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Lenovo Yoga 3 Pro im Test

12.12.2014 | 14:15 Uhr |

Maximale Auflösung, minimaler Prozessor: Das Lenovo Yoga 3 Pro will Notebook und Tablet endlich sinnvoll in einem Gerät zusammenbringen. Und das funktioniert.

Tablets und Notebooks wachsen zusammen. Das behaupten vor allem Microsoft und Intel schon seit einigen Jahren. Doch Tablet-Notebook-Kombigeräte waren bisher entweder eher ein Notebook - also leistungsfähig, aber groß, schwer und wenig ausdauernd. Oder sie ähnelten einem Tablet - leicht, aber zu rechenschwach für produktives Arbeiten und mit magerer Ausstattung.

Doch jetzt ist Besserung in Sicht - und zwar in Gestalt des Lenovo Yoga 3 Pro: Im Tablet-Ultrabook mit 13,3-Zoll-Display sitzt Intels neuer Prozessor Core M. Weil er sehr sparsam arbeitet, braucht das Yoga keinen großen Lüfter, Lenovo kann das Gehäuse deshalb mit einer Bauhöhe zwischen 12,5 und 13,6 Millimeter extrem schmal und mit einem Gewicht von knapp 1200 Gramm sehr leicht halten. Laut Intel lassen sich mit dem Core M auch problemlos lüfterlose Tablets und Notebooks bauen: Trotzdem sitzt ein kleiner Lüfter im Yoga 3 Pro: Die Luftauslässe sind aber raffiniert versteckt unter der Scharnierleiste, und da der Lüfter auch unter Last kaum zu hören ist, darf das 2in1 als quasi lüfterlos gelten.

Intel Core M: Der ideale Tablet-Prozessor?

Das 360-Grad-Scharnier des Displays hat Lenovo beim Yoga 3 Pro überarbeitet
Vergrößern Das 360-Grad-Scharnier des Displays hat Lenovo beim Yoga 3 Pro überarbeitet
© Lenovo

Das Yoga 3 Pro ist leicht und flach - da dreht man gerne am Display

Weil das Yoga 3 so leicht und flach ist, greift man auch häufiger ans Dreh-Display, um es als Tablet auf dem Gehäuse abzulegen oder als Bildschirm aufzustellen. Allerdings lässt sich das Yoga 3 Pro nicht bequem mit einer Hand öffnen - Sie müssen immer das Gehäuse festhalten, wenn Sie das Display aufklappen. Die Verbindung von Display und Gehäuse hat Lenovo beim Yoga 3 Pro stabilisiert: Das Scharnier läuft über die ganze Breite des Gehäuses. Sein Design wechselt zwischen einer Metall-Abdeckung und einem Geflecht, das wie ein Uhrenarmband aussieht. Das Yoga 3 Pro sitzt in einem stabilen Aluminium-Gehäuse. Die Handballenablage ziert eine strukturierte Soft-Touch-Oberfläche mit kleinen runden Vertiefungen - das erinnert an Golfbälle.

Wie schnell ist der Core M? Schnell genug

Das Rechentempo des Core M 5Y70 (1,1 GHz, maximaler Turbo-Takt: 2,6 GHz) im Yoga 3 Pro reicht nicht an das eines Core i3 oder Core i5 heran - diese Prozessoren sitzen üblicherweise in Ultrabooks. Allerdings liegt seine Leistung deutlich näher am Core i3/i5 als am Atom - dem Standardprozessor in Windows-Tablets. Bei der reinen Prozessorgeschwindigkeit liefert der Core M ein mehr als doppelt so hohes Tempo wie ein Atom Z3735. Gegenüber einem Core i5 liegt er rund 20 bis 30 Prozent zurück. Damit ist das Tempo des 2in1-Gerätes auf jeden Fall mehr als arbeitstauglich, vor allem weil noch eine Samsung-SSD mit 512 GB im Ultrabook steckt.

Wohlgemerkt arbeitstauglich - nicht spieletauglich. Denn die reine 3D-Leistung fällt beim Core M schwächer aus als bei den Grafikeinheiten der Core-Prozessoren. Obwohl seine Grafik HD Graphics 5300 heißt, schneidet sie in 3D-Benchmarks teilweise deutlich schlechter ab als beispielsweise die HD Graphics 4400 in einem Core i5-4210U, die trotz der niedrigeren Modellnummer mit höherer Taktrate arbeitet.

Akkulaufzeit: Mehr wäre wünschenswert

Auch beim Stromverbrauch liegt das Yoga 3 Pro näher an einem Core-Ultrabook als einem Atom-Tablet - obwohl die Angabe zur maximale Verlustleistung anderes vermuten lässt: Für den Core M gibt Intel eine TDP von 4,5 Watt, für den Core i5-4210U 15 Watt an. Aber dieser Wert bestimmt weniger wie sparsam ein Prozessor arbeitet, sondern eher wie groß das Kühlsystem ausfallen muss. Und zweitens kostet das sehr hochauflösende Display mit 3200 x 1800 Bildpunkten dem Yoga 3 Pro Laufzeit.

Insgesamt erreicht es im Test knapp sieben Stunden, was einem Gesamtverbrauch von rund 6,5 Watt entspricht. Core-Notebooks brauchen rund ein bis zwei Watt mehr, Atom-Tablets rund zwei bis drei Watt weniger. Die Laufzeit geht durchaus in Ordnung, aber die meisten Ultrabooks schaffen ein bis zwei Stunden mehr. Bei Atom-Tablets fällt die Laufzeit häufig kürzer aus - aber die haben auch einen deutlich kleineren und leichteren Akku an Bord.

Massenhaft Pixel: Das hochauflösende Display des Yoga 3 Pro

Was aber weder die meisten Ultrabooks noch viele Tablets haben, ist ein Display mit einer so hohen Auflösung: Der 13,3-Zoll-Bildschirm zeigt 3200 x 1800 Pixel - das ergibt eine Punktedichte von 276 ppi, was Schriften und Symbole extrem scharf, aber zum Arbeiten viel zu klein macht. Lenovo skaliert die Anzeige deshalb in der Systemsteuerung ab Werk auf 250 Prozent.

Das Panel leuchtet angenehm hell, hat aber einen nur mäßigen Kontrast. Wichtig für den Tablet-Modus: Auch aus extrem weiten Blickwinkeln bemerken Sie kaum einen Kontrastverlust. Farben zeigt das Yoga 3 Pro kräftig und satt, mit einem leichten Stich ins Rötliche. Im Akkumodus erreicht das Panel aber nur einen deutlich niedrigere Helligkeit: Unter freiem Himmel stören deshalb sichtbar Reflexionen auf der spiegelnden Bildschirmoberfläche.

Im Tablet-Modus nutzen Sie zum Bedienen den Touchscreen, im Notebook-Modus können Sie sich auf das präzise Touchpad und die stabile Tastatur verlassen. Deren Tastenhub fällt zwar aufgrund des schmalen Gehäuses sehr flach aus. Die Tasten geben aber ein angenehm deutliches Druck-Feedback, sodass das Yoga 3 Pro auch für Vielschreiber empfehlenswert ist.

Lenovo Yoga 3 Pro im Test: Fazit

Das Lenovo Yoga 3 Pro ist die bisher gelungenste Kombination aus Ultrabook und Tablet. Das liegt auch am Core M, aber vor allem am leichten, flachen und eleganten Gehäuse, das Lenovo um den neuen Intel-Prozessor gestrickt hat.

Als 2in1-Gerät ist das Yoga 3 Pro deshalb ein Schritt in die richtige Richtung: Die Verbindung von Tablet und Ultrabook hat bisher keiner besser hinbekommen. Doch der Vorteil bei Gewicht oder Laufzeit gegenüber Ultrabook und Tablet muss künftig noch deutlicher ausfallen, damit 2in1-Geräte zu einer echten Alternative werden.

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Lenovo Yoga 3 Pro

Testnote

Gut ( 2.06)

Preis-Leistung

teuer

Geschwindigkeit (20 %)

1,96

Ausstattung (15 %)

2,88

Bildschirm (20 %)

2,34

Mobilität (35 %)

2,41

Tastatur (5 %)

2,04

Umwelt und Gesundheit (5 %)

1,00

Service (5 %)

3,32

Aufwertung

Touchscreen, beleuchtete Tastatur (0,30)

GESCHWINDIGKEIT

Lenovo Yoga 3 Pro (Note: 1,96)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

87 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

90 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

39 Punkte (von 100)

Startzeit

15 Sekunden

BILDSCHIRM

Lenovo Yoga 3 Pro (Note: 2,34)

Größe

33,3 Zentimeter / 13.3 Zoll

Auflösung

3200 x 1800 Bildpunkte

Punktedichte

276 dpi

Helligkeit

259 cd/m²

Helligkeitsverteilung

81 %

Kontrast

478:1

Entspiegelung

gering

MOBILITÄT

Lenovo Yoga 3 Pro (Note: 2,41)

Akkulaufzeit

6:50 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

1190 Gram / 300 Gramm

UMWELT UND GESUNDHEIT

Lenovo Yoga 3 Pro (Note: 1,00)

Betriebsgeräusch: geringe /hohe Last

0,1 / 0,3 Sone

Erwärmung

36,6 Grad °

DIE TECHNISCHEN DATEN

Lenovo Yoga 3 Pro

Prozessor (Taktrate)

Intel Core 5Y70 (1,10 GHz)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

8100 MB (8192 MB), DDR3-1600

Grafikchip (Grafikspeicher)

Intel HD Graphics 5300 (2,16 GB )

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

13.3 Zoll (33.3 Zentimeter), 3200 x 1800, spiegelnd

Festplatte

512,0 GB (nutzbar)

optisches Laufwerk

- (-)

Betriebssystem

Windows 8.1 (64 Bit)

LAN

nicht vorhanden

WLAN

802.11ac

Bluetooth

Bluetooth 4.0

Schnittstellen Peripherie

1 USB 2.0/Strombuchse, 2x USB 3.0 (rechts, links), 1x Kartenleser (SD)

Schnittstellen Video

1x HDMI (links, Micro), 1x Webcam

Schnittstellen Audio

kombinierter Audioeingang/-ausgang (analog)

ALLGEMEINE DATEN

Lenovo Yoga 3 Pro

Internetadresse von Lenovo

www.lenovo.com/de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

1599 Euro / 1599 Euro

Technische Hotline

07032/1549201

Garantiedauer

12 Monate

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