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MSI Geforce GTX 1050 Ti OC im Test

25.10.2016 | 15:00 Uhr |

Der kleinste Pascal-Ableger möchte günstigen Spielspaß für weit unter 200 Euro ermöglichen und vor allem im eSports-Bereich seine Verwendung finden. Wir haben die übertaktete Ti-Variante von MSI im Test.

Ähnlich wie die AMD Radeon RX 460 sollen die neuen Grafikkarten Geforce GTX 1050 und 1050 Ti einen leichten Einstieg in die Welt des eSports ermöglichen. Solche Karten sollen nicht nur wenig kosten, sondern auch wenig Strom verbrauchen und möglichst kompakt daherkommen. Wir haben für unsere Tests eine leicht übertaktete MSI Geforce GTX 1050 Ti OC erhalten und vergleichen Sie mit der Konkurrenz.

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TEST-FAZIT: MSI Geforce GTX 1050 Ti OC

Stellvertretend für die Nvidia Geforce GTX 1050 Ti schlägt die von uns getestete MSI Geforce GTX 1050 Ti OC den ebenfalls leicht übertakteten Kontrahenten Sapphire Radeon RX 460 Nitro in so ziemlich jeden Punkt: Die Gaming-Leistung ist höher und der Stromverbrauch dabei sogar etwas niedriger. Wer nicht viel Geld ausgeben möchte, aber dennoch das ein oder andere Spiel in ansehnlichen Details zocken will, für den führt aktuell kaum ein Weg an der GTX 1050 Ti vorbei. Die unverbindliche Preisempfehlung beläuft sich auf 155 Euro für die Ti-Version, die reguläre Variante soll es für 125 Euro geben. Einzig die Lautstärke unseres Testmodell ist unter Last viel zu hoch.

+ viel Leistung für wenig Geld

+ geringer Stromverbrauch

+ kein extra Stromanschluss nötig

+ zu lauter Lüfter

+ hohe Betriebstemperaturen

Die Versprechungen seitens Nvidia zur Leistungsfähigkeit der GTX 1050 sind vergleichsweise zurückhaltend: Eine GTX 1050 soll Spiele in mittleren Details inklusive FXAA (Kantenglättung) in flüssigen Bildraten wiedergeben können, bei einer GTX 1050 Ti sollen es mittlere bis hohe Grafikeinstellungen und auch komplexere Kantenglättungs-Techniken sein. Ob Nvidia Recht behält, erfahren Sie weiter unten im Leistungsvergleich.

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Mini-Pascal: Technische Details der Nvidia Geforce GTX 1050 Ti

Wie eingangs bereits erwähnt handelt es sich bei der Nvidia Geforce GTX 1050 Ti um die kleinste Version der aktuellen GPU-Architektur Pascal, die uns bereits mit einer vorbildlichen Energieeffizienz beeindrucken konnte. Der Grafikchip „GP107“ muss mit vergleichsweise wenig Shader-Einheiten und einer niedrigeren Taktfrequenz auskommen.

Eine weitere Änderung betrifft die Chip-Fertigung: Den lässt Nvidia nicht im 16-Nanometer-FinFET-Verfahren bei TSMC herstellen, sondern erstmals bei Samsung ims sogenannten 14-Nanometer-LPP-Prozess (Low Power Plus). Zumindest auf dem Datenblatt scheinen die GPUs dadruch aber nicht sparsamer zu arbeiten wie die bisherigen Pascal-Chips, was aber am Herstellungsverfahren selbst zu liegen scheint. Wie es wirklich darum steht, erfahren Sie weiter unten im Test.

Der schematische Aufbau der GTX1050-GPU (GP107).
Vergrößern Der schematische Aufbau der GTX1050-GPU (GP107).
© Nvidia

Die weiteren Unterschiede zur GTX 1050 und 1050 Ti sind schnell aufgezählt: Letztere verfügt über mehr Shader und Grafikspeicher. Diesen „Verlust“ versucht die GTX 1050 mit etwas höheren GPU-Taktfrequenzen auszugleichen. In folgender Tabelle haben wir die technischen Details verschiedener GPUs gegenübergestellt.

Grafikkarten: Technische Daten im Vergleich

Nvidia Geforce GTX 1050 Ti

Nvidia Geforce GTX 1050

AMD Radeon RX 460

Nvidia Geforce GTX 950

Grafikchip

GP107

GP107

Baffin XT

GM106

Fertigung

14 Nanometer LPP

14 Nanometer FinFET

28 Nanometer

Chipfläche

132 mm²

132 mm²

123 mm²

228 mm²

GPU-Standard-Takt / Boost-Takt

1290 / 1392 MHz

1354 / 1455 MHz

bis zu 1200 MHz

1024 / 1188 MHz

Shader-Einheiten

768

640

896

768

TMUs

48

40

56

48

ROPs

32

32

16

32

Grafikspeicher

4096 MB GDDR5

2048 MB GDDR5

4096 MB GDDR5

2048 MB GDDR5

Speichertakt (effektiv)

7008 MHz

7008 MHz

7000 MHz

6612 MHz

Speicheranbindung

128 bit

128 bit

128 Bit

128 Bit

Speicherbandbreite

112 GB/s

112 GB/s

112 GB/s

106 GB/s

TDP

75 Watt

75 Watt

75 Watt

90 Watt

Preis

155 Euro (unverbindliche Preisempfehlung)

125 Euro (unverbindliche Preisempfehlung)

125 Euro (Straßenpreis)

145 Euro (Straßenpreis)

Mit einer niedrigen TDP von 75 Watt benötigen die beiden GTX-1050-Versionen auch keinen zusätzlichen Stromanschluss vom Netzteil - ideal, um beispielsweise einen Komplett-PC aufzurüsten. Hier sei jedoch angemerkt, dass einige, stärker übertaktete Modelle dann doch einen Stecker brauchen.

Die Unterschiede zwischen der GTX 1050 und der Ti-Variante.
Vergrößern Die Unterschiede zwischen der GTX 1050 und der Ti-Variante.
© Nvidia

Abgesehen von der geringeren Chip-Bestückung beherrschen die Einsteiger-Karten aber alle Techniken, die die großen Brüder zu bieten haben. Dazu zählt beispielsweise die neu eingeführte Farb-Kompression, die eine rund 20 Prozent höhere, effektive Speicherbandbreite zulässt. Natürlich verfügt der Chip auch über die SMP-Einheit (Simultaneous Multi-Projection), die die Rechenarbeit für Geometrie-Aufgaben bis zum 32-fachen verringern kann. Für mehr Details zur Architektur und zu den Techniken von Pascal-Chips verweisen wir auf unseren Test der Nvidia Geforce GTX 1080.

Unsere MSI Geforce GTX 1050 Ti OC verfügt über Displayport, HDMI und DVI.
Vergrößern Unsere MSI Geforce GTX 1050 Ti OC verfügt über Displayport, HDMI und DVI.

MSI Geforce GTX 1050 Ti OC im Leistungsvergleich

Wir prüfen die Performance der MSI Geforce GTX 1050 Ti OC mit insgesamt vier aktuellen Spielen in zwei verschiedenen Auflösungen (1080p und 1440p) sowie in einem synthetischen Benchmark (3DMark Fire Strike). Auf Tests in Ultra-HD (2160p) verzichten wir, da die Grafikkarte aufgrund des Preises und der technischen Ausstattung kaum erwähnenswerte Ergebnisse erreichen dürfte. Wir haben bei den beiden ersten Auflösungen die Kantenglättung gemäß den Angaben in den Tabellen aktiviert.

Der einzelne Lüfter der MSI-Karte macht unter Last doch recht viel Krach.
Vergrößern Der einzelne Lüfter der MSI-Karte macht unter Last doch recht viel Krach.

Des Weiteren haben wir uns auch die Temperaturen, Lautstärke und den Stromverbrauch genauer angesehen. Wenn Sie wissen möchten, welche Hardware wir bei unseren Grafikkarten-Tests verwenden, dann lesen Sie unseren Artikel „Wie PC-WELT Grafikkarten testet“.

Durchschnittliche Bildraten und Benchmark-Ergebnisse im Vergleich

Spiel

GTA 5 (FXAA)

Witcher 3 (FXAA)

3DMark

Auflösung

1080p

1440p

1080p

1440p

Fire Strike

MSI Geforce GTX 1050 Ti OC

54

38

29

21

6 752

Sapphire Radeon RX 460 Nitro

38

28

24

17

5 381 Punkte

Durchschnittliche Bildraten im Vergleich

Spiele

The Division (SMAA hoch)

Rise of the Tomb Raider (SMAA hoch)

Auflösung

1080p

1440p

1080p

1440p

MSI Geforce GTX 1050 Ti OC

31

22

46  

31

Sapphire Radeon RX 460 Nitro

28

19

31

22

UMWELT UND GESUNDHEIT

MSI Geforce GTX 1050 Ti

Sapphire Radeon RX 460 Nitro

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

109 Watt  

119 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

185 bis 216 Watt  

175 bis 222 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

0,4 Sone

0,3 Sone

Betriebsgeräusch: Last

1,8 Sone

0,8 Sone

Temperatur: Leerlauf

39 Grad Celsius

38 Grad Celsius

Temperatur: Last

77 Grad Celsius

74 Grad Celsius

Wie Sie sicher selbst feststellen können kann sich die MSI Geforce GTX 1050 Ti OC durchweg gegen den ärgsten AMD-Konkurrenten, der Radeon RX 460, behaupten. Auch bei der Energieeffizienz schneidet die neue Geforce-Karte besser ab. Nur die Temperatur und allem voran die Lautstärke sind höher. Die Bildraten lassen auch darauf schließen, dass Nvidia mit seiner Behauptung Recht behält: "Mittlere bis hohe" Einstellungen klappen in flüssigen Bildraten. Denn wir verwenden durchgehend die höchsten verfügbaren Grafikeinstellungen. Im Umkehrschluss ist also klar, dass die Bildrate steigt, wenn Sie die Details etwas zurückschrauben.

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