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Magic 2014 im Test

30.07.2013 | 10:11 Uhr |

Die Android-Umsetzung des beliebten Sammelkartenspiels „Magic: The Gathering“ heißt schlicht „Magic 2014“ und ist kostenlos in Google Play zu haben. Wir haben die App getestet.

Als erstes fällt uns der enorme Platzhunger von „Magic 2014“ auf – die Android-App bringt stolze 1,2 GB auf die Waage und lädt nach der Installation noch mal einige hundert MB aus dem Internet nach. Bei einem Tablet ohne SD-Karten-Slot und 8 oder 16 GB Speicher schlägt das schmerzhaft zu Buche. Apropos Tablet: Auf einem Smartphone sollten Sie sich „Magic 2014“ erst gar nicht antun. Das Spiel verlangt nach einem großen Display, ansonsten sind Texte und Spielfelder zu kleinteilig. Auf einem Tablet – wir haben „Magic 2014“ auf dem Nexus 10 ausprobiert – macht das Spiel jedoch eine Menge Spaß. Dafür sorgen schicke Animationen, hübsche Illustrationen und das gewohnt spannende Magic-Prinzip: Mit Monstern und Zaubersprüchen aus dem selbst zusammengestellten Kartendeck die Lebenspunkte des Gegners rundenbasiert auf Null reduzieren, bevor Sie selbst überwältigt werden. Magic-Neulingen steht ein gut gemachtes Tutorial zur Verfügung. Außerdem kann das Spiel bei Bedarf Tipps geben.

Im Einzelspieler-Modus kann Magic 2014 punkten

Wer alleine Magic gegen die KI spielen mag, findet vier Modi dafür vor. Herzstück ist eindeutig die Einzelspielerkampagne. Sie ist im Grunde eine Aneinanderreihung von Duellen gegen vorgefertigte Gegner. Deren Spielzüge laufen stets identisch ab. Wer also beim ersten Mal verliert, hat beim zweiten Durchgang erhöhte Chancen - wenn er sich ein paar Züge noch gemerkt hat. Die Hintergrundgeschichte gewinnt sicher keinen Oscar, schafft aber einen stimmigen Rahmen. Für Motivation sorgen außerdem die freischaltbaren Karten, die Sie für gemeisterte Einsätze erhalten und mit denen Sie Stück für Stück Ihre Kartendecks aufbessern. Wer die Kampagne durch hat, stürzt sich auf die restlichen Modi, welche aus Einzelspielen gegen die KI bestehen ("Angepasstes Spiel" und "Herausforderungen"). Etwas anders funktioniert der vierte Modus: "Sealed". Dort gilt es vor dem Spiel ein neues Deck aus zufällig erhaltenen Karten ("Booster-Packs") zusammenzustellen und damit den Kampf zu bestehen.

Multiplayer-Modus: Ausbaufähig

Magic ist ein Multiplayer-Spiel - zumindest die klassische Vorlage. Magic 2014, die Android-App, hingegen ist in dieser Hinsicht etwas enttäuschend. Es gibt nur zwei Multiplayer-Modi ("Jeder-Gegen-Jeden" und "Sealed") und beide funktionieren nur über Bluetooth. Ihre Mitspieler müssen also zwingend ein Android-Tablet und die App besitzen. Wir hätten uns einen Multiplayer-Modus gewünscht, in welchem man das Tablet nach dem Ende seines Zuges weiterreichen kann. Damit wäre Magic 2014 der ideale Begleiter für die Flug- oder Zugreise in kleinen Gruppen gewesen. Wie gut das funktionieren kann, zeigt die iOS-App Agricola.

Magic 2014: Gratis-Version vs. Vollversion

In der Grundversion ist Magic 2014 kostenlos und enthält mit drei Decks und je fünf freischaltbaren Karten, der Einzelspielerkampagne, einem Duell und dem Sealed-Modus auch nicht weniger Spielspaß als viele andere Android-Games. Den Großteil des Spiels bekommen Sie aber erst zu Gesicht, wenn Sie - für Android-Verhältnisse - happige 8,99 Euro zahlen. Dafür erhalten Sie aber sieben zusätzliche freischaltbare Decks, über 250 weitere freischaltbare Karten, vier neue Gegner, 18 weitere Kampagnenlevel, Herausforderungen, Ad-Hoc-Multiplayerduelle und weitere Modi. Für das Gebotene mag der Preis in Ordnung gehen, wir hätten uns lediglich eine deutlichere Kennzeichnung der Upgrade-Option samt Preis in der Beschreibung der App gewünscht. Für die PC-Fassung - die Android-App ist eine originalgetreue Umsetzung des PC-Spiels - zahlen Sie übrigens derzeit 9,99 Euro auf Steam.

Fazit

Magic 2014 macht vieles richtig und darum Neulingen und Veteranen Spaß. Sie sollten aber unbedingt zunächst die Gratis-Version ausprobieren - auch um herauszufinden, wie stabil sie auf Ihrem Androiden läuft. Auf unserem Nexus 10 kam es nur einmal zum Absturz, Besitzer anderer Android-Tablets kritisieren in den Nutzerkommentaren aber ab und an die Instabilität der App. Bei der nächsten Android-Umsetzung sollte der Entwickler den Platzhunger in die Schranken weisen und den Multiplayer-Part ausbauen.

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