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Lenovo IBM Thinkpad X41 Tablet

12.10.2005 | 12:30 Uhr |

Teurer, aber hochwertiger Tablet-PC im Subnotebook-Format.

Vor fast drei Jahren warf Microsoft mit großem Werbekrawall die Windows XP Tablet PC Edition auf den Markt. Die Idee, Windows XP um eine Handschrifterkennung zu erweitern, damit sich ein Notebook zum Beispiel in Besprechungen oder Vorlesungen wie ein Notizblock nutzen lässt, war einleuchtend und eigentlich gut umgesetzt: Die Schrifterkennung eines Tablet-PC funktioniert deutlich besser als man es zum Beispiel von PDAs kennt. Inzwischen lässt sie sich auch bequem in Microsoft-Office-Anwendungen verwenden.

Allerdings fehlen bisher Programme, die Anwender für den Tablet PC begeistern. Außerdem gibt es die meisten Tablet-PCs nur als Sub-Notebook – diese Notebook-Klasse ist zwar extrem leicht, bietet verglichen mit größeren Mobilrechnern aber weniger Ausstattung und ist sehr teuer: Kein Wunder, dass bisher vor allem Geschäftsanwender zu Tablet PCs griffen.

Mit Lenovo, die im Mai dieses Jahres die PC- und Notebooksparte von IBM erwarben, tritt nun ein großer Notebook-Hersteller in die Riege der Tablet-PC-Anbieter – reichlich spät: Fujitsu-Siemens und HP beispielsweise bieten schon seit der Einführung des neuen Betriebssystems Tablet PCs an. Der Lenovo IBM Thinkpad X41 Tablet ist ein Sub-Notebook im Convertible-Design – also ein normaler Mobilrechner, dessen Display sich drehen und auf die Tastatur klappen lässt, so dass man darauf wie auf einem A4-Notizblock schreiben kann.

Ausstattung: Lenovo verzichtet beim IBM Thinkpad X41 Tablet auf ein integriertes optisches Laufwerk - für ein mobiles Gerät die richtige Entscheidung, denn das spart Gewicht. Zum Anschluss eines externen Laufwerks bietet der IBM Thinkpad X41 Tablet einen USB-Port mit zusätzlicher Stromversorgung: So benötigt das Laufwerk kein eigenes Netzteil. Am besten packt man das optische Laufwerk aber in den Wechselschacht einer Docking Station, was beim IBM Thinkpad X41 Tablet rund 600 Euro Aufpreis kostet - rund 280 Euro für die Docking-Station X4 Ultrabase und rund 290 Euro für ein Kombolaufwerk. Neben dem Dockinganschluss verfügt der Tablet PC unter anderem über einen SD-Speicherkartenleser. Gigabit-Ethernet sorgt für den schnellen Datenaustausch übers Netzwerk.

Handhabung: Auf der sehr stabilen Tastatur sind ein paar Tasten verkleinert – trotzdem bietet sie mit dem angenehmen Druckpunkt ein hervorragendes Schreibgefühl. Schnellschreiber müssen sich aber daran gewöhnen, dass Tasten, die auf einer Standard-Tastatur ganz rechts außen liegen, beim IBM Thinkpad X41 Tablet oben bei den Funktionstasten zu finden sind.

Ergonomie: Dank des geringen Gewichts von 1,6 Kilogramm trägt man den Tablet PC schon mal länger als Notizblockersatz in der Armbeuge. Der Lüfter ist auch unter Last kaum hörbar – damit fällt man mit dem IBM Thinkpad X41 Tablet im Konferenzraum oder der Bibliothek nicht unangenehm auf. Das nur durchschnittlich helle Display besaß eine angenehm hohe Blickwinkelstabilität - besonders wichtig für einen Tablet-PC, denn in der Notizbuchhaltung schaut man aus einem extrem vertikalen Blickwinkel auf den Bildschirm. Nur Farben waren zu dunkel und leicht rotstichig. Die Stifteingabe funktionierte problemlos: Der Stift lag gut in der Hand und die Displayoberfläche vermittelte ein fast papiergleiches Schreibgefühl.

Tempo: Beim Arbeitsspeicher knausert Lenovo zu sehr - Programmen und Dateien starten auf dem IBM Thinkpad X41 Tablet nur zäh. Dank des freien Speicherslots lässt sich das RAM aber bequem aufrüsten. Auch der fürs Stromsparen optimierte Pentium M 758 in der Low-Voltage-Ausführung hinkt einem normalen Pentium M hinterher und liegt in etwa auf dem Tempo-Niveau eines gleichgetakteten Celeron M.

Akkulaufzeit: Zwar erweist sich das Centrino-Notebook als Stromsparer, doch aufgrund des kleinen Akkus hält der Tablet PC nur rund zwei Stunden ohne Netzstrom durch.

Fazit: Der hohe Preis des IBM Thinkpad X41 Tablet erklärt sich nicht durch die Tablet-PC-Funktion, sondern durch den Subnotebook-Formfaktor. Wollen Sie das sehr tragbare Notebook voll einsatzfähig machen, müssen Sie noch Kosten für Docking-Station und optisches Laufwerk einkalkulieren: Für diesem Preis muss man beim Lenovo-Tablet aber in punkto Ausstattung, Tempo und Akkulaufzeit zu viele Kompromisse machen. Wer aber einen hochwertigen Tablet-PC sucht, bekommt mit dem Lenovo IBM Thinkpad X41 Tablet noch ein leichtes und leises Sub-Notebook dazu.

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