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Macbook Pro: Starker Akku, schnelle Grafik (Update: Test mit Windows 8.1)

09.04.2015 | 17:40 Uhr |

Der Akku des neuen Macbook Pro schlägt sich in unserem praxisnahen Test erstaunlich gut. Auch die Ergebnisse des neuen Grafik-Chips überzeugen.

Das neue Macbook Pro Retina 13 Zoll stellt sich unseren Benchmarks. Wir waren nicht nur auf das neue Trackpad mit Force Touch gespannt, sondern auch auf die Leistungswerte. Besonders der Akku-Test hat uns verblüfft, aber auch die Grafikkarte zeigt klare Verbesserungen.

Die neue CPU ist um 100 MHz höher getaktet als beim Vorgänger. Im Test merken wir davon kaum etwas. In einigen Bereichen (MP3, AAC-Kodierung) ist die neue CPU etwas langsamer, in anderen (Audio-Spuren in Garageband, 3D-Rendern in Cinema 4D) etwas schneller. Insgesamt liegt sie gegenüber dem Vorgänger geringfügig besser.

Hier die finalen Leistungs-Benchmarks in der Bildergalerie:

Deutlicher wird das jedoch bei der Grafik-Geschwindigkeit. Der Iris 6100 Grafikkern von Intel liefert in fast allen Bereichen zwischen 10 und 20 Prozent mehr Leistung. Damit lässt sich schon das ein oder andere aktuelle 3D-Spiel in guter Auflösung spielen!

Schnellere SSD

Gut für die „gefühlte“ Geschwindigkeit ist das verbesserte SSD-Modul. Im Test liefert es eine signifikant höhere Datenrate, zumindest beim Lesen. Hier messen wir über 1 GB/s, ein Wert, der bislang High-End-Macs wie dem iMac 5K oder dem Mac Pro vorbehalten war. Beim Schreiben sind es knapp über 600 MB/s. Solche Werte sind nur mit SSD-Modulen möglich, die per PCI-Express angebunden sind. Andere Hersteller nutzen oft den veralteten SATA-Port .

Test der SSD-Datenraten mit dem Tool "Disk Speed"
Vergrößern Test der SSD-Datenraten mit dem Tool "Disk Speed"

In der Praxis bedeutet das beim Macbook Pro: Alles „fliegt“ nur so auf den Bildschirm. Wartezeiten beim Öffnen von Programmen, Fenstern oder Dokumenten gibt es kaum.

Extrem schnell auch unter Windows

Auch unter Windows 8 ändert sich nichts an der hohen Rechenleistung des Macbook Pro Retina. Per Boot Camp installieren wir Windows 8.1 auf dem Apfel-Rechner - und schon haben wir das schnellste Ultrabook aller Klassen! Das liegt vor allem am Core i5-5257U, der mit 2,7 GHz Standardtakt und bis zu 3,1 GHz im Turbo Boost arbeitet. Damit erreicht er eine höhere Taktrate als der Core i5-5200U und sogar als der Core i7-5500U, der beispielsweise im Dell XPS 13 sitzt. Bei einigen Multmedia-Tests liegt das Macbook auch unter Windows rund 20 Prozent vor dem XPS 13.

Akkulaufzeit

Einen richtigen Fortschritt vermelden wir jedoch bei der Akkulaufzeit. Durch den Platzgewinn, den das Fore Touch Trackpad ermöglicht, kann Apple einen um drei Wattstunden größeren Akku einbauen. Zusammen mit der sparsameren CPU ergibt das eine deutliche Steigerung der Laufzeit. In unserem Worst-Case-Szenario (MP4-Video abspielen bei voller Helligkeit) schaltet sich das Macbook Pro erst nach acht Stunden und 40 Minuten ab. Über als drei Stunden mehr als beim Vorgänger.

Beim Surf-Test im Wlan bei halber Helligkeit bricht es den Macwelt-Tescenter-Rekord: Erst nach 19 Stunden und 36 Minuten geht der Strom zur Neige. Eine tolle Leistung. Unter Last läuft der interne Lüfter ein paar Minuten später an als beim Vorgänger, allerdings ist er immer noch gut hörbar.

Unter Windows fehlen ein paar Stunden

Während sich der Wechsel des Betriebssystems nicht auf die Rechenleistung auswirkt, verliert das Macbook mit dem Microsoft-OS deutlich an Ausdauer. Im WLAN-Test bleiben knapp über neun Stunden übrig. Aber: Im Vergleich mit Windows-Ultrabooks, die meist rund sieben Stunden schaffen, ist auch das ein großartiges Ergebnis. Die hat das Macbook Pro Retina aber eher den Apple-Ingenieuren als den Programmierern der Windows-Treiber zu verdanken. Denn im Apple-Notebook steckt ein riesiger Akku mit 74,9 Wattstunden Kapazität. Zum Vergleich: Der Akku im Dell XPS 13 bietet nur 45 Wattstunden.

Was unter Windows nicht geht

Wenn Sie unter Windows arbeiten, können Sie den Force Touch des neuen Trackpads nicht nutzen. Der zweite, kräftigere Klick funktioniert nicht. Trotzdem lässt sich auch unter Windows mit dem Touchpad sehr komfortabel arbeiten: Gesten mit zwei Fingern, zum Beispiel Scrollen, setzt das Macbook absolut verzögerungsfrei um - das schaffen die meisten Windows-Notebooks nicht.

Empfehlung

Das Trackpad macht richtig Spaß und ist zusammen mit der drastisch verbesserten Akkulaufzeit ein klares Kaufargument. Die höheren Preise sind dem schwachen Euro geschuldet, in der Schweiz blieben die Preise unverändert.

Auch unter Windows überzeugt das Macbook Pro Retina: Die Rechenleistung ist hoch, die Akkulaufzeit fällt verglichen mit Mac OS zwar mager aus, ist für Windows-Verhältnisse aber top. Nur an Kleinigkeiten merken Sie, dass Windows nicht die Heimat des Retina-Macbook ist: Der Force Touch geht unter dem Microsoft-OS nicht und anders als bei MacOS kommen selbst einige Windows-Programme nicht mit der hohen Display-Auflösung zurecht.

Testergebnis (Noten)

Apple Macbook Pro Retina (2015)

Testnote

1,86 (gut)

Preis-Leistungs-Urteil

teuer

Mobilität (35 %)

1,71

Bildschirm (20 %)

1,50

Geschwindigkeit (15 %)

1,43

Ausstattung (15 %)

2,46

Tastatur (5 %)

1,98

Umwelt und Gesundheit (5 %)

3,50

Service (5 %)

3,11

Aufwertung

0,05 (beleuchtete Tastatur)

Testergebnisse

Windows 8.1

Geschwindigkeit Multimedia-Programme

100 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit Büro-Programme

95 Punkte (von 100)

3D-Leistung

84 Punkte (von 100)

Akkulaufzeit

9:04 Stunden

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