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Die besten passiven Grafikkarten

09.06.2008 | 16:32 Uhr |

Passive Grafikkarten besitzen meist große Kühlkörper und kommen ohne eigenen Lüfter aus. Damit eignen sie sich für leise PCs. Wie schnell solche Grafikkarten sind, erfahren Sie in diesem Testbericht.

Psst! Leise! Hören Sie was? Passive Grafikkarten in der Regel nicht. Außer einem leisen und kaum wahrnehmbaren Surrend der Spulen, die zur eigenen Spannungsversorgung gehören, sind diese Modelle nämlich meist völlig lautlos. Das liegt daran, dass diese Modelle ohne Lüfter auskommen. Aber warum benötigen die einen Karten einen Propeller und die anderen nicht? Das liegt einerseits daran, dass bei passiven Grafikkarten oft ein schwächerer Chip werkelt und andererseits, dass größere Kühlkörper verbaut werden.

Egal wie: Die Verlustleistung muss weg!
Jeder Transistor erzeugt Wärme. Die muss er an seine Umgebung abgeben können, sonst überhitzt er sich und hört auf korrekt zu funktionieren. Im Extremfall kann er sich dabei sogar zerstören. In modernen Grafikkartenchips werkeln zig Millionen dieser winzigen Transistoren, die bei der Arbeit eine Menge Wärme produzieren. Zwar werden die Fertigungstechniken immer besser, die Transistoren und die elektrischen Leitungen immer feiner und produzieren so immer weniger Abwärme. Jedoch genügt der Wärmeaustausch zwischen der wenigen Quadratzentimeter großen Chipoberfläche und der Umgebung nicht, um eine Überhitzung des Chips zu verhindern. Deswegen setzen die Kartenhersteller den Grafikchips Kühlkörper auf und verbinden sie thermisch durch eine dünne Schicht Wärmeleitpaste. So strömt die Hitze des Grafikchips in den Kühlkörper. Er besitzt eine größere Oberfläche als der Grafikchip und kann deshalb die Hitze deutlich besser an seine Umgebung weitergeben.

Entweder großer Kühler oder Lüfter
Je größer ein Kühlkörper ist, desto größer ist auch seine Oberfläche. Und je größer diese ist, desto weniger Luft muss daran vorbeiströmen, um genügend Hitze an die Luft abgeben zu können - im Idealfall kommt die Karte dann sogar ganz ohne eigenen Lüfter aus. Um die Oberfläche der Kühlkörper zu maximieren - ohne dabei die Kühler an sich zu vergrößern - gibt es mehrere Techniken. Einige Modelle besitzen gleich mehrere große, futuristisch geformte und gefaltete Alu- oder Kupferkühlkörper mit oder ohne Lammellen. Manchmal sind diese nicht nur auf der Vorderseite sondern auch auf der Rückseite der Karte montiert. Thermisch mit dem Grafikchip verbunden werden die verschiedenen Kühler dann über Heatpipes. Das sind kleine Wärmetauscher: Röhren, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind, die die Hitze des heißen Grafikchips aufnimmt und dadurch verdampft. Am etwas kühleren Kühlkörper kondensiert das Gas und gibt damit die Hitze ab.

Paradox: Auch passive Grafikkarten brauchen Lüfter
Egal wie viele Kühlkörper und Heatpipes eine Grafikkarte hat, sie braucht in jedem Fall einen Lüfter. Warum? Weil sonst kein Luftstrom im PC vorhanden wäre. Dann könnte die passive Grafikkarte nur so lange Hitze in den PC geben, bis es darin ebenso heiß wie am Grafikchip ist. Das geht bis etwa 70 Grad gut. Denn was dem Grafikchip noch nichts ausmacht, kann der CPU, der Festplatte und den optischen Laufwerken schon viel zu heiß sein. Glücklicherweise zieht fast jedes Netzteil Luft aus dem PC und kühlt damit seine Komponenten. Die erhitzte Luft bläst es hinten oben aus dem PC heraus. Bei ganz leistungsschwachen Grafikchips kann dies schon genügen, um den PC zumindest in normal temperierten Zimmern beim Laufen zu halten. Das gilt beispielsweie für Grafikkarten mit AMD-ATI-Radeon-Chips der 2000er-Serie und Nvidia-GPUs der 8400er- und 8600er-Reihe. Passive Grafikkarten die auf Grafikchips der Mittelklasse basieren – AMDs 3000er- sowie Nvidias-8800er- und 9000er-Chips – sollten nur in PCs eingebaut werden, die von einem Gehäuselüfter mit Frischluft versorgt werden. Praktisch in jedem PC-Gehäuse ist dafür vorne unten ein Plätzchen frei. Den Vorteil eines flüsterleisen PC verlieren Sie dadurch nicht, denn es gibt schon nahezu lautlose 120-Millimeter-Lüfter wie etwa den sehr leisen Noctua NF-S12-800 für 19 Euro (5 – 8 dB) oder den zumindest kaum hörbaren Arctic-Cooling AF12025 PWM für 4,50 Euro (11 – 25 dB).

Je nach Grafikchip: So schnell sind passive Grafikkarten
Der Grafikchip entscheidet, wie schnell eine Grafikkarte ist. Wir haben im Testcenter allerlei passive Grafikkarten getestet und sagen Ihnen anhand der Tempotests, welcher Grafikchip wie viel 3D-Leistung liefert. Auf der nächsten Seite finden Sie die schnellsten Grafikkarten aus dem Testcenter.

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