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MSI Radeon HD 5770 Hawk im Test

13.07.2010 | 11:11 Uhr |

Die MSI Radeon HD 5770 Hawk arbeitet vergleichsweise leise und stromsparend. Ob auch Leistung und Lieferumfang der Grafikkarte überzeugen, klärt der Test.

Total Digital: Die Videoausgänge der MSI Radeon HD 5770 Hawk mit Display-Port, DVI und HDMI
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Besonderheit: Die Grafikkarte Radeon HD 5770 Hawk stattet MSI mit einer hochwertigen Kühllösung aus. Zwei geräuscharme 65-Millimeter-Axiallüfter fächeln dabei einem Kupferkühlblock mit drei Heatpipes frische Luft zu. Der Kühlblock sorgt für eine sehr gute Kühlung des Grafikprozessors, liegt allerdings nicht auf den Speicherchips auf. Zudem stattet MSI das Hawk-Modell mit zwei zweipoligen Anschlüssen aus, über die Sie anliegende Spannung des Grafikprozessors und der Speicherchips mittels eines Multimeters auslesen können - für diesen Zweck liegen der MSI Radeon HD 5770 Hawk sogar zwei Kabeladapter bei.

Außerdem liefert MSI die Radeon HD 5770 Hawk bereits ab Werk mit höheren Taktfrequenzen aus: Im Vergleich zur AMD-Referenz-Grafikkarte ATI Radeon HD 5770 mit einem Grafikchiptakt von 850 MHz läuft das MSI-Modell mit 875 MHz. Im Lieferumfang der Radeon HD 5770 Hawk befindet sich zudem das Übertaktungs- und Überwachungsprogramm " Afterburner ". Damit können Sie der MSI-Grafikkarte noch mehr Leistung entlocken und zusätzlich den Grafikspeichertakt anheben.

Multimedia-Leistung: Die MSI Radeon HD 5770 Hawk erledigte die H.264-Transcodierung in der gleichen Zeitspanne wie die Geforce-GTS-250-Konkurrenz. Beim Umwandeln des MPEG-2-Videos fürs iPhone war die MSI-Grafikkarte allerdings etwas langsamer als die 5770-Modelle von Club 3D und Sapphire. Und wie alle Karten mit ATIs Grafikchip aus der 5000er-Baureihe konnte auch das MSI-Modell 1080p-Videos in den Formaten Divx (AVI) und VC-1 (WMV) nicht via ATI Stream in eine MP4-Datei transcodieren. Dafür belastete der Videoprozessor der MSI Radeon HD 5770 Hawk die CPU so gut wie gar nicht beim Decodieren gängigen HD-Formate.

Spiele-Leistung: Die MSI Radeon HD 5770 Hawk eignet sich unter DirectX 9 und 10 bis zu einer Auflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten uneingeschränkt für Spiele. Auch unter DirectX 11 übersprang die MSI-Grafikkarte im "Unigine Heaven Benchmark" die so wichtige Grenze von 30 Bildern pro Sekunde bei der durchschnittlichen Bildwiederholrate - allerdings nur mit mittleren Qualitätseinstellungen und einfacher Kantenglättung. Wollen Sie unter DirectX 11 spielen, müssen Sie also Abstriche bei der Grafikpracht in Kauf nehmen oder die Auflösung reduzieren.

Ausstattung: Die MSI Radeon HD 5770 Hawk besitzt mit Display-Port, DVI und HDMI drei digitale Video-Anschüsse. Analoge Monitore lassen sich aber über den beiliegenden DVI-zu-VGA-Adapter ansteuern. Für ältere Netzteile findet sich im Lieferumfang auch ein Stromadapter. Mit Hilfe der Crossfire-Buchse können Sie die MSI Radeon HD 5770 Hawk auch in einem Grafikkartenverbund betreiben. Die Software-Beigaben beschränken sich auf das MSI-Tool "Afterburner" und die Treiber-CD.

Umwelt & Gesundheit: Im Vergleich zu anderen HD-5770-Grafikkarten im Test zeigte die MSI Radeon HD 5770 Hawk keinen übermäßigen Stromhunger. Zudem gehörte die MSI-Grafikkarte auch zu der leisen Fraktion unter den Modellen mit dem AMD-Grafikchip ATI Radeon HD 5570.

Fazit: Die Multimedia-Leistung der MSI Radeon HD 5770 Hawk reicht für den Hausgebrauch vollkommen aus, deckt allerdings beim Transcodieren von Videos nicht alle gängigen Kompressionsverfahren ab. Die MSI-Grafikkarte eignet sich für PC-Spieler mit 22- und 24-Zoll-Flachbildschirmen unter DirectX 9 und 10. Wollen Sie auch unter DirectX 11 hohe Qualitätseinstellungen mit der physischen Auflösung Ihres Monitors nutzen, sollten Sie sich für die HD-5800-Serie von ATI oder die GTX-460-Baureihe von Nvidia entscheiden.

Alternativen: Die HIS Radeon HD 5770 IceQ 5 ist nur einen Tick langsamer, dafür aber 20 Euro günstiger und trotzdem besser ausgestattet.

Alle Testergebnisse zur MSI Radeon HD 5770 Hawk finden Sie im Artikel "10 Grafikkarten im Test" in PC WELT, Ausgabe 8/2010. Bereits erschienene PC-WELT-Ausgaben lassen sich im Heftarchiv der PC-WELT als ePaper herunterladen.

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