weihnachtsbaum legen sollten.

Ab dem 19.12.2015 verkauft Aldi-Süd das High-End-Notebook Medion P7644 für 899 Euro. Oder es doch eher ein Spiele-Notebook? Aldi-Lieferant Medion ist offenbar dieser Meinung, denn im Medion-Shop gibt es das fast baugleiches Modell P7643 für 1149 Euro. Das Gehäuse des P7644 ähnelt auf jeden Fall dem der Notebooks aus Medions Gaming-Serie Erazer. Und den Erazer-Schriftzug finden Sie auch rechts auf der Handballenablage des Aldi-Notebooks.

TEST-FAZIT: Aldi-Notebook Medion P7644

Ein echtes Spiele-Notebook ist das Medion P7644 nicht. Aber ein leistungsfähiger Laptop, mit dem Sie auch spielen können - nur keine aktuellen Spiele und nicht in den optimalen Einstellungen. Dafür bräuchte es einen stärkeren Prozessor und eine leistungsfähigere GPU - was zu diesem Preis aber nicht drin ist.

Ist 900 Euro aber Ihre Budget-Obergrenze, bekommen Sie derzeit kein leistungsfähigeres und besser ausgestattetes Notebook. Wenn Sie SSD plus Festplatte sowie Full-HD-Auflösung benötigen, zahlen Sie selbst bei einem Notebook mit einer schwächeren CPU und Grafikkarte kaum weniger. Wer aber ein stärkeres Notebook für bessere Spieleleistung sucht, muss bei sonst vergleichbarer Ausstattung deutlich über 1000 Euro ausgeben.

+ SSD und HDD

+ entspiegeltes Display mit Full-HD-Auflösung

+ USB Typ-C

- sehr schwache Akkulaufzeit

- mäßige Helligkeit

- schwammige Tastatur

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Medion P7644

Testnote

Gut ( 2.28)

Preis-Leistung

preiswert

Geschwindigkeit (25 %)

1,25

Ausstattung (20 %)

2,09

Bildschirm (20 %)

1,95

Mobilität (20 %)

4,41

Tastatur (5 %)

2,14

Umwelt und Gesundheit (5 %)

2,25

Service (5 %)

1,07

Die besten Alternativen:

Acer Nitro VN7
ab rund 1000 Euro mit Core i5 und 1-TB-Festplatte, keine SSD, GTX 950M mit 4 GB Speicher

Der beste Preis

Asus ROG GL752VW
rund 1300 Euro mit GTX 960M (2 GB) und Core i7-6700HQ

Der beste Preis

MSI GE72
rund 1700 Euro mit GTX 970M, Core i7-6700HQ

Der beste Preis

Echte Gaming-Notebooks im Preisvergleich

Trotzdem will Aldi mit dem P7644 keine Hardcore-Gamer ansprechen. Sondern eher Gelegenheits-Spieler, die nicht die ultimative Leistung für aktuelle Spiele benötigen, aber auf jeden Fall ein leistungsstarkes System, das aufwändige Multimedia-Anwedungen erlaubt. Deshalb verzichtet Medion auf auffällige Designelemente, die Gaming-Notebooks üblicherweise zieren - auch die eigene X-Serie: Lichteffekte auf der Tastatur oder farblich abgesetzte WASD-Tasten hat das P7644 nicht zu bieten. Dafür einen Deckel in matt-schwarz und eine ebensolche Handballenablage mit Soft-Touch-Überzug. Das zurückhaltende Design unterstreicht das schlanke und für ein 17,3-Zoll-Notebook mit 2,85 Kilogramm recht leichte Gehäuse: Das P7644 will eben nicht wie eine typische Gaming-Wuchtbrumme aussehen.

Die GPU im Medion P7644: Eine Geforce GTX 950M mit 2 GB lokalem Speicher.
Vergrößern Die GPU im Medion P7644: Eine Geforce GTX 950M mit 2 GB lokalem Speicher.

Zurückhaltendes Design statt Gaming-Wuchtbrumme

Die Entscheidung für dieses Design hat Konsequenzen bei der Ausstattung: In das schmale Gehäuse passen die leistungsstärksten Komponenten nicht hinein, denn die benötigen ein größeres Kühlsystem als im P7644 Platz hat. Deshalb sorgt eine Geforce GTX 950M für die Grafikleistung, keine GTX 980M oder gar die Desktop-Version der GTX 980.

Gleiches gilt für den Prozessor: Die Zwei-Kern-CPU Core i7-6500U beruht zwar auf der aktuellen Skylake-Architektur, der sechsten Core-Generation von Intel. Aber es ist eine stromsparende U-Variante (Ultra Low Voltage), deren Kühllösung auf maximal 15 Watt Leistungsaufnahme ausgelegt ist. Die echten Vierkerner aus der HQ- oder übertaktbaren HK-Serie liegen bei 45 Watt: Sie passen nur in deutlich dickere und schwerere Notebooks wie beispielsweise Medions Erazor-X-Serie.

Bei Komponenten, die das thermische Budget des P7644 kaum belasten, geht Medion dafür in die Vollen: Zusätzlich zur 1-Terabyte-Festplatte von Toshiba verbaut der Aldi-Lieferant eine 256 GB große SSD. Sie sitzt im M.2-Steckplatz, den Medion bei den günstigeren Aldi-Notebooks der letzten Monate frei gelassen hat. Das Betriebssystem Windows 10 Home sowie die vorinstallierten Programme liegen auf der SSD. Auf der HDD sind nur Backups der Treiber und Programme sowie das Wiederherstellungs-Image gespeichert. Ein DVD-Brenner sitzt ebenfalls im Aldi-Notebook.

Die Netzwerkausstattung fällt ebenfalls üppig aus: Der Netzwerkchip arbeitet mit Gigabit-Geschwindigkeit, das WLAN-Modul mit dem aktuellen 11AC-Standard und zwei Antennen. Außerdem integriert es Bluetooth 4.0. Schließlich vereint das P7644 drei USB-Generationen in einem Notebook: Auf der rechten Seite sitzen zwei Buchsen mit USB 2.0. Links ist ein USB-3.0-Port platziert und links vorne eine Typ-C-Buchse. Sie ist intern an einen USB-3.1-Controller von ASMedia angebunden.

Blick in den Innenraum des Medion P7644: Links unten die Toshiba-HDD, daneben die SSD und die RAM-Steckplätze. Die Heatpipe liegt über CPU und GPU.
Vergrößern Blick in den Innenraum des Medion P7644: Links unten die Toshiba-HDD, daneben die SSD und die RAM-Steckplätze. Die Heatpipe liegt über CPU und GPU.

3D-Leistung: Meist nicht schnell genug

Der Geforce GTX 950M ist eine GPU der oberen Mittelklasse. Sie basiert auf dem GM107-Chip aus der Maxwell-Architektur und wird im 28-Nanometer-Verfahren gefertigt. Im P7644 sitzt eine Version mit 2 GB DDR3-Speicher mit 900 MHz. Schnellere Varianten der GTX 950M arbeiten mit GDDR5. Der Grafikchip besitzt eine Taktrate von 993 MHz und kann im Boost-Modus auf bis zu 1124 MHz hoch takten.

Im 3D Mark liegt die Geforce GTX950M bei den Test Sky Diver und Cloud Gate rund fünf Prozent vor der GTX 850M, die den gleichen Chip und ebenfalls 640 Shadereinheiten nutzt. Der Tempovorsprung geht also auf das Konto der etwas höheren Taktrate des GTX 950M. Um aktuelle Spiele in der maximalen Display-Auflösung des Aldi-Notebooks von 1920 x 1080 Pixel zu spielen, reicht die GPU-Leistung nicht immer aus. Selbst bei rund zwei Jahre alten Spielen wie Battlefield 4 wird es in hoher Detailstufe sehr eng - mit schnellerem Grafikspeicher und einer leistungsfähigeren CPU wäre mehr drin. Weitgehend ruckelfrei läuft es nur bei mittleren Details. Und auf der sicheren Seite sind Sie erst, wenn Sie die Auflösung reduzieren. Mit grafisch weniger aufwändigen Sportspielen oder Simulationen hat das Medion P7644 dagegen keine Probleme - insofern tut Medion gut daran, das Aldi-Notebook nicht als Gaming-Maschine, sondern als High-End-Notebook zu platzieren.

Medion hat die Komponenten und die Kühllösung gut auf einander abgestimmt: In Spielen und in anderen Lasttests stellten wir kein Throttling fest - GPU und CPU liefen mit der maximalen Turbo-Taktrate von 1142 MHz beziehungsweise 3,0 GHz. Die GPU erreicht dabei rund 70 Grad. Auch bei der Lüfterlautstärke und der Erwärmung bleibt das Aldi-Notebook unauffällig: Auf der Unterseite am Luftauslass messen wir knapp 51 Grad, auf der Oberseite an der Tastatur rund 41 Grad: Es wird also etwas wärmer an den Händen, aber nichts, was die Arbeit oder das Spieleerlebnis am Notebook stört.

Im Medion P7644 sitzt ein DDR3-Speicherriegel. Der Chipsatz-Controller des Skylake-Prozessors könnte aber auch mit DDR4 umgehen.
Vergrößern Im Medion P7644 sitzt ein DDR3-Speicherriegel. Der Chipsatz-Controller des Skylake-Prozessors könnte aber auch mit DDR4 umgehen.

System-Leistung: Hohes Tempo dank Core i7 und SSD

Für Office und Multimedia ist das P7644 dagegen uneingeschränkt geeignet. Besonders beim Umwandeln von Videoformaten oder bei aufwändigen Multitasking-Aufgaben punktet der hochgetaktete Core i7. Allerdings liegt der Vorsprung gegenüber einem Core i5 aus der Skylake-Generation wie er beispielsweise im Microsoft Surface Pro 4 sitzt nur bei rund fünf Prozent. Im Vergleich mit einem Notebook aus der 500-Euro-Klasse wie dem Medion E6416 , das Aldi Mitte des Jahres verkaufte, arbeitet das P7644 rund 20 bis 25 Prozent schneller - dieser Leistungsgewinn ist auch im Alltag deutlich spürbar.

Vor allem aber hilft die SSD der Praxisgeschwindigkeit des Aldi-Notebooks auf die Sprünge. Das macht sich auch bei Spielen bemerkbar, die rund zwei- bis dreimal so schnell laden wie mit einer HDD. Von kurzen Start- und Ladezeiten profitieren natürlich auch alle anderen Programme.

Im M.2-Steckplatz platziert Medion eine SSD mit 256 GB.
Vergrößern Im M.2-Steckplatz platziert Medion eine SSD mit 256 GB.

Bildschirm: Entspiegelt mit Full-HD-Auflösung

Der Full-HD-Bildschirm ist entspiegelt - gut fürs Spielen, damit Reflexionen des Umgebungslichts nicht den Bildeindruck stören. Die mittlere Helligkeit liegt bei 228 cd/qm: Das ist der Preisklasse nicht angemessen, denn viele Notebooks für rund 900 Euro kommen auf über 300 cd/qm2. Das sind aber häufig ultra-mobile Laptops, die dafür weniger leistungsfähige Komponenten mitbringen. Gleiches gilt für den Kontrast, der mit 647:1 eher im Mittelfeld als in der High-End-Klasse liegt. Ein höherer Kontrast würde gerade in dunklen Spieleumgebungen mehr Details zu Tage fördern.

Tastatur und Touchpad: Greifen Sie lieber zu externer Hilfe

Mit der Tastatur des P7644 werden nicht nur Spieler kaum glücklich werden: Sie federt beim Tippen, der Tasten-Hub fällt sehr niedrig aus. Immerhin spüren Sie einen klaren Druckpunkt. Für längere Tippaufgaben ist die Tastatur nicht optimal. Das Touchpad reagiert dagegen recht präzise und erlaubt aufgrund der griffigen Oberfläche, den Mauszeiger präzise zu positionieren. Auch der Druckpunkt der integrierten Tasten fällt angenehm deutlich aus - allerdings nur ganz unten im Touch-Feld.

Bei der Tastatur kommt es entscheidend auf die eigenen Vorlieben an - und auf die Spielekategorie, die Sie bevorzugen. Deshalb ist selbst die wenig tippfreundliche Tastatur des P7644 kein KO-Kriterium für die Spieletauglichkeit des Aldi-Notebooks. Und um eine spezielle Gaming-Maus kommen Sie sowieso nicht herum, wenn es zum Beispiel um schnelle Shooter geht - die sind mit einem Touchpad nicht zu bewältigen.

Akkulaufzeit: Schwach - selbst für ein Schreibtisch-Notebook

Mobilität steht beim P7644 nicht im Vordergrund: Sein Gewicht und seine Größe machen den Schreibtisch zum optimalen Aufstellungsort. Außerdem fällt die Akkulaufzeit extrem kurz aus: Selbst beim WLAN-Surfen hält das Aldi-Notebook nur rund 3,5 Stunden durch, obwohl durch die Optimus-Technik die integrierte Prozessorgrafik aktiv ist statt der Geforce-GPU.

GESCHWINDIGKEIT

Medion P7644 (Note: 1,25)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

100 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

87 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

100 Punkte (von 100)

Startzeit

18 Sekunden

BILDSCHIRM

Medion P7644 (Note: 1,95)

Größe

43,8 Zentimeter / 17,3 Zoll

Auflösung

1920 x 1080 Bildpunkte

Punktedichte

127 dpi

Helligkeit

228 cd/m²

Helligkeitsverteilung

82 %

Kontrast

643:1

Entspiegelung

hervorragend

MOBILITÄT

Medion P7644 (Note: 4,41)

Akkulaufzeit

3:26 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

2850 / 540 Gramm

UMWELT UND GESUNDHEIT

Medion P7644 (Note: 2,25)

Betriebsgeräusch: geringe / hohe Last

0,1 / 1,5 Sone

Wärmeentwicklung

50,8 Grad (Unterseite) / 41,4 Grad (Tastatur)

0 Kommentare zu diesem Artikel
2162928