24.10.2013, 10:45

Thomas Rau

Mit Windows 8.1

Aldi-Notebook Medion Akoya S6212T im Test

Aldi-Notebook im Test: Medion Akoya S6212T

Für das neue Aldi-Notebook Akoya S6212T hat sich Medion etwas Besonderes ausgedacht: Es besitzt einen Touchscreen und ein drehbares Display. Kann der günstige Laptop damit überzeugen? Der Test zeigt es.
Das Medion Akoya S6212T kostet bei Aldi 499 Euro. Es ist baugleich zum Lenovo Ideapad Flex 15, das es mit fast identischer Ausstattung für 599 Euro bei Media-Markt gibt.
Das Besondere am Medion-Notebook: Es hat nicht nur einen Touchscreen. Der Bildschirm lässt sich auch um 300 Grad drehen, sodass das Akoya S6212T wie ein digitaler Bilderrahmen dasteht und das Notebook-Gehäuse als Standfuß nutzt. Tastatur und Maus liegen dann auf der Unterseite und sind de-aktiviert, um unabsichtliche Eingaben zu vermeiden. die Tasten sind allerdings nicht fixiert und daher empfänglich für Staub und Krümel. Außerdem werden sie auf einer unebene Stellfläche gedrückt, was sich auf die Haltbarkeit der Tastatur auswirken könnte.

Aldi-Notebook mit flexiblem Display

Im Gegensatz zum Lenovo Yoga können Sie das Display des Akoya S6212T nicht über den 300-Grad-Winkel weiterdrehen - das Notebook lässt sich also nicht in ein Tablet verwandeln. Der Sichtmodus eignet sich um Filme und Fotos auf dem Display anzuschauen oder um direkt den Touchscreen zu bedienen: Denn der Weg des Fingers zum Display ist dann kürzer und bequemer als wenn Sie im Notebook-Modus erst über die Tastatur langen müssen. Durch Fotoalben können Sie dann so bequem wie auf einem Tablet wischen. Für die Fingerbedienung sitzt direkt unter dem Bildschirm ein Windows-Knopf, der Sie wie beim Tablet immer zum Kachel-Startbildschirm zurückbringt. Rechts daneben befindet sich ein Schalter für die Lautstärke. Auch für Filme bietet sich der Sicht-Modus an: Weil Sie wie bei einem Fernseher nur noch das Display wahrnehmen, wirkt die Darstellung unmittelbarer als auf einem Notebook-Display.

Bildschirm: Nicht besonders gut

Ein paar Schwächen des Akoya S6212T verhindern aber, dass der 300-Grad-Modus mehr als ein netter Gimmick wird. Da das Notebook mit 2,6 Kilogramm schwer und recht groß ist, können Sie zwischen dem Notebook- und dem Sichtmodus nicht so bequem wechseln wie zum Beispiel beim Yoga. Viel schwerwiegender: Das Display ist blickwinkelabhängig, sowohl vertikal wie horizontal. Das entwertet den Sichtmodus, da sich höchstens zwei Personen ohne Einschränkungen bei Kontrast und Farbwiedergabe ums Display gruppieren können. Dass die Auflösung mit 1366 x 768 alles andere als ideal für die Filmwiedergabe ist, kommt noch hinzu.
Ebenfalls nicht ideal: Die Scharniere halten das Display nicht stabil, im Notebook-Modus verstellt es sich schon bei leichtem Wackeln. Außerdem wippt es immer kurz nach, wenn Sie den Touchscreen per Finger berühren - all das schränkt den Spaß am Touch- und Sichtmodus ein. Auch die Messwerte bescheinigen dem Display im Aldi-Notebook höchstens durchschnittliche Qualität. Es ist nicht besonders hell und zeigt auch einen hohen Kontrast. Für drinnen reicht das aus, sofern Sie verhindern, dass Lichtquellen auf das Display strahlen. Denn der Bildschirm ist nicht entspiegelt. Insgesamt kein idealer Bildschirm für Film- und Fotospaß - Sichtmodus hin oder her.
BILDSCHIRM Medion Akoya S6212T (Note: 3,35)
Größe
39,5 Zentimeter / 15.6 Zoll
Auflösung
1366 x 768 Bildpunkte
Punktedichte
100 dpi
Helligkeit
174 cd/m²
Helligkeitsverteilung
82 %
Kontrast
226:1
Entspiegelung
gering

Gute Rechenleistung dank Hybrid-HDD

Aber natürlich ist das Medion Akoya S6212T auch ein Notebook: Nicht besonders üppig ausgestattet, aber es bringt alles mit, was Sie zu diesem günstigen Preis erwarten dürfen. Und sogar noch ein bisschen mehr: Als Festplatte setzt Medion beispielsweise eine Hybrid-HDD von Seagate ein. Sie bietet neben rund 500 GB Speicherplatz noch 8 GB Flash als Pufferspeicher mitbringt. Je nach Benchmark arbeitet das Aldi-Notebook mit seinem Core i3 aus der Haswell-Generation dadurch so schnell wie ein Notebook mit einem Core i5 und Standard-Festplatte, bei besonders speicherintensiven Aufgaben wie dem Importieren und Bearbeiten von Bildern holt es sogar ein Notebook mit Quad-Core aber ohne SSD ein. Der Effekt der Hybrid-Platte ist also spürbar, obwohl eine "echte" SSD ein Notebook noch mehr beschleunigt. Aber dann haben Sie weniger Speicherplatz: Der fällt beim Medion Akoya S6212T mit rund 500 GB nicht üppig, aber angemessen aus. Der Core i3-4010U (1,7 GHz, kein Turbo Boost) bekommt seine Grenzen vor allem bei rechenintensiven Multitasking-Aufgaben aufgezeigt sowie beim Umwandeln von Video- und Audioformaten. Denn ihm fehlt ihm Gegensatz zu einem Core i5 und Core i7 nicht nur Turbo Boost. Er stammt außerdem aus der Ultra-Low-Voltage-Familie - also Prozessoren, die eigentlich für Ultrabooks vorgesehen sind. Deswegen arbeitet er sparsam, aber mit einer niedrigeren Taktrate als ein üblicher Notebook-Prozessor. Die Tests zeigen aber insgesamt, dass Medion die CPU-Schwäche durch die Hybrid-HDD ganz gut kaschieren kann.
GESCHWINDIGKEIT Medion Akoya S6212T (Note: 3,55)
Geschwindigkeit bei Büro-Programmen 57 Punkte (von 100)
Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen 61 Punkte (von 100)
Geschwindigkeit bei 3D-Spielen 23 Punkte (von 100)
Startzeit 22 Sekunden
Ein Vorteil der sparsamen CPU: Da sie wenig Abwärme verursacht, arbeitet der Lüfter im Aldi-Notebook fast immer sehr leise. Selbst bei längeren Lastphasen werden Sie ihn nur in sehr leiser Umgebung wahrnehmen. Außerdem erlauben die sparsamen Komponenten Medion, das Gehäuse recht flach zu bauen: Es ist knapp unter drei Zentimeter hoch - natürlich nicht so schlank wie ein Ultrabook, trotzdem sieht das Akoya S6212T dadurch nicht unangenehm wuchtig aus.

3D-Leistung

Anders sieht es beim Spielen aus. Die integrierte Grafik in den Haswell-Prozessoren ist zwar viel leistungsstärker geworden. Trotzdem reicht die Kraft nur für ältere Spiele oder wenn Sie bei aktuellen die Qualitätseinstellungen deutlich nach unten schrauben.

Gute Ausstattung, viele Schnittstellen

Ein Ultrabook ist das Medion Akoya S6212T nur innen, beim Prozessor: Denn das Schnittstellenangebot am Gehäuse ist eines großen Notebooks würdig - unter anderem mit je zwei USB-Anschlüssen für 2.0 und 3.0. Einen VGA-Ausgang gibt es nicht, dafür mit HDMI und Mini-Displayport zwei digitale Anschlussmöglichkeiten. Fürs Kabelnetzwerk ist Gigabit-LAN an Bord, das 11n-WLAN überträgt nur über 2,4 GHz. Bluetooth 4.0 rundet die Netzwerkausstattung ab.
Wie fast immer bei einem Aldi-Notebook ist das Software-Angebot üppig: Angefangen beim aktuellen Windows 8.1 (64 Bit) über zahlreiche Multimedia-Programme von Cyberlink. Medion hat das Akoya S6212T übrigens so konfiguriert, dass es direkt in den Desktop-Bildschirm startet. Abgerundet wird das mit einer Windows-Wiederherstellungs-DVD und einer Software/Treiber-DVD. Denn das Aldi-Notebook bringt einen DVD-Brenner mit - erwähnenswert, denn selbst bei großen Notebooks ist das optische Laufwerk inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr. Wenn Sie es nicht brauchen, können Sie es mit wenigen Handgriffen ausbauen und gegen einen optionale zweite Festplatt oder einen zusätzlichen Akku austauschen - Medion nennt dieses Wechsellaufwerk-System Connect XL.
UMWELT UND GESUNDHEIT Medion Akoya S6212T (Note: 1,88)
Betriebsgeräusch: geringe /hohe Last 0,3 / 0,8 Sone

Tastatur mit Ziffernblock, aber niedrigem Tastenhub

In der Tastatur sitzt rechts ein Ziffernblock. Bedingt durch das recht flache Gehäuse, fällt der Tastenhub bescheiden aus. Auch der Druckpunkt ist nicht sehr deutlich zu spüren, besonders die Leertaste gibt nur eine sehr läppische Druckrückmeldung. Das Touchpad lässt sich flüssig bedienen, auch Gesten mit zwei Fingern setzt es überraschend rasch um. Allerdings ist es für ausladende Wischgesten zu klein - Sie stoßen schnell an die Ränder des Touchfeldes. Im Test fielen uns mehrmals Probleme mit Maus und Touchpad auf: Zweimal war die Tastatur nach einem Neustart nicht aktiv, sodass sich das Windows-Passwort nicht eingeben ließ. Einmal reagierte die Maus nach dem Aufwachen aus dem Standby nicht mehr. Ein erneuter Neustart behob die Probleme jedes Mal.
MOBILITÄT Medion Akoya S6212T (Note: 3,45)
Akkulaufzeit Test läuft noch
Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil 2,60 / 0,36 Kilogramm

Medion Akoya S6212T im Test: Fazit

Touchscreen und Drehfunktion bekommen Sie bei einem Notebook dieser Preisklasse woanders nicht. Das Gesamtpaket des Aldi-Notebooks überzeugt also. Allerdings sind diese zusätzlichen Funktionen nicht ganz zu Ende gedacht: Ein Notebook mit einem speziellen Sichtmodus muss einfach ein besseres Display haben, wenn die Kunden echte Freude daran haben sollen.
Abgesehen davon ist das Akoya S6212T ein sehr ordentliches und vor allem günstiges Notebook. Die Rechenleistung wird von der Hybrid-HDD gefördert - in den meisten Fällen werden Sie einen stärkeren Prozessor nicht vermissen. Wer engagiert spielen will, sollte dagegen nicht zum Aldi-Notebook greifen.
TESTERGEBNIS (NOTEN) Medion Akoya S6212T
Testnote 2.75 (befriedigend)
Preis-Leistung sehr günstig
Geschwindigkeit (25 %) 3,55
Ausstattung (20 %) 2,46
Bildschirm (20 %) 3,35
Mobilität (20 %) 3,45
Tastatur (5 %) 1,72
Umwelt und Gesundheit (5 %) 1,88
Service (5 %) 1,07
Aufwertung 0,2 (Touchscreen)
DIE TECHNISCHEN DATEN Medion Akoya S6212T
Prozessor (Taktrate) Intel Core i3-4010U (1,70 GHz)
verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ 4096 MB (3890 MB), DDR3-1600
Grafikchip (Grafikspeicher) Intel HD Graphics 4400 (2120000 MB (max., vom Arbeitsspeicher))
Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ 15.6 Zoll (39.5 Zentimeter), 1366 x 768, spiegelnd
Festplatte 464,1 GB (nutzbar)
optisches Laufwerk TSST SU-228CB (DVD-Brenner)
Betriebssystem Windows 8.1 (64 Bit)
LAN Gigabit-Ethernet
WLAN 802.11n
Bluetooth Bluetooth 4.0
Schnittstellen Peripherie 2x USB 2.0 (rechts), 2x USB 3.0 (links),1x Kartenleser (rechts, SD), 1x LAN (links)
Schnittstellen Video 1x HDMI (links),1x Displayport (Mini, links), 1x Webcam
Schnittstellen Audio Audioeingang, -ausgang kombiniert
ALLGEMEINE DATEN Medion Akoya S6212T
Internetadresse von Medion www.medion.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis) 499 Euro 
Technische Hotline 0900/1633466
Garantiedauer 36 Monate
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