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Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2 im Test

23.02.2010 | 13:13 Uhr |

Die SSD Now V G2 SNV425-S2 bietet Kingston zu einem Kampfpreis von unter zwei Euro pro Gigabyte an. Der PC-WELT-Test prüft, ob die Flash-Festplatte nicht nur billig, sondern auch schnell ist.

Oberseite der SSD-Platine mit Controller, Cache und Flash-Chips: Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2
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Die preisgünstige V-Serie von Kingston erhält mit der SSD Now G2 SNV425-S2 ein neues technisches Grundgerüst: Die SNV425 ist die erste Flashspeicher-Festplatte mit dem Jmicron-Controller 618 im Test. Der Jmicron 618 ersetzt den wenig überzeugenden Jmicron 602, der beispielsweise in der Kingston SSD Now V-Series SNV125-S2 zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zum Vorgänger kann der Jmicron 618 nun auch einen Pufferspeicher adressieren. Laut Kingston soll der Jmicron 618 zwei bis dreimal so hohe Schreibraten ermöglichen als der Vorgänger.

Preis: Die SSD Now V-Serie G2 SNV425-S2 bietet Kingston mit Bruttokapazitäten von 64 und 128 GB an. Jede Kapazitätsvariante gibt es in drei Ausführungen. Die SSD ohne weitere Zugaben kostet rund 130 respektive 220 Euro. Für jeweils zehn Euro Aufpreis gibt’s die Kingston-SSDs auch als Desktop- (SNV425-S2 BD ) und Notebook-Bundle (SNV425-S2 BN ). Kingston stellte der PC-WELT als Testgerät das Notebook-Bundle SSD Now V G2 SNV425-S2BN/128GB zur Verfügung.

Der 128-GB-SSD liegt ein externes 2,5-Zoll-Laufwerksgehäuse mit USB-Anschluss, ein USB-Kabel (A- auf Mini-B-Stecker) sowie die Clone-Software Acronis True Image bei, die ein Bit-genaues 1:1-Abbild einer Festplatten-Partition erstellt. So können Sie bequem und einfach Ihr Notebook mit der Kingston-SSD aufrüsten, ohne das Betriebssystem neu installieren zu müssen. Das Foto links zeigt den kompletten Lieferumfang der Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2BN. Bei einer nutzbaren Kapazität von 119,4 GB berechnet sich für die SNV425-S2BN/128GB ein Gigabyte-Preis von zunächst einmal sehr günstigen 1,93 Euro.

Prima Idee: Upgrade-Kit der Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2
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Ausstattung: Die 128-GB-Festplatte setzt sich aus insgesamt 16 Flash-Chips des Typs Toshiba TH58NVG6D2ET A 20 zusammen, die eine Bruttokapazität von jeweils 8 GB bieten. Der SSD-Controller trägt zwar ein schlecht lesbares Toshiba-Label (siehe Foto links), basiert aber auf dem brandneuen Jmicron 618. Beim Cache-Baustein zur Datenpufferung handelt es sich um den Winbond W9751G6IB-3 , ein 64 MB großer DDR2-800-SDRAM-Baustein.

Die Schockfestigkeit der Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2 gibt Kingston mit überdurchschnittlich hohen 1500 G an. Der Energieverbrauch soll im Bereitschaftszustand 0,7 Watt und beim Zugriff 5,2 Watt betragen - damit ist die Kingston-SSD extrem stromhungrig für eine SSD. Die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt laut Hersteller bei einer Million Stunden. Das ist vergleichsweise wenig für eine SSD.

Praxis-Schreibraten der schnellsten SSDs bis 300 Euro im Vergleich
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Praxis-Datenraten: Die Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2 zeigte in den entscheidenden Praxis-Tests gegenüber der Vorgängergeneration SNV125-S2 eine deutlich verbesserte Leistung. Beim Lesen kam die Kingston-SSD auf gute 74,62 MB/s und steigerte das Tempo damit um knapp 50 Prozent. Auch im Kopier-Test konnte die SNV425-S2 gegenüber der SNV125-S2 spürbar zulegen: Mit 55,1 MB/s erarbeitete sich die Kingston-SSD ein Tempoplus von gut 55 Prozent. Die Praxis-Schreibleistung lag bei 39,71 MB/s und war damit gut 80 Prozent höher. An die vom Hersteller in Aussicht gestellte Verdopplung des Schreibtempos kommt der SATA-Controller Jmicron 618 damit fast heran, von einer Verdreifachung der Transferleistung kann jedoch keine Rede sein.

Nimmt man als Maßstab den amtierenden Testsieger der 300-Euro-Klasse, die Corsair P128 mit Praxis-Datenraten von 94,7 MB/s (Lesen), 81,7 MB/s (Schreiben) sowie 94,3 MB/s (Kopieren), macht die SNV425-S2 keine gute Figur. Auch ein Vergleich der schnellsten SSDs dieser Preisklasse zeigt, dass die Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2 mit dieser Praxisleistung nur im hinteren Mittelfeld landet wie etwa bei der so wichtigen Schreibrate (siehe Abbildung links).

Preisgünstige Controller-Lösung: Jmicron 618, hier im Bild mit schlecht lesbarem Toshiba-Label
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Dafür zeigte die Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2 im Test sehr gute sequenzielle Leseraten. Maximal 243, im Mittel 237 und minimal 223 MB/s sind in der 300-Euro-Klasse durchaus konkurrenzfähig. Für die sequenziellen Schreibraten gilt dies jedoch nicht: Mit maximal 159, im Mittel 89 und minimal 41 MB/s offenbarte der neue Jmicron-Controller 618 erneut seine eklatante Schreibschwäche, die bereits bei den Praxismessungen zutage trat. Wie die Abbildung links zeigt, schwankt die Schreibrate mit einer Differenz von rund 100 MB/s extrem. Ein klares Zeichen dafür, dass der Controller Schreibbefehle nicht verzögerungsfrei abarbeiten kann und sich permanent an den Daten "verschluckt".

Zugriffszeiten: Katastrophal fielen die Zugriffszeiten der Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2 aus. Mit jeweils 0,32 Millisekunden im Mittel sowie beim Fullstroke-Zugriff landete die Kingston-SSD abgeschlagen auf dem letzten Platz aller Flash-Festplatten im Test. Selbst die Vorgängerserie SNV125-S2 war hier mit je 0,30 Millisekunden noch einen Tick reaktionsschneller. Und der Abstand zum Spitzenreiter in dieser Disziplin, der Corsair P128 mit 0,09 sowie 0,10 Millisekunden, fällt vernichtend aus.

Mit Schluckauf: Die sequenzielle Schreibrate der Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2 128 GB
Vergrößern Mit Schluckauf: Die sequenzielle Schreibrate der Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2 128 GB
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Fazit: Die Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2 zeigt sich gegenüber der Vorgängergeneration SNV124-S2 verbessert. Trotzdem erreicht die SSD mit dem neuen SATA-Controller Jmicron 618 kein konkurrenzfähiges Tempo - sieht man einmal von den sequenziellen Leseraten ab. Insbesondere die eklatante Schreibschwäche und die bodenlos schlechten Zugriffszeiten sprechen gegen einen Kauf der Kingston SSD Now V G2 SNV425-S2. So entpuppt sich auch der per se sehr günstige Gigabyte-Preis von 1,93 Euro als Lockvogelangebot: Für einen Aufpreis von rund 50 Cent pro Gigabyte bekommen Sie SSD-Modelle, die unterem Strich doppelt so hohe Praxis-Datenraten bieten.

Alternativen: Eine spürbar höhere Transferleistung und dreimal so flinke Zugriffszeiten bietet die Corsair P128 CMFSSD-128GBG2D . Bei der 128-GB-Festplatte kostet das Gigabyte derzeit 2,46 Euro.

Varianten:

Kingston SSD Now V-Series G2 SNV425-S2/64GB: SSD mit 64 GB ab 120 Euro

Kingston SSD Now V-Series G2 SNV425-S2/128GB: SSD mit 128 GB ab 220 Euro

Kingston SSD Now V-Series G2 SNV425-S2BD/64GB: Desktop-Bundle mit 64 GB ab 130 Euro

Kingston SSD Now V-Series G2 SNV425-S2BD/128GB: Desktop-Bundle mit 128 GB ab 230 Euro

Kingston SSD Now V-Series G2 SNV425-S2BN/64GB: Notebook-Bundle mit 64 GB ab 130 Euro

Kingston SSD Now V-Series G2 SNV425-S2BN/128GB: Notebook-Bundle mit 128 GB ab 230 Euro

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