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Mad Catz F.R.E.Q. 9 im Praxis-Test

06.02.2015 | 16:16 Uhr |

Das neuste Headset aus der Peripherie-Schmiede Mad Catz bietet virtuellen Surround-Sound, drahtlose Übertragung und aktive Geräuschunterdrückung. Für einen Preis von rund 300 Euro erwarten wir aber auch eine Top-Ausstattung und Klangqualität.

Mit dem Freq 9 fährt der Peripherie-Hersteller Mad Catz aus Amerika richtig schwere Geschütze auf: Aktive Geräuschunterdrückung, virtueller Surround-Sound auf Militär-Niveau sowie Bluetooth 4.0 und die Unterstützung von Smartphones, Konsolen, Smart-TVs und dem PC – und vielem mehr. Darüber hinaus könnte dank einer Technik namens Binauralüberwachung auch endlich Schluss damit sein, seine Gesprächspartner unabsichtlich anzubrüllen, wenn Sie das Headset aufgesetzt haben.

Hartes Metall und weiche Polster

Was sich im ersten Moment nach branchentypischen Marketing-Geschwafel anhört und hartgesottene Hardware-Redakteure erst einmal kalt lässt, will Mad Catz allerdings alle Aussagen mit Fakten belegen. Doch zuerst kommen wir zum äußeren Erscheinungsbild des Freq 9. Das Wireless-Headset selbst kommt in einem Karton, der sich aufklappen lässt. In der linken Seite befinden sich die Kabel und Adapter sowie eine Kontrollbox. Auf der rechten Seite platziert Mad Catz das Headset innerhalb einer schwarzen Hartschalen-Transportbox mit Reißverschluss. Das Freq 9 selbst kann sich durchaus sehen lassen: Beim Kopfband und den Außenseiten der Ohrmuscheln kommt mattschwarzer Kunststoff zum Einsatz, dessen Oberfläche für eine bessere Griffigkeit sorgt und auch keine allzu schmierigen Fingerabdrücke zulässt.

Hauptsächlich setzt Mad Catz auf matten Kunstoff, doch bei den Drehgelenken und Ohrmuscheln auf stabiles Metall. Die Führungsschiene ist ebenfalls aus Aluminium. Alles in allem eine Top-Qualität!
Vergrößern Hauptsächlich setzt Mad Catz auf matten Kunstoff, doch bei den Drehgelenken und Ohrmuscheln auf stabiles Metall. Die Führungsschiene ist ebenfalls aus Aluminium. Alles in allem eine Top-Qualität!
© Mad Catz

Doch bei den wichtigen Teilen setzt Mad Catz auf stabiles Metall in Grau, also bei den Drehgelenken und Halterungen der Ohrmuscheln – die Haptik sucht seinesgleichen und gibt einem das Gefühl von guter Qualität. Die Muscheln selbst lassen sich um bis zu 90 Grad drehen, um das Headset in der vorhin erwähnten Box besser transportieren zu können – komplett einklappen lässt es sich nämlich nicht. Ein Mikrofonarm zum Anstecken oder Ausfahren suchen Sie vergebens, denn der Hersteller hat das Mikrofon in die rechte Ohrmuschel integriert.

Die Führungsschiene für die Größenverstellung des Freq 9 ist aus Aluminium und mit Zahlen versehen, um sich seine persönliche Position einfacher zu merken. Die Polsterung an der Unterseite des Kopfbandes und an den Ohrmuscheln besteht an der Oberfläche aus Kunstleder, worunter sich Memory Foam (Formgedächtnispolymer) befindet.

Das Headset hat einen sehr guten Sitz und passt auch auf große Köpfe, ohne zu stark aufzudrücken. Sofort nach dem Aufsetzen des inaktiven Headsets macht sich auch eine gute Geräuschunterdrückung bemerkbar. Doch für kleinere Köpfe (wie bei Frauen) ist das Headset selbst in der kleinsten Einstellung dann doch etwas zu groß und sitzt locker.

Diese Kontrollbox brauchen Sie, wenn Sie das Headset an Konsolen oder auch an PCs ohne Bluetooth betreiben wollen. Der Anschluss erfolgt dabei immer über USB und TOSLINK, beim PC über Klinke.
Vergrößern Diese Kontrollbox brauchen Sie, wenn Sie das Headset an Konsolen oder auch an PCs ohne Bluetooth betreiben wollen. Der Anschluss erfolgt dabei immer über USB und TOSLINK, beim PC über Klinke.
© Mad Catz

Aktive Geräuschunterdrückung ohne großes Geschrei

Kommen wir zuerst zur aktiven Geräuschunterdrückung namens D-ANC (Digital Active Noise Cancellation), die das Headset mit Hilfe eines integrierten Soundchips digital steuert. Mit Hilfe dieser Geräuschunterdrückung will Mad Catz unerwünschte Hintergrundgeräusche auf ein Minimum reduzieren, um Spiele, Musik oder Filme in vollem Umfang zu genießen. Sehr gern gesehen ist dieses Feature auch bei Fluggästen, um die lauten Turbinen auszublenden.

Doch damit nicht genug: Die vorhin angesprochene Binauralüberwachung lässt sich bei aktivierter Geräuschunterdrückung hinzu schalten, um doch wieder einen Teil der Umgebungsgeräusche einzublenden. Hierfür sitzt an jeder Ohrmuschel ein Mikrofon, das die nähere Umgebung überwacht. Vor allem Stimmen von außen und auch die eigene sollen dadurch klarer zu hören sein. Auf diese Weise soll sich der Headset-Träger normal mit jemandem unterhalten können, ohne unbeabsichtigt zu schreien. Einen weiteren positiven Nebeneffekt soll diese Technik auch noch haben: Sie soll das oft vernommene Druckgefühl unterbinden, das bei einer aktiven Geräuschunterdrückung häufig entsteht.

Der Surround-Sound der Kampfpiloten

Der Klang ertönt aus zwei 50 Millimeter großen Neodym-Audiotreibern, die für ordentlichen Druck sorgen dürften. Überzogen sind die Treiber mit einem roten Bezug und stehen damit im starken Kontrast zum dominierenden Schwarz. Auf Wunsch gibt es aber auch virtuellen Raumklang auf Knopfdruck, bei dem es sich um die 3D-Audio-Technik „Zirene“ von AM3D handelt. Und genau dieser Hersteller sorgt auch für den Surround-Sound bei Übungssimulationen von Kampfpiloten, die Technik in den Kopfhörern basiert darauf.

Links sehen Sie die Tasten auf der rechten Ohrmuschel, um das Mikrofon stummzuschalten, 3D-Audio hinzuzuschalten oder zwischen Musikstücken zu navigieren. Rechts sehen Sie die Unterseite der Ohrmuschel, an der das Lautstärke-Drehrad und der Schiebeschalter für die Geräuschunterdrückung sitzen.
Vergrößern Links sehen Sie die Tasten auf der rechten Ohrmuschel, um das Mikrofon stummzuschalten, 3D-Audio hinzuzuschalten oder zwischen Musikstücken zu navigieren. Rechts sehen Sie die Unterseite der Ohrmuschel, an der das Lautstärke-Drehrad und der Schiebeschalter für die Geräuschunterdrückung sitzen.
© Mad Catz

Um den Raumklang zu aktivieren, betätigen Sie einfach den Knopf an der „AM3D“ an der rechten Ohrmuschel. Daneben befinden sich drei weitere Tasten, um zwischen Musiktiteln zu navigieren und das Mikrofon stummzuschalten. Sehr praktisch bei den beiden Navigations-Tasten sind die kleinen Erhebungen, die als Orientierungspunkt für die Finger dienen – somit wissen Sie definitiv, dass Sie die richtigen Tasten erwischen. An der Unterseite befindet sich dann noch ein Drehrad für die Lautstärkeregelung. Etwas weiter hinten sitzt ein Schiebeschalter, um die aktive Geräuschunterdrückung ein- oder auszuschalten. Schräg darüber finden Sie einen herkömmlichen 3,5-Millimter-Klinkenanschluss.

Doch auch die Außenseite der rechten Ohrmuschel ist ein Bedienelement, das verschiedene Aktionen beherrscht. Einmal für drei Sekunden drücken schaltet das Freq 9 ein oder aus, ein einfacher Druck pausiert die Musik oder nimmt einen Anruf entgegen. Drücken Sie die Taste rund eine Sekunde, dann lässt sich ein Anruf auf ablehnen.

Bluetooth-Streaming und clevere Umschaltung

Komplett drahtlos streamen Sie Inhalte via Bluetooth über das Freq 9 vom Smartphone oder Tablet – auf Wunsch auch mit einem klassischen Klinkenkabel (3,5 Millimeter). Beim Streamen spielt es auch keine Rolle, ob Sie die Android- oder iOS-Plattform nutzen. Für diese beiden großen Betriebssysteme existiert auch eine offizielle Gratis-App mit dem bezeichnenden Namen A.P.P.: Die zeigt Ihnen unter anderem an, wie lange der integrierte Li-Ionen-Akku noch durchhält. Laut dem Hersteller soll eine Akkuladung für über 20 Stunden vorhalten, die Aufladung erfolgt über herkömmliches Micro-USB.

In der App lassen sich außerdem auch das Mikrofon stummschalten und die Geräuschunterdrückung sowie Binauralüberwachung steuern. Im Übrigen kann diese App auch mit anderen kompatiblen Geräten von Mad Catz kommunizieren, wie zum Beispiel mit der Funk-Maus „M.O.U.S. 9“.

Die mobile Applikation "A.P.P." von Mad Catz zeigt unter anderem an, wie es um die Akkuladung steht und wie lange er noch durchhält.
Vergrößern Die mobile Applikation "A.P.P." von Mad Catz zeigt unter anderem an, wie es um die Akkuladung steht und wie lange er noch durchhält.

Interessant ist dabei auch das Feature mit dem Namen Multisync. So lässt sich das Headset mit bis zu zwei Bluetooth-Geräten gleichzeitig koppeln. In der Praxis hat Mad Catz ein gutes Beispiel parat: Wenn Sie gerade einen Film auf Ihrem Tablet schauen und währenddessen das Smartphone klingelt, pausiert die vorhin erwähnte App den Film und schaltet automatisch auf das Smartphone, um das Gespräch zu führen. Sobald Sie aufgelegt haben, geht es wieder weiter mit dem Film – alles vollautomatisch! Natürlich muss auf beiden Geräten die Mad-Catz-App installiert sein.

Gerätevielfalt mit Einschränkungen

So ganz ohne Kabel kommen Sie dann allerdings nicht aus, wenn Sie das Freq 9 beispielsweise an eine Spielekonsole anschließen möchten. In diesem Fall benötigen Sie auch die mitgelieferte Kontrollbox, die Sie dann mit USB und TOSLINK (optische) an die Spielekiste anschließen. Das Headset selbst schließen Sie dann mit Klinke an den jeweiligen Controller an und koppeln anschließend die Box und das Headset. Sehr schön finden wir, dass Mad Catz alle hierfür nötigen Kabel und Adapter auch mitliefert: Kompatibel ist das Freq 9 zur Xbox 360, Playstation 4, Wii U, Amazon Fire TV und der hauseigenen Android-Spielekonsole M.O.J.O.! Nur bei der Xbox One müssen Sie den entsprechenden Adapter selbst hinzukaufen. Selbst an eine kleine Tasche für die Kontrollbox hat Mad Catz gedacht.

Der Lieferumfang des Freq 9 ist sehr umfangreich: Alle nötigen Anschlusskabel sind dabei neben einer Hartschalen-Transportbox und einem Beutel für die Kontrollbox - sehr schön!
Vergrößern Der Lieferumfang des Freq 9 ist sehr umfangreich: Alle nötigen Anschlusskabel sind dabei neben einer Hartschalen-Transportbox und einem Beutel für die Kontrollbox - sehr schön!
© Mad Catz

Allerdings gibt es bei der Playstation 3 und dem PC gewisse Einschränkungen. Da der Controller der PS3 über keinen Audioausgang verfügt, lässt sich zwar der Ton übertragen, allerdings ist der Sprach-Chat darüber nicht möglich. Das Gleiche gilt leider auch für den PC. Verfügt der PC nicht über Bluetooth, dann kann auch hier wieder die kleine Kontrollbox zum Einsatz kommen, hier erfolgt der Anschluss über Klinke und USB. Auch hier bleibt das Mikrofon leider stumm.

Test-Fazit zum Mad Catz F.R.E.Q. 9

Unserer Meinung nach spricht das Freq 9 vor allem Konsolenspieler und Nutzer von mobilen Geräten an, denn hier klappt alles einwandfrei: Sauberer Sprach-Chat sowie ein satter sowie warmer, wenn auch nicht ganz perfekter Klang. Denn stellenweise dominiert der Bass zu sehr was mitunter zum Verschlucken von Details führt. Equalizer-Einstellungen lösen das Problem, doch leider verfügt nicht einmal die eigene App über entsprechende Einstellungsmöglichkeiten. Für Filme, Spiele und Musik eignet sich das Freq 9 aber auf jeden Fall.

Der virtuelle Raumklang sucht währenddessen seinesgleichen: Bei Filmen und Spielen ist eine Ortung verschiedener Tonquellen ohne weiteres möglich. Bei diesem guten Eindruck spielt vor allem auch die gute Geräuschunterdrückung eine Rolle. Selbst ohne aktivierter D-ANC schirmen die Ohrpolster gut ab, schalten Sie das Feature ein, dann bekommen Sie so ziemlich gar nichts mehr von der Außenwelt mit. Bei der Binauralüberwachung sind wir jedoch zwiegespalten. Zwar hören wir unsere eigene Stimme besser und reden somit nicht zu laut mit aufgesetztem Headset, die Stimmen anderer kommen allerdings immer noch zu undeutlich herüber.

Viele Pluspunkte kann aber der sehr gute Lieferumfang sammeln. Mad Catz stattet den Käufer mit allen nötigen Kabeln aus, um das Freq 9 mit so ziemlich allen smarten Geräten verbinden zu können. Dazu liefert der Hersteller auch eine strukturierte sowie bebilderte Anleitung für alle Anschlussarten: Alle Kabel-Tüten sind nummeriert, um nicht die Übersicht zu verlieren. Hinzu kommen auch noch eine Hartschalen-Transportbox und eine Tasche für die Kabel. Zu guter Letzt ist die Verarbeitung des Gaming-Headsets tadellos und durchweg hochwertig. Hier haben wir von Anfang an das Gefühl, gute Qualtität in den Händen zu halten.

Der größte negative Aspekt des Freq 9 ist allerdings die fehlende Mikrofon-Unterstützung bei der Playstation 3 und dem PC – für eine unverbindliche Preisempfehlung von rund 300 Euro eigentlich ein Feature, was nicht fehlen darf. Dennoch stimmt auch hier der Ton. Doch besonders die eingangs erwähnten Konsolenspieler, Smartphone- und Tablet-Besitzer dürfen sich über ein Stück hochwertige Technik freuen mit allem Drum und Dran.

Technische Daten

Mad Catz F.R.E.Q. 9

Fernbedienung

an der Ohrmuschel

Regler

 Lautstärke, Mikrofonstummschaltung, Multifunktionstaste (Ein/Aus, Play/Pause, Telefonie-Steuerung)

Surround

ja, virtuelles 3D-Audio "Zirene" (AM3D)

USB-Soundchip

Ja

Anschluss, Übertragung

Bluetooth (Reichweite bis zu 10 Meter) / USB / Analog / Optisch / Klinke

Bauweise

Geschlossen

Lautsprecher (Durchmesser)

Stereo (50 Millimeter, Neodym)

Mikrofon abnehmbar

nein, dafür in Ohrmuschel integriert

Lieferumfang

6x Kabel (Optisch, USB, Micro-USB, Klinke, Chat-Kabel für Xbox 360 & Playstation 4), Kontrollbox, Hartschalen-Transportbox, Stofftasche

Allgemeine Daten

Testkategorie

Kopfhörer

Hersteller

Mad Catz

Internetadresse

www.madcatz.com

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

299,99 Euro

Garantie

24 Monate

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