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Lioncast LM30 im Praxis-Test

24.10.2014 | 16:16 Uhr |

Bei der MMO-Gaming-Maus LM30 von Lioncast stehen allein dem Daumen 12 frei programmierbare Tasten zur Verfügung. Wie sich die Maus in der Praxis schlägt, erfahren Sie im Test.

Lioncast hat die LM30 speziell für MMO-Gamer (Massively Multiplayer Online Game) entwickelt. Denn diese Sorte von PC-Spielern braucht schnellen Zugriff auf Aktionen wie Zauber oder Tastenkombinationen. Deshalb verfügen solche Mäuse über viele zusätzliche Tasten, in der Regel platzieren viele Hersteller gleich mehrere davon an der linken Außenseite, um sie ohne großes Umgreifen mit dem Daumen zu bedienen.

Auf diese Weise verfährt auch Lioncast und ist bei der Anzahl der zusätzlichen Daumentasten ziemlich großzügig, denn der Nutzer darf gleich über 12 frei programmierbare Tasten verfügen. Die sind in Dreier-Reihen hintereinander aufgeteilt und dabei jeweils schräg zueinander eingebaut – so möchte der Hersteller für beste Ergonomie und Erreichbarkeit sorgen, da sich die Reihen nun deutlicher unterscheiden sollen. Das gelingt in der Praxis tatsächlich, allerdings könnte der Druckpunkt der Tasten noch einen Tick knackiger sein.

Dem Nutzer stehen an der Seite gleich 12 frei belegbare Tasten zur Verfügung, die schräg zueinander angeordnet sind, um sie besser zu unterscheiden.
Vergrößern Dem Nutzer stehen an der Seite gleich 12 frei belegbare Tasten zur Verfügung, die schräg zueinander angeordnet sind, um sie besser zu unterscheiden.
© Lioncast

Design nur für Rechtshänder

Das Design der Maus ist dabei ebenfalls ziemlich ergonomisch, der Daumen findet sogar extra einen Ablageplatz an der Unterseite. Streng genommen eignet sich die LM30 also eher für Palm-Grip-Spieler, die also ihre komplette Hand auf der Maus ablegen. Alle Finger finden ihren Platz auf der Maus, bis auf den kleinen Finger. Neben der obligatorischen linken und rechten Maustaste gibt es noch ein 3-Wege-Mausrad, das leider nicht die Tilt-Funktion beherrscht – also das Kippen der Maustaste nach links und rechts, um seitlich zu scrollen. Dahinter sind die beiden Tasten zum Verändern der DPI-Auflösung mit den vier LED-Indikatoren daneben. Hinzu kommt eine weitere Taste direkt neben dem linken Mausbutton. Die Oberfläche besteht aus rutschfestem Soft-Touch und fühlt sich auch angenehm an.

Bis auf den kleinen Finger lassen sich alle Finger auf der Maus ablegen.
Vergrößern Bis auf den kleinen Finger lassen sich alle Finger auf der Maus ablegen.
© Lioncast

Beleuchtung gibt es in Form des Lioncast-Logos auf der Rückseite, über zwei „Scheinwerfer“ an der Front und die Seitentasten. Hier haben Sie die Auswahl aus der kompletten RGB-Farbpalette und einem pulsierendem oder dauerhaftem Leuchteffekt. Auch das Scrollrad und die DPI-Stufenleuchten scheinen in blau, lassen sich allerdings nicht ändern – schade!

Veränderbares Gewicht und Laser-Sensor

Auch an der Unterseite der Lioncast LM30 gibt es sogar noch eine zusätzliche Taste, und zwar den Profil-Umschalter. Allerdings finden wir die Positionierung etwas umständlich, das haben andere Hersteller besser gelöst. Dann kommen wir auch schon zum Herzstück der Gaming-Maus, dem Laser-Sensor: Der löst mit maximal 16.400 DPI auf, was für uns persönlich eher weniger Praxis-tauglich ist. Doch vielleicht gibt es den einen oder anderen Gamer da draußen, der sich für so empfindliche Auflösungen begeistern kann. Natürlich lassen sich die DPI in vier beliebigen Stufen in Echtzeit umschalten und beliebig definieren.

Die "Scheinwerfer" in der Front, die Seitentasten, das Scrollrad und die LED-Indikatoren sind beleuchtet, allerdings lassen sich nur die Scheinwerfer, das Logo auf der Rückseite und die Seitentasten lassen sich farblich verändern.
Vergrößern Die "Scheinwerfer" in der Front, die Seitentasten, das Scrollrad und die LED-Indikatoren sind beleuchtet, allerdings lassen sich nur die Scheinwerfer, das Logo auf der Rückseite und die Seitentasten lassen sich farblich verändern.
© Lioncast

Doch an der Unterseite gibt es noch eine weitere Besonderheit: Und zwar ein Fach, um bis zu acht zusätzliche Gewichte einzulegen. Die Gewichte belaufen sich jeweils auf zwei Gramm, womit sich die Maus also um bis zu 16 Gramm beschweren lässt. Das Ausgangsgewicht beträgt aber schon vergleichsweise schwere 115 Gramm. Die Gewichte stecken Sie in die dafür vorgesehenen Schaumstoff-Einschübe am Deckel, eine mitgelieferte Aufbewahrungsbox sorgt für Ordnung. Auf dieses Feature stoßen wir normalerweise nur bei Mäusen, die mindestens 80 Euro kosten! Sowieso finden wir, dass die Verarbeitung keinen Grund zur Beanstandung gibt, außerdem ist das USB-Kabel mit Kunstoff ummantelt (also gesleevt) und ist damit vor den gröbsten Schäden geschützt.

Treiber-Software im Überblick

Den Treiber für die LM30 liefert Lioncast auf einer Mini-CD mit, alternativ lässt er sich auch über die Herstellerseite herunterladen. Neben der Programmierung der Tastenbelegungen lassen sich auch maximal fünf Profile anlegen sowie die DPI-Auflösungen regeln – auch getrennt von der X- und Y-Achse. Für ältere PCs lässt sich auch die Polling-Rate (Abtastrate) verringern, standardmäßig arbeitet die Maus mit 1000 MHz. Um Makros zu programmieren, müssen Sie sich zum Makor-Manager durch hangeln, den Sie bei der Tatenprogrammierung unter „Makro“ finden. Dort findet wie gewohnt die Aufzeichnung statt inklusive weiterer Optionen wie einer programmierbaren Auslöseverzögerung oder Schleifen-Abfolgen. Allerdings lassen sich Funktionen wie das Angle-Snapping nicht explizit deaktivieren. Auch die Lift-Off-Distanz lässt sich nicht regeln.

In fünf Profilen lassen sich verschiedenste Tastenbelegungen speichern. Der Treiber ist zudem übersichtlich gestaltet.
Vergrößern In fünf Profilen lassen sich verschiedenste Tastenbelegungen speichern. Der Treiber ist zudem übersichtlich gestaltet.

Mauspad aus der Unterwelt

Lioncast hat der LM30 auch noch einige Mauspads dazu gepackt. Da wäre beispielsweise das etwas unflexible Hades für rund 10 Euro, das eine glatte Oberseite aus Kunststoff besitzt und eine rutschfeste Gummi-Unterseite. Das Phobos bittet Sie gleich mit 20 Euro zur Kasse und verfügt über eine weichere Oberseite und lässt sich somit auch zusammenrollen. Das Deimos ist das kleinste von den Dreien und dem Phobos von der Aufmachung her nicht unähnlich, kostet dafür aber auch nur 10 Euro. Die Verarbeitung und Gleiteigenschaften aller Pads geben keinen Grund zur Beanstandung. Doch leider sind bei allen die Seiten nicht abgenäht, weshalb es hier nach einiger Zeit wohl zu ausgefransten Seiten kommen dürfte. Doch für die Preise gehen die Pads in Ordnung.

Das Lioncast Hades verfügt über eine glatte Kunststoff-Oberfläche für ein einwandfreies Gleitverhalten.
Vergrößern Das Lioncast Hades verfügt über eine glatte Kunststoff-Oberfläche für ein einwandfreies Gleitverhalten.
© Lioncast

Test-Fazit zur Lioncast LM30

Vor allem MMO-Gamer erhalten mit der Lioncast LM30 eine hochwertig verarbeitete Maus, die ihre Ansprüche vollends erfüllt. Die Verarbeitung stimmt und vor allem das „Weight Tuning System“ hätten wir in dieser Preisklasse nicht erwartet. Für einen Preis von mittlerweile nur noch 40 Euro ist die LM30 ein echter Preis-Leistungs-Hit! Doch für unseren Geschmack könnten die seitlichen Tasten einen knackigeren Druckpunkt haben. Auch hätten wir uns als Tester noch weitere Optionen wie eine definierbare Lift-Off-Distanz im Treiber gewünscht oder auch eine komplett veränderbare Beleuchtung. Allerdings ist das bereits Kritik auf hohem Niveau – für den Preis können Sie nicht viel falsch machen.

Technische Daten

Lioncast LM30

Abmessungen (L x B x H)

12,1 x 8,1 x 4,1 Zentimeter

Gewicht

115 Gramm

Tastenanzahl

19

Frei belegbar

Ja

Mausrad

3-Wege

Sensortyp

Laser

Maximale Auflösung in DPI

8200

Polling-Rate

1000 Hertz

Profil- / Makrofunktion

ja / ja

Onboard-Speicher

ja

Verbindung

USB-2.0-Kabel

Weitere Ausstattung / Besonderheiten

gesleevtes Kabel, 16,8 Millionen Farben für Beleuchtung, veränderbares Gewicht (Weight Tuning System)

Allgemeine Daten

Gerätekategorie

Peripherie

Hersteller

Lioncast

Internetadresse

www.lioncast.de

Preis

39,95 Euro

Garantie

24 Monate

 

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