Aldi-Netbook

Medion Akoya E1318T im Test

Donnerstag den 13.02.2014 um 10:35 Uhr

von Thomas Rau

Aldi-Netbook: Medion Akoya E1318T
Vergrößern Aldi-Netbook: Medion Akoya E1318T
© Medion
Schon auf den ersten Blick wird klar: Der Preis des Medion Akoya E1318T stimmt. Für 299 Euro verkauft Aldi das Netbook mit Touchscreen. PC-WELT testet, was der 10-Zoll-Laptop sonst drauf hat.
Günstiger Preis, kleiner Bildschirm, geringes Gewicht: Das Medion Akoya E1318T alias The Touch 10 tritt mit dieser Kombination die Nachfolge der Netbooks an. Was den Aldi-Mini aber von den Vorvätern à la EeePC unterscheidet: Er ist besser ausgestattet.
Das 10-Zoll-Display lässt sich nicht nur wie bei einem Tablet per Fingergesten bedienen. Er bietet außerdem eine 500 GB große Festplatte. Das Display zeigt 1366 x 768 Bildpunkte, mehr als die originalen Netbooks. Und das Akoya E1318T hat so viele Anschlüsse wie beispielsweise aktuelle Ultrabooks: Sie können einen externen Monitor per VGA oder HDMI anschließen. Peripherie verbinden Sie über drei USB-Anschlüsse, der auf der linken Seite arbeitet mit dem schnellen Standard 3.0.

Üppige Ausstattung, viele Anschlüsse

Über einen ausklappbaren LAN-Port kommen Sie mit Fast-Ethernet-Tempo ins Netzwerk. WLAN gibt’s auch – es funkt nach Standard 11n, aber nur über die häufig belegte 2,4-GHz-Frequenz. Außerdem hat das The Touch 10 Bluetooth 4.0 an Bord. Mit 1,26 Kilogramm ist es so leicht wie ein Ultrabook, passt durch seine kompakteren Maße aber in kleinere Rücksäcke und Taschen.
Windows 8.1. hat Medion auf dem kleinen Aldi-Netbook installiert – und außerdem auf einer Wiederherstellungs-DVD beigelegt. Um sie zu nutzen brauchen Sie allerdings zusätzlich ein externes USB-Laufwerk, denn das Medion-Netbook hat keines eingebaut.

Office 2013 wird mitgeliefert

Neben den üblichen, zahlreichen Software-Beigaben wie etwa Cyberlink Power DVD Mobile, Ashampoo Image FX oder das Medion Mediapack bringt das Akoya auch Office 2013 als Vollversion mit in der Version Home & Student – dafür müssen Sie bei Microsoft normalerweise 139 Euro löhnen, fast die Hälfte des Medion-Netbooks. Das Office-Paket aktivieren Sie mit dem beigelegten Code.

Mäßige Rechenleistung – für den Alltag reicht es

Was sich allerdings nicht geändert hat beim neuen Netbook: Die Rechenleistung ist vergleichsweise bescheiden. Kein Wunder, denn das Akoya E1318T setzt auf den Prozessor A4-1200 von AMD (1 GHz), der auch in Tablets zum Einsatz kommt. Daher spricht eher seine Sparsamkeit als seine Rechenstärke für ihn.
Im Praxiseinsatz fühlen sich Tablets vor allem deshalb flotter an, weil sie mit Flashspeicher arbeiten, während das Medion-Netbook auf eine Magnetscheiben-Festplatte setzt, die zwar mit 7200rpm dreht, aber Flash nicht das Wasser reichen kann. Das merken Sie beim Start von Windows oder von Programmen. Aber auch beim Installieren oder wenn Sie dem Netbook mehrere Aufgaben gleichzeitig zumuten. Das Rattern der Festplatte ist bei der Arbeit am Netbook ein ständiger Begleiter. Immerhin bessert der 4 GB große Arbeitsspeicher die mäßige CPU-Leistung ein bisschen auf.
Standardaufgaben wie Texte schreiben oder Tabellen verwalten mit Office funktioniert einigermaßen problemlos. Auch Websurfen oder das Abspielen von HD-Videos schultert das Akoya E1318T ebenso wie ruckelfreie Video-Telefonate. Wer mehr Multimedia-Spaß verlangt und auf Bild- und Videobearbeitung hofft, wird vom Medion-Netbook aber enttäuscht.

Zum Vergleich: Ein Notebook mit Core i3 wie das Medion Akoya S6212T , das Aldi im Oktober 2013 für 500 Euro verkaufte, ist in allen Tests mehr als doppelt so schnell.

Display mit durchschnittlicher Bildqualität

Fotos und Filme sehen auf dem Akoya E1318T ohnehin nicht optimal aus. Denn das 10-Zoll-Display spiegelt deutlich und wirkt aufgrund der Touch-Oberfläche etwas unscharf. Außerdem liegt seine Helligkeit mit rund 160 cd/qm2 auf bescheidendem Niveau – fürs Arbeiten unter freiem Himmel ist das Netbook kaum geeignet. Der Blickwinkel fällt vor allem vertikal sehr gering aus. Das ist bei einem kleinen Bildschirm kein riesiges Problem – beim Medion Akoya E1318T wird es das aber für große Menschen: Da sich das Netbook-Display nicht sehr weit über 90 Grad hinaus öffnen lässt, können sie den Bildschirm eventuell nicht in eine optimale Blickposition bringen.

Bildschirm Medion Akoya E1318T
Diagonale / Auflösung 10,1 Zoll / 1366 x 768
Helligkeit 162 cd/qm
Kontrast 465:1
Helligkeitsverteilung 77 %

Die Tastatur beherrscht man schon nach kurzer Eingewöhnung, obwohl die Tasten etwas kleiner sind als auf einer Standard-Notebook-Tastatur. Es lässt sich durchaus schnell und fehlerfrei auf dem Netbook tippen. Besonders angenehm ist das aber nicht, weil der Tasten-Druckpunkt kaum merklich ist und die Tasten unangenehm prellen.
Beim kleinen Touchpad stört etwas das laute Knacken der eingebauten Tasten, weil die Touch-Fläche nicht ganz stabil eingebaut ist. Der Mauszeiger lässt sich aber präzise positionieren und zumindest Gesten mit zwei Fingern setzt das Touchpad schnell und sicher um: Den Touchscreen müssen Sie daher nicht oft bemühen – und auf eine externe Maus können Sie verzichten.

Netbook mit Touchscreen zum günstigen Preis bei Aldi:
Medion Akoya E1318T
Vergrößern Netbook mit Touchscreen zum günstigen Preis bei Aldi: Medion Akoya E1318T
© Medion

Medion Akoya E1318T im Test: Fazit

Der Preis ist das große Highlight beim Aldi-Netbook. Wenn Sie ein ultra-mobiles Gerät mit Tastatur brauchen, geht es kaum günstiger. Daher können wir das Akoya E1318T vor allem Schüler und Studenten empfehlen – die dank des installierten Office 2013 auch sofort losarbeiten können. Aktuelle Windows-Tablets mit 8 Zoll bringen dieses Office-Paket auch mit, sind kleiner und leichter als das Netbook und genauso günstig. Allerdings fehlt ihnen zum produktiven Arbeiten eine Tastatur – erwerben Sie diese zusätzlich, liegen Sie über 300 Euro.

Als Zweit- oder Drittgerät neben PC oder Notebook findet das E1318T ebenfalls einen sinnvollen Einsatzzweck. Ein ultra-mobiles Notebook lässt sich damit aber nicht ersetzen: Dafür reicht die Rechenleistung nicht, und auch die Bildschirmqualität.

Ausstattung Medion Akoya E1318T
Betriebssystem Windows 8.1 (64 Bit)
Prozessor AMD A4-1200 (1,0 GHz)
Arbeitsspeicher 4 GB DDR3-1600
Festplatte Hitachi Travelstar Z7K500 (465 GB)
optisches Laufwerk -
Grafikkarte AMD Radeon HD8180 (in CPU, 512 MB vom System-RAM)
Gewicht 1258 Gramm
Akku Lithium-Ionen, 33,75 Wattstunden
Netzwerk LAN: 100 Mbit, WLAN: 11n (2,4 GHz), Bluetooth: 4.0
Anschlüsse 1x USB 3.0 (links), 2x USB 2.0 (rechts), 1x VGA (links), 1x HDMI (links), 1x LAN (rechts), 1x SD-Kartenleser (rechts), Web-Kamera

Donnerstag den 13.02.2014 um 10:35 Uhr

von Thomas Rau

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • Thomas Will 23:28 | 08.10.2014

    Da kam auch schon die Antwort vom Verkäufer:
    er sagt: "NEIN", geht nicht.
    Schade, dann muß man halt 50-70 Euro mehr ausgeben für ein Akaya E1232T oder so.

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  • Thomas Will 23:26 | 08.10.2014

    Danke füe die Links, kenne ich schon, aber es steht nichts davon, ob man den Screen abnehmen kann.
    Trick: habe mal einen eBay-Verkäufer kontaktiert, ob es geht, die müssen es ja wissen
    Das "Scharnier" schaut aber nicht danach aus, wenn ich es mit denen vergleiche, die ich mir "live" angeschaut habe.
    Da ist nur in der Mitte (knapp 1/3) der "Dockpunkt".

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  • dnalor1968 23:05 | 08.10.2014

    Zitat: Thomas Will

    Mal eine Frage dazu: es hat ja einen Touchscreen - kann ich diesen wie bei neueren Modellen auch abnehmen und das Teil dann unterwegs als Tablet verwenden?

    Ich glaube nein.

    Diese Tests schon gelesen?

    http://www.pcwelt.de/produkte/MEDION_AKOYA_E1318T_im_Test-Aldi-Netbook-8525747.html

    http://www.computerbild.de/artikel/cb-Tests-Notebooks-Medion-Akoya-E1318T-MD-99330-Touch-Netbook-9207430.html

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  • Thomas Will 22:36 | 08.10.2014

    Screen abnehmbar?

    Bei eBay gibt es dieses Netbook zur Zeit für Euro 179-199 (2 oder 4 GB RAM) als B-Ware.
    Mal eine Frage dazu: es hat ja einen Touchscreen - kann ich diesen wie bei neueren Modellen auch abnehmen und das Teil dann unterwegs als Tablet verwenden?
    Habe darüber leider nichts gefunden.

    Dankeschön

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