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Giorgio Armani Samsung B7620 im Test

26.03.2010 | 11:00 Uhr |

Armani hat zusammen mit Samsung ein Designer-Handy mit Windows Mobile 6.5 entwickelt. Ob Schönheit allein für eine gute Bewertung ausreicht, klärt der Test.

Giorgio Armani Samsung B7620 mit ausziehbarer Tastatur
Vergrößern Giorgio Armani Samsung B7620 mit ausziehbarer Tastatur
© 2014

Wer sich das Giorgio Armani Samsung B7620 kauft, darf protzen. Das zeigt schon die Größe und vor allem Dicke des Smartphones mit ausziehbarer Tastatur. Daher sollten es nur ganz große Angeber in der Hosentasche tragen. Auch die platinfarbene Edelumrandung des Gerätes fällt sofort auf. Genauso wie die von dem Modedesigner Armani entworfenen Hintergründe und Themes, die sich über drei Startbildschirme verteilen und mit Widgets belegt werden können. Sie stellen verschiedene Stoffstrukturen dar.

Das AMOLED-Display ist 3,5 Zoll groß. Samsung hat sich für einen resistiven Touchscreen entschieden, der aber immer mal wieder hängt. So manchen Befehl akzeptiert das Display erst beim zweiten Antippen. Komfortable Bedienung sieht anders aus.

Giorgio Armani Samsung B7620 mit Spiegel-Display...
Unter dem Display, das bei Sonnenlicht ungewollt vor allem als Spiegel fungiert, versteckt sich eine aufschiebbare, vierreihige QWERTZ-Tastatur. Die Buchstaben sind breit und gut voneinander getrennt, die Klaviatur reagiert sehr leicht auf Druck. Somit lassen sich über die Tastatur gerade lange Mails sehr bequem eingeben. Touchscreen-Fans können alternativ den Text per Strichzug-, Buchstaben- und Worterkennung oder im Handymodus (drei Buchstaben pro Taste) eingeben. Das funktioniert mit ein bisschen Übung ebenfalls sehr gut.

...und Klapp-Bildschirm
Für mehr Ergonomie lässt sich das Display um etwas mehr als 45 Grad kippen. Allerdings bleibt bei diesem Manöver den Buchstaben in der obersten Reihe nur wenig Luft und man eckt beim Tippen ständig an. Weiterer Nachteil: Die Tastaturbeleuchtung geht bereits nach drei Sekunden wieder aus - viel zu schnell. Wer das Komma oder das @ sucht, steht rasch im Dunkeln. Das spart zwar Strom, nervt jedoch.

Menü à la Samsung und Menü à la Microsoft
Die Menüführung bietet zwei Wege an: Samsungs Nutzeroberfläche TouchWiz erscheint, wenn der Anwender unter dem Display auf den breiten Balken drückt. Das klassische Windows-Menü poppt auf, wenn man links oben auf das Windows-Fähnchen klickt. Zudem hat Samsung noch seine Widgetleiste am linken Displayrand integriert. Damit lassen sich drei Startbildschirme füllen. Viele Wege, die den unerfahren Nutzer anfangs verwirren. Doch man gewöhnt sich schnell daran und wählt die Option, die einem am meisten liegt.

Samsungs Menüordnung gliedert sich in fünf weitere Bildschirme, die nach Themen wie Hauptmenü, Multimedia, Internet oder Office unterteilt sind. Jeder Bildschirm lässt sich zudem individuell bearbeiten. Der Nutzer kann also die Programme so legen, wie er es am liebsten hat.

Software-Ausstattung mit Lücken
Das Giorgio Armani Samsung B7620 bietet Standards wie Office Mobile in der editierbaren Version, Active Sync zum gemächlichen Datenabgleich mit dem PC und einen Smartreader zur Visitenkartenerkennung mit relativ hoher Trefferquote. Zudem finden sich der Microsofts Market Place mit derzeit knapp 150 deutschen Programmen und der Backup-Dienst Microsoft My Phone auf dem Gerät. Ein Task-Switcher sorgt dafür, dass alle Programme mit einem Klick geschlossen werden. Damit bietet das Smartphone viele Businessfunktionen, die man von einem solchen Gerät erwartet. Sprachwahl und Sprachsteuerung fehlen dagegen. Und auch Profile lassen sich nicht anlegen oder mit einem Klick wechseln - das gibt Punktabzug.

Giorgio Armani Samsung B7620 mit Multimedia-Ausstattung und GPS
Samsung hat einen eigenen Musik-Player, einen Videoeditor, einen Musik-Erkennungsdienst und einen Streaming-Player auf das Giorgio Armani Samsung B7620 gepackt. Die Software Connected Home verschafft Zugriff auf die Musiksammlung auf dem PC. Die Software "digitaler Rahmen" verwandelt das Handy in einen Bilderrahmen. Einen GPS-Empfänger gibt's ebenfalls, die passende Navigations-Software muss man nachkaufen.

Überraschungsei im Lieferumfang
Einen Pluspunkt verdient sich Samsung beim Lieferumfang. Neben USB-Kabel und Headset liegen noch ein Zweitakku und ein Ladegehäuse bei. Steckt man den Ersatzakku in die Ladehülle, lässt er sich per USB am Notebook aufladen. Den Luxus eines Zweitakkus findet man übrigens nur ganz selten bei einem Handy.

Eine microSD-Karte dagegen fehlt - was aber nicht so schlimm ist, da das Giorgio Armani Samsung B7620 bereits 8 GB Speicher für eigene Dateien bereithält. Und zwar zusätzlich zu 512 MByte Hauptspeicher und 256 MByte Programmspeicher. Umso verwunderlicher ist, dass das Windows Mobile Smartphone wirklich träge reagiert. Egal, ob es darum geht, eine Anwendung zu öffnen oder von einem Bildschirm zum nächsten zu wechseln - man muss immer mit mindestens einer Verzögerungssekunde rechnen, teilweise auch zwei oder drei.

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